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Doping mit Diuretika: Eine veraltete Methode

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Fränk Schleck nach seinem Sturz auf der 6. Etappe der Tour de France 2012 | Foto: ROTH

18.07.2012  |  Bagneres-de-Luchon (dapd). Diuretika sind harntreibende Mittel. Das bei Fränk Schleck gefundene Produkt Xipamid wird normalerweise bei Ödemen oder hohem Blutdruck verabreicht. Durch die vermehrte Ausscheidung von Flüssigkeit wird der Blutdruck sehr effektiv gesenkt.

Als Dopingmittel werden Diuretika eingesetzt, um andere Substanzen aus dem Körper zu spülen bzw. sie zu verschleiern. Das Konzept stammt in Dopingkreisen eigentlich aus den 80er und 90er Jahren und gilt als veraltet. "Die maskierende Substanz ist heutzutage viel besser nachzuweisen als die zu maskierende. Das ist so, als würde man zum Karneval gehen und die Maske ist viel bekannter als das eigene Gesicht", sagte Detlef Thieme, Leiter des Anti-Doping-Labors in Kreischa, der Nachrichtenagentur dapd.

Zur reinen Gewichtsreduktion sind Diuretika im Radsport nicht sinnvoll, weil der Fahrer dadurch zu viele Elektrolyte verlieren würde. Dieser Verlust ist nicht ohne Weiteres wieder auszugleichen.

Im Anti-Doping-Code der WADA fallen Diuretika unter "spezifische Substanzen", die auch ohne Dopinghintergrund erklärbar sein können. Laut Code hat der Athlet die Chance "nachzuweisen, dass die Benutzung einer solchen spezifischen Substanz nicht zur Leistungssteigerung benutzt" wurde. Das Strafmaß reicht bei einem Erstvergehen von einer Verwarnung bis hin zu einer einjährigen Sperre.

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