Kommentar zum Tour-Aus

Kittel zahlt den Preis

Von Pit Weber

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Marcel Kittel (Giant-Alpecin) | Foto: Cor Vos

28.06.2015  |  (rsn) - Marcel Kittel nur Zuschauer bei der 102. Tour de France! Fast alle der am kommenden Samstag am Start stehenden 22 Mannschaften hätten den achtmaligen Etappensieger der vergangenen beiden Jahre mit Kusshand mit nach Utrecht genommen.

Bei Giant-Alpecin zahlt Kittel den Preis dafür, dass er mit John Degenkolb einen zweiten Weltklassefahrer als Konkurrenten im Team hat. Genauso, wie Degenkolb in den letzten Jahren zurückstehen musste, weil Kittel größere Chancen auf Sprint-Etappen eingeräumt wurden.

In diesem Jahr ist Kittel wegen seiner überstandenen Virus-Erkrankung nicht auf Top-Niveau. Ob er Paris überhaupt erreicht hätte, kann niemand mit Sicherheit sagen. Aber Giant-Alpecin hätte ihm jeden Tag zwei Helfer zur Seite stellen müssen, um ihn schon in der ersten schweren Woche im Zeitlimit ins Ziel zu bringen.

Diese Helfer fehlen Degenkolb, wenn er im Kampf um das Grüne Trikot das Geschehen im Feld kontrollieren muss. Falls die Prognosen der Experten zutreffen, hat der Gewinner der Monumente von Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix gerade wegen der ersten Woche gute Chancen, die Giant-Alpecin auf keinen Fall gefährden will.

Schade für Marcel Kittel. Die Ausladung hat er nicht verdient! Bis zum Winter wird er es sich überlegen, ob er möglicherweise den Preis im nächsten Jahr wieder zahlen will, oder ob er nicht zu einem Team wechselt, das ganz auf ihn allein zugeschnitten ist!

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