Radsport News stellt die Giro-Teams vor/ Teil 19

Astana: Kreuziger und Gasparotto haben viel vor

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Astana bei der Giro-Team-Präsentation | Foto: ROTH

08.05.2012  |  (rsn) – Alexander Winokurow verzichtet wie im Vorjahr auf den Giro, um sich ganz auf seine letzte Tour de France konzentrieren zu können. Die Kapitänsrolle bei Astana wird deshalb der Tscheche Roman Kreuziger einnehmen. Ihm zur Seite stehen jede Menge guter Bergfahrer, so dass klar ist: Der kasachische Rennstall wird etwas probieren, wenn es bergauf geht.

Kapitän Kreuziger, der am Sonntag in Herning seinen 26. Geburtstag feierte, setzt alles daran, seinen fünften Platz aus dem Vorjahr zu verbessern. Bei der zweiten Giro-Teilnahme ist das Podium das Ziel. Unter den Klassementfahrern zählt Kreuziger zu den besten Zeitfahrern. Zudem besticht der Sechste des diesjährigen Giro del Trentino und der Tour de Romandie durch seine konstante Fahrweise. Allerdings hat der langjährige Liquigas-Kapitän in den langen und steilen Anstiegen so seine Probleme.

Kreuzigers Edelhelfer wird bei seiner zwölften Teilnahme der Italiener Paolo Tiralongo sein. Im Vorjahr gewann der 34-Jährige als Ausreißer in den Bergen nicht nur seine erste Giro-Etappe, sondern feierte seinen ersten Profisieg überhaupt.  In der Vorbereitung präsentierte sich der Kletterspezialist in sehr guter Form. Bei der Tour de Romandie fuhr Tiralongo gleich drei Mal in die Top Fünf und zeigte sogar ungewohnte Sprintqualitäten.

Ein weiterer Giro-Etappensieger im Astana-Kader ist Evgeni Petrov. Der 33-jährige Russe gewann vor zwei Jahren als Ausreißer die 11. Etappe nach Aquila über die Mammutdistanz von 262 Kilometern. Seine Qualitäten als Rundfahrer unterstrich er als Gesamtsiebter des Giro 2007. Seitdem konnte der Routinier dieses Ergebnis nicht mehr bestätigen. Beim Giro, den er zum 8. Mal bestreitet, wird Petrov in den Bergen für Kreuziger arbeiten müssen, ein zweiter Etappensieg ist unwahrscheinlich.

Mit vergleichsweise vielen Freiheiten wird Enrico Gasparotto ausgestattet sein. Der  Amstel Gold-Sieger kommt gut über die kleineren Berge und zählt zu den besseren Sprintern im Feld. So könnte Gasparotto sowohl aus einem dezimierten Feld heraus als auch über einen Auseißversuch zum Erfolg kommen. Der 30 Jahre alte Italiener, der 2008 für zwei Tage das Rosa Trikot trug, ist Astanas größte Hoffnung auf einen Etappensieg, es wäre bei seiner fünften Teilnahme  der erste.

Zweiter Italiener im Giro-Kader ist Simone Ponzi . Der Neuzugang von Liquigas-, der 2011 unter anderem mit Platz vier bei den Cyclassics in Hamburg seinen großen Durchbruch erlebte, bestreitet seine erste große Landesrundfahrt. Wie Gasparotto auch ist der 25-jährige Ponzi hügelfest und noch einen Tick schneller Vor allem in Zielsprints aus kleineren Gruppen heraus sollte man ihn im Auge behalten.

Komplettiert wird das Astana-Aufgebot durch den Belgier Kevin Seeldraeyers, den Esten Tanel Kangert sowie den Kasachen Andrei Zeits, allesamt gute Kletterer, die Kreuziger im Hochgebirge unterstützen sollen. Der 25-jährige Zeits bestritt bisher alle großen Landesrundfahrten einmal und machte mit Platz 15 bei der Dauphiné 2011 auf sich aufmerksam. der gleichaltrige Seeldraeyers, 2009 schon einmal auf Platz 13 der Giro-Gesamtwertung, kam zu Saisonbeginn von Quickstep. Bei seiner dritten Teilnahme holte er im Vorjahr als Ausreißer  einen dritten Etappenplatz. Der 24-jährige Kangert, Vierzehnter der Tour de Suisse 2008, bestreitet seine erste Italien-Rundfahrt.

Fazit: Kreuziger hat sich in der Vergangenheit als konstante Größe in den großen Rundfahrten erwiesen. So wird es auch beim 95. Giro d'Italia sein. Auch wenn ihm ein starkes Team in den Bergen zur Seite steht, wird es aber schwer werden, in Mailand ganz vorne zu landen. Größer als Kreuzigers Chancen auf das Podium sind die Aussichten für Gasparotto, einen Etappensieg einzufahren.

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