Italiener setzen bei WM auf Generationswechsel

Nibali ist der Chef - Moser der Edeljoker

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Vincenzo Nibali (Liquigas-Cannondale) | Foto: ROTH

13.09.2012  |  (rsn) - Der Italiener Moreno Moser steht vor den aufregendsten Tagen seiner noch jungen Radsport-Karriere. Der 21-jährige vom Team Liquigas-Cannondale wird nicht nur für die Squadra Azzurra am WM-Straßenrennen in Limburg am Start stehen, sondern ist zugleich auch noch der jüngste Italiener, der seit 1979 für die Nationalmannschaft nominiert wurde. Damals startete Silvano Contini für Italien – übrigens auch der WM in Valkenburg in der niederländischen Provinz Limburg.

Dabei profitiert der Neffe von Francesco Moser auch von den verschärften Nominierungsrichtlinien der Italiener: Fahrer, die unter Dopingverdacht stehen, gegen die derzeit ermittelt wird, oder die in der Vergangenheit erwischt worden sind, spielen im Aufgebot von Nationaltrainer Paolo Bettini keine Rolle mehr. Die Altstars Ivan Basso (Liquigas-Cannondale), Danilo di Luca (Acqua & Sapone) oder auch Damiano Cunego und Michele Scarponi (beide Lampre-ISD) werden die WM am TV verfolgen. Der Schnitt ist gemacht.

Im letzten Jahr erzielten die Italiener ihr schlechtes WM-Resultat seit 1983. Dem Wunsch der Radsportnation, nunmehr auf den Nachwuchs zu setzen, folgte Bettini bedingungslos. Und so wird Vincenzo Nibali (Liquigas-Cannondale) die Kapitänsrolle übernehmen. Moser, der am 1. Mai das Rennen Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt und später noch zwei Etappen sowie die Gesamtwertung der Polen-Rundfahrt gewann, soll eine Jokerrolle einnehmen – wie übrigens auch der 23-jährige Diego Ulissi (Lampre-ISD).

„Wir haben ein gutes Team und auf dem Papier mehr Optionen als in der Vergangenheit“, sagte Bettini der Gazzetta dello Sport. „Wir haben Nibali als Leader und einige andere Karten, die wir spielen können. Und ich möchte eine dieser Karten sein“, schob Moser selbstbewusst nach. Ob er die 260-Kilometer-Distanz mit den zehn harten Runden über den Cauberg bereits in jungen Jahren in den Beinen hat, muss er noch beweisen. Aber bei den italienischen Titelkämpfen belegte er bei gleicher Distanz Platz drei hinter Franco Pellizotti (Androni-Giocattoli), ebenfalls einem wegen Dopings bereits gesperrten Altstar, und Di Luca.

Die Form des Edeljokers passt. Beim GP de Montréal belegte Moser am Sonntag Platz zwei. „Ich hatte erwartet, in Kanada stark zu sein. Nach dem schwachen Abschneiden beim GP de Québec hatte ich zunächst Zweifel, aber in Montréal wurde es von Kilometer zu Kilometer besser“, erklärte er. Und wenn das so weiter geht, werden die Konkurrenten in Limburg auch auf Moser ein Auge werfen müssen.

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