Riesentalent feiert ersten WolrdTour-Sieg

Gaviria: "Ich fahre nicht gegen Kittel!"

Foto zu dem Text "Gaviria:
Fernando Gaviria feiert auf der 3. Tirreno-Etappe seinen ersten WorldTour-Sieg. | Foto: Cor Vos

12.03.2016  |  (rsn) - Wenn der Gesamtführende  und der Etappensieger auf einem Zimmer liegen, haben sich die beiden sicher viel zu erzählen! Das klappt nicht ganz so bei den Etixx-Quick-Step-Profis Zdenek Stybar, der die Fernfahrt Tirreno-Adriatico anführt, und Fernando Gaviria, der die gestrige 3. Etappe gewann.

"Fernando spricht nicht sehr viel. Er kann nur Spanisch, das niemand von uns wirklich versteht. Aber er lässt sein Rad sprechen. Das ist der beste Weg, etwas zu zeigen", verriet Stybar augenzwinkernd. Dabei zählt Gaviria gar nicht nicht zu den schweigsamen Zeitgenossen. Bei der Sieger-Pressekonferenz etwa war der 21-jährige Kolumbianer sehr mitteilsam:

War es überraschend für Sie, Ihr erstes WorldTour-Rennen auch gleich zu gewinnen?
Fernando Gaviria: "Nein, ich habe sehr hart dafür gearbeitet und bin nun sehr glücklich, mein erstes WorldTour-Rennen gewonnen zu haben."

Können Sie etwas über den letzten Kilometer sagen. Es gab ein paar Rempeleien?
Gaviria: "Es war ein sehr harter letzter Kilometer. Alle Teams wollten einen Sprinter vorne haben. So kam es zu Rempeleien rechts und links. Aber ich hatte sehr gute Beine, deshalb habe ich gewonnen."

Sie sind letzte Woche bei der Bahn-WM in London gestartet und haben Ihren Titel im Omnium verteidigt. Wie schwer fiel ihnen der Wechsel auf die Straße?
Gaviria: "Nicht sehr! Mein Ziel war es nicht, die Bahn-WM zu gewinnen. Ich wollte in Form für die WorldTour kommen. Der Titel hat mich natürlich gefreut, aber mein Ziel ist die WorldTour."

Mark Cavendish hat mit dem Wechsel vom Madison zurück auf die Bahn auf die Straße scheinbar mehr Probleme...
Fernando Gaviria: "Bei ihm war es auch anders. Er arbeitete, um Weltmeister zu werden und verbrachte viel Zeit auf der Bahn. Ich habe nur vier Tage auf der Bahn trainiert. Deshalb habe ich keine Probleme."

Sie fahren in einem Team mit Marcel Kittel. Haben sie schon gemeinsam trainiert? Oder sind sie mal gegen ihn gefahren?
Fernando Gaviria: "Ja, letzten Dezember. Aber er ist zu stark. Es ist auch nicht wichtig für mich, ihn zu schlagen, denn er ist ja ein Teamkollege. Ich sehe die Mannschaft als Familie an. Ich will ihrt helfen."

Glauben Sie, dass Sie und Caleb Ewan die Sprinter der Zukunft sind?

Fernando Gaviria: "Ich habe keine Antwort auf diese Frage."

Wer sind die Sprinter der Zukunft?

Fernando Gaviria: "Ich weiß es nicht. Ich ziehe es vor, über die Gegenwart nachzudenken."

Kolumbien ist eigentlich die Heimat der Bergspezialisten. War es sehr schwer, dort ein Sprinter zu werden?
Fernando Gaviria: "Ja, die Rennen bei uns sind sehr schwer, man muss in sehr guter Kondition und dünner sein als ich."

Aber Ihr Zimmerkollege Zdenek Stybar sagt, Sie seien auch ein guter Kletterer!
Fernando Gaviria: "Ja, kurze Anstiege kann ich, aber keine langen. Es war eine Flachetappe bei der Tour of San Luis im letzten Jahr, die mir die Tür zu Etixx-Quick Step geöffnet und mein Leben verändert hat. Bei uns gibt es eben nicht nur gute Kletterer."

