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05.05.2012 | (rsn) – Die Klassementfahrer hat Rabobank bewusst zu Hause gelassen. Robert Gesink, Bauke Mollema und Steven Krujswijk sollen bei der Tour de France möglichst frisch und in Topform sein. Beim Giro d`Italia sollen es in erster Linie die Sprinter richten. Auch der Hannoveraner Grischa Niermann ist mit von der Partie und wird wohl mehr Freiheiten erhalten als in den vergangenen Jahren bei der Tour de France.
Niermann (36) wird beim vierten Giro seinen jungen Teamkollegen vor allem mit seiner Erfahrung zur Seite stehen. Außerdem gilt es Ausreißer zurückzuholen und in der Sprintvorbereitung zu helfen. Der Allrounder wird aber wohl auch sein Glück in Ausreißergruppen versuchen können.
Doch letztlich ist es nicht Niermann, der die Ergebnisse einfahren soll, sondern der Niederländer Theo Bos (28). Der ehemalige Bahn-Spezialist bestreitet seinen ersten Giro d`Italia und soll vor allem auf den Flachetappen der ersten Woche einen Sieg einfahren. Bos ist zwar in guter Form – zuletzt gelangen ihm gleich zwei Etappensiege bei der Türkei-Rundfahrt. Dem von der Bahn kommenden Niederländer werden aber die vielen Steigungen des diesjährigen Giro Kopfzerbrechen bereiten. Gleiches gilt für den Australier Mark Renshaw, der ebenfalls eher schlecht als recht die Berge hoch kommt, aber sich mit einem Etappensieg bei der Türkei-Rundfahrt in guter Verfassung zeigte.
Der einstige Anfahrer von Mark Cavendish, vor der Saison als Sprintkapitän verpflichtet, soll beim Giro den Anfahrer für Bos geben. Das passt dem 29-Jährigen gar nicht in dem Kram, wie er in einem Blog auf cyclingnews.com mitteilte. Renshaw, der seinen vierten Giro bestreitet, sieht sich vielmehr als Sprinter Nummer 1 im Team.
Ohne jede Einschränkung in der Sprintvorbereitung wird der Australier Graeme Brown zu beobachten sein. Dabei kann der 33-Jährige im Gegensatz zu seinen Kapitänen bereits Podiumsplatzierungen beim Giro vorweisen – so wurde Brown vor zwei Jahren beim Abstecher in die Niederlande Zweiter. Ebenfalls Platz zwei belegte Brown, der seinen bereits siebten Giro in Angriff nimmt, auch vor zwölf Jahren, als die Italien-Rundfahrt in Münster Station machte.
Für die Berge sind der Spanier Juan Manuel Garate (36) und der junge Niederländer Tom Jelte Slagter (22) vorgesehen. Beide werden ihre Freiheiten bekommen und müssen nicht im Sprinterzug mitarbeiten. Garate, der bereits bei allen drei großen Landesrundfahrten Etappen gewann, landete beim Giro auch schon in der Gesamtwertung ganz weit vorne – 2002 schloss er die Rundfahrt auf Platz vier ab. Die Gesamtwertung ist beim in die Jahre gekommenen Spanier wohl kein Thema mehr. Ein letzter großer Ritt durchs Hochgebirge ist ihm bei seinem achten Giro aber dennoch zuzutrauen.
Bei Slagter hofft die Teamleitung insgeheim auf eine ähnliche Entwicklung, wie sie Krujswijk im letzten Jahr nahm. Der fuhr in seinem ersten Profijahr auf Rang 18 der Giro-Gesamtwertung, im Jahr darauf wurde er sogar Achter. Ein Platz unter den ersten 20 wäre für Slagter bei dessen zweitem Giro – im letzten Jahr hatte er schon auf der fünften Etappe aufgeben müssen – mehr als nur ein Achtungserfolg. In diesem Jahr konnte der Youngster sein Leistungsvermögen mit dem sechsten Platz bei der Tour of Oman andeuten. Den Grundstein dafür hatte er mit Rang sechs bei der Bergankunft am Green Mountain gelegt.
Komplettiert wird die Rabobank-Mannschaft durch die drei Niederländer Tom Leezer, Dennis van Winden und Stef Clement. Der 24-jährige van Winden bestreitet seine zweite Italien-Rundfahrt. Vor allem im Prolog ist ihm eine gute Platzierung zuzutrauen. Bei der Tour de Romandie belegte er im Auftaktzeitfahren einen respektablen sechsten Platz. Der 29-jährige Clement zeigte sich zuletzt bei der Tour de Romandie mit dem 16. Gesamtplatz in guter Verfassung. Der niederländische Zeitfahrmeister wird sich auf das abschließende Einzelzeitfahren in Mailand freuen. Zuvor wird sein Job vor allem darin bestehen, Ausreißer zurückzuholen. Der 26-Jährige Leezer schließlich hat seine Stärke in den Sprints und wird bei seinem Giro-Debüt ein wichtiger Bestandteil des Sprintzuges sein.
Fazit: Werden sich Bos und Renshaw über die Kapitänsrolle einig, so könnte Rabobank in der ersten Woche den angestrebten Giro-Etappensieg einfahren. In der Gesamtwertung wird dagegen nicht viel zu erwarten sein. Slagter ist noch zu jung, und Garate wohl schon über seinen Zenit hinaus, um im Hochgebirge einen Sieg herausfahren zu können. In Ausreißergruppen wird man Rabobank-Trikots nur selten erblicken - jedenfalls in der ersten Giro-Hälfte nicht, wenn Massensprints zu erwarten sind. Im weiteren Rennverlauf könnte zumindest Clement den Sprung in eine Fluchtgruppe schaffen und für einen Erfolg sorgen.
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