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23.06.2021 | (rsn) – Ursprünglich stand die Tour de France nicht in André Greipels Rennkalender. Stattdessen hatte der Hürther seinen Start beim Giro d`Italia geplant. Doch im Frühjahr entschied die Teamleitung anders und setzte bei der Italien-Rundfahrt voll auf die Gesamtwertung. Für Greipel und seinen Anfahrer Rick Zabel war so kein Platz mehr im achtköpfigen Aufgebot.
“Natürlich war man erst mal enttäuscht, nicht beim Giro am Start zu sein. Aber aus jeder Niederlage schöpft man auch Energie“, erklärte Greipel gegenüber radsport-news.com. Die Energie reichte, um im Mai bei der Mallorca Challenge und der Andalusien-Rundfahrt jeweils ein Rennen zu gewinnen, es waren Greipels erste Siege nach mehr als zwei Jahren.
Diese beiden Erfolge machten es der Teamleitung der Israel Start-Up Nation auch deutlich leichter, Greipels Wunsch nachzukommen, ihn für das Giro-Aus mit dem Tour-Ticket zu entschädigen. “Das hat zum Glück geklappt. Von daher denke ich, dass es ein ganz gutes Tauschgeschäft war“, schmunzelte der 38-Jährige.
Greipel zeigte mit seinen Leistungen, dass die Nominierung für seine elfte Tour de France sportlich gerechtfertigt ist. “Ich denke, der Knoten ist auf jeden Fall geplatzt. Ich bin froh, selbst wieder gewonnen zu haben und es war schön, die volle Mannschaftsunterstützung zu spüren“, sagte Greipel, der nun mit viel Selbstvertrauen in die Bretagne reist, wo am Samstag in Brest die 108. Austragung der Tour beginnt.
Greipel will seine "Chance nutzen, wenn sie sich ergibt"
Auf die Frage, ob er sich einen zwölften Etappensieg zutraue, antwortete Greipel allerdings ausweichend. “Ich versuche meine Chance zu nutzen, wenn sie sich ergibt. Dann will ich vorne mitmischen“, kündigte er mit Blick auf die starke Konkurrenz an. Abzuwarten bleibt auch, wie frisch Greipel in die Finals kommen wir, in denen er auf seinen Anfahrer Rick Zabel vertrauen kann.
Denn im Gegensatz zu anderen Sprinter wie etwa Caleb Ewan (Lotto Soudal), die auf ganz auf sie ausgerichtete Helferriegen bauen können, muss Greipel wohl auch für die Klassementfahrer seines Teams arbeiten. “Es ist wichtig, für die Mannschaft gut zu fahren, die Leader auf den Flachetappen zu unterstützen, damit Michael Woods und Dan Martin da keine Zeit verlieren“, so Greipel.
An welchen Tagen es für ihn besonders gut laufen könnte, konnte Greipel noch nicht sagen. “Mit dem Etappen-Vorausschauen hatte ich es noch nie so. Ich schaue immer von Tag zu Tag und wie die tägliche Verfassung ist“, erklärte der Routinier, den es allerdings nicht in die Gruppen des Tages zieht. “Die Chance sehe ich als eher gering ein“, meinte der dreimalige Deutsche Meister, der aufgrund seiner Tempohärte und durchaus passabler Kletterqualitäten alle Voraussetzungen mitbrächte, um sich auf einer hügeligen Etappe als Ausreißer zu versuchen.
Als nicht ganz ideal schätzte Greipel übrigens den Streckenplan der Tour für seine Teamkollegen Woods und Martin ein. “Man kann ihnen zutrauen, dass sie um Etappensiege mitfahren. Im Gesamtklassement wird es schwer, da es 60 Kilometer Zeitfahren gibt. Ich denke, deshalb müsste man mit einer Top-Ten-Platzierung zufrieden sein. Aber trotz der langen Zeitfahren kämpfen und hoffen wir natürlich auf eine Top-Fünf-Platzierung“, sagte er.
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