Ihr Landsmann Nairo Quintana will mit seinen Erfolgen auch für das Image Kolumbiens arbeiten. Sie auch?
Fernando Gaviria: "Nein, ich arbeite immer nur für mich. Aber ich trage die Flagge meines Landes. Deshalb richte ich auch die Blicke auf mein Land. So zeigen wir beide, dass es bei uns nicht nur Schlechtes gibt."

Können Sie etwas zu Ihren Eltern sagen und wo Sie herkommen?
Fernando Gaviria: "Ich komme aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Medellin. Meine Eltern haben mir früh beigebracht zu kämpfen. Das tue ich jetzt. Mein Vater ist ein Lehrer."

Was ist Ihr großer Traum: Paris-Roubaix oder Gold bei Olympia zu gewinnen?
Fernando Gaviria: "Mir wäre Paris-Roubaix wichtiger. Es ist ein hartes Rennen und es endet in einem Velodrom."

Mit welchen Zielen gehen sie in den Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo?
Fernando Gaviria: "Ich werde ihn fahren, aber ohne Ziel. Das Rennen ist sehr lang. Ich weiß nicht, wie das meine Beine verkraften. Ich fahre hin und werde mein Bestes geben."

 

Weiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößern

Mehr Informationen zu diesem Thema

16.03.2016Sagan sauer auf Van Avermaet, aber zufrieden mit Platz zwei

(rsn) – Auf dem Schlusspodium des 51. Tirreno-Adriatico wirkte Peter Sagan (Tinkoff) nicht wie der Gesamtzweite, sondern wie der erste Verlierer. Während Greg Van Avermaet (BMC) nach seinem Coup st

15.03.2016Van Avermaet hat im Sekunden-Krimi mit Sagan die Nase vorn

(rsn) – Peter Sagan (Tinkoff) kommt in dieser Saison einfach nicht an Greg Van Avermaet (BMV) vorbei. Nachdem er sich bereits beim Omloop Het Nieuwsblad und auf der gestrigen 6. Etappe des 51. Tirre

15.03.2016Van Avermaet feiert Gesamtsieg, Cancellara gewinnt Zeitfahren

(rsn) – Greg Van Avermaet (BMC) hat in einem Sekunden-Krimi die Gesamtwertung des 51. Tirreno-Adriatico für sich entschieden. Der 31 Jahre alte Belgier setzte sich nach sieben Etappen mit einer Sek

15.03.2016Tony Martin startet um 13.29 Uhr

(rsn) – Svein Tuft (Orica-GreenEdge) wird zum Abschluss des 51. Tirreno-Adriatico das zehn Kilometer lange Einzelzeitfahren in San Benedetto del Tronto eröffnen. Der Kanadier nimmt den brettebenen

15.03.2016Benedetti endlich für seinen Offensivgeist belohnt

(rsn) – Der Kampf um den Gesamtsieg beim 51. Tirreno-Adriatico wird erst im heutigen Einzelzeitfahren in San Benedetto del Tronto entschieden. Das Bergtrikot der Fernfahrt ist allerdings bereits ve

14.03.2016Etixx serviert Van Avermaet den Sieg auf dem Silber-Tablett

(rsn) - Bis 1.000 Meter vor dem Ziel in Cepagatti war alles gut für Etixx - Quick-Step. Doch als Michal Kwiatkowski (Sky) auf dem Schlusskilometer der 6. Etappe bei Tirreno-Adriatico das Tempo anzog

14.03.2016Tirreno: Gebrochene Speiche bringt van Garderen um Podiumschancen

(rsn) – Eine gebrochene Speiche hat Tejay van Garderen alle Chancen auf das Podium bei Tirreno-Adriatico gekostet. Der BMC-Kapitän wurde im Finale der 6. Etappe fünf Kilometer vor dem Ziel bei e

14.03.2016Van Avermaet ringt Sagan nieder und peilt Gesamtsieg an

(rsn) – Nach seinem zweiten Saisonerfolg hat Greg Van Avermaet (BMC) beste Karten im Kampf um den Gesamtsieg des 51. Tirreno-Adriatico. Der 30-jährige Belgier rang auf der 6. Etappe nach 210 Kilome

14.03.2016Van Avermaet schlägt Sagan und erobert das Blaue Trikot

(rsn) – Peter Sagan (Tinkoff) muss weiter auf seinen ersten Saisonsieg warten. Der Weltmeister aus der Slowakei musste sich am Montag auf der 6. Etappe des 51. Tirreno-Adriatico nach 210 Kilometern

14.03.2016Nimmt Nibali heute Rache auf der Windkante?

(rsn) – Vincenzo Nibali und sein Trainer Paolo Slongo haben mit heftiger Kritik auf die Entscheidung der Organisatoren reagiert, die gestrige Königsetappe von Tirreno-Adriatico wegen angekündigten

13.03.2016Kwiatkowski schlägt sich bei Tirreno-Adriatico ganz ordentlich

(rsn) – Wegen einer Erkältung musste Michal Kwiatkowski die diesjährige Austragung der Algarve-Rundfahrt kurzfristig absagen. Stattdessen startete der Straßenweltmeister von 2014 beim italienisch

13.03.2016Nach Absage der Königsetappe droht Nibali mit Giro-Boykott

(rsn) - Die Diskussion der Profis über das am 1. Januar 2016 verabschiedeten "Extreme Weather Protocol" der UCI wechselt wie das Wetter im April. So gehen Vincenzo Nibali und sein Team Astana gerade

Weitere Radsportnachrichten

04.04.2025Rettet Weltmeisterin Kopecky Belgiens heiligen Sonntag?

(rsn) – Die Bilder gingen vor einem Monat um die Welt: Ein neunjähriges Mädchen erklomm auf ihrem Rennrad vor dem Omloop Nieuwsblad die Mauer von Geraardsbergen, bejubelt von vielen tausend Zuscha

04.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

04.04.2025Auch Vuelta benennt die 23 teilnehmenden Teams

(rsn) – Nach der Tour de France und dem Giro d’Italia hat nun auch die dritte Grand Tour des Rennkalenders ihre Team-Selektion präsentiert. Bei der 80. Vuelta a Espana (23. August – 14. Septemb

04.04.2025Schrempf: Radprofi mit Bildungsauftrag vor zweiter Ronde

(rsn) – Vor fünf Jahren schnürte Carina Schrempf (Fenix – Deceuninck) noch ihre Laufschuhe. Erst eine Fußverletzung brachte sie dann dem Radsport näher - dass sie sich aber wenig später mit d

04.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

04.04.2025Nach Gelb auch Grün: Girmay gibt wie Pogacar Roubaix-Debüt

(rsn) – Neben Tadej Pogacar (UAE Team Emirates – XRG) wird auch Biniam Girmay (Intermarché – Wanty) am 13. April sein Debüt bei Paris-Roubaix sein Debüt bei Paris-Roubaix geben. Nachdem der S

04.04.2025Update für die Dura-Ace-Laufräder? Van der Poel als Testpilot

(rsn) - Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) ist beim E3 Saxo Classic nicht nur mit seinem souveränen Sieg, sondern auch mit seinem Material aufgefallen. Der Niederländer war dort mit einem u

04.04.2025Jagd auf das Lila Trikot: Rad-Bundesliga startet am Wochenende

(rsn) - Am Wochenende startet die Rad-Bundesliga 2025. Während für die Männer bereits am Samstag beim Großen Preis der südlichen Weinstraße in Schweigen der Startschuss fällt, kämpfen die Frau

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt der Frauen 2025

(rsn) – Seit Jahr und Tag ist Oudenaarde das Zentrum der Flandern-Rundfahrt der Frauen. Auch die 22. Ausgabe des Rennens startet hier, seit 2012 befindet sich hier zudem in der Minderbroedersstraat

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hellas (2.1, GRE)
  • La Route Adélie de Vitré (1.1, FRA)
  • Jamaica International Cycling (2.2, 000)