Elite-Damen jagen WM-Gold in Limburg

Wer schlägt die niederländische Gravel-Übermacht?

Von Christoph Niederkofler

Foto zu dem Text "Wer schlägt die niederländische Gravel-Übermacht?"
Marianne Vos peilt im niederländischen Limburg den nächsten WM-Coup an. | Foto: Cor Vos

10.10.2025  |  (rsn) – Am 11. und 12. Oktober finden in der niederländischen Provinz Limburg die Gravel-Weltmeisterschaften 2025 statt. Den Anfang machen die Damen, für die es am Samstag im Elite-Rennen um Gold geht. Lokalmatadorin Marianne Vos tritt als Titelverteidigerin an, zu ihren ärgsten Konkurrentinnen zählen unter anderem Lorena Wiebes (Niederlande) und Nicole Frain (Australien). Mit Rosa Klöser schielt jedoch auch eine Deutsche auf ein Top-Ergebnis.

Der Startschuss für die vierte Ausgabe der Gravel-Weltmeisterschaften fällt am Samstag um 11:00 Uhr. Dann geht es für das Feld über 131 Kilometer und 1190 Höhenmeter ans Eingemachte. Die Strecke begrenzt sich dabei auf einen etwa 50 Kilometer langen Kurs, der ungefähr zweieinhalb Mal zu absolvieren ist und durch die Gemeinden Beek, Beekdaelen, Voerendaal, Meerssen und Valkenburg führt, bevor es zum Ziel in Maastricht geht.

Vier Anstiege, die zwischen 500 und 1500 Meter lang sind und teils steile Passagen aufweisen, stellen die Teilnehmerinnen vor eine knackige Herausforderung. Der härteste Abschnitt erwartet die Fahrerinnen in der letzten Runde Richtung Maastricht am Bronsdalweg - über einen Kilometer lang mit einer durchschnittlichen Steigung von acht Prozent, größtenteils auf Schotter. Hier könnte die Entscheidung um Gold fallen.

Da es bei den Weltmeisterschaften derzeit keine wirkliche Begrenzung der Teilnehmerzahl pro Nation gibt, sind vor allem die Niederlande besonders gut für die WM-Mission gerüstet. Bereits im vergangenen Jahr beanspruchte Oranje neben dem Titel auch die Bronzemedaille (Wiebes) sowie vier weitere Plätze in den Top 10 für sich. Die Konkurrenz will aus den Fehlern der Vergangenheit aber gelernt haben.

"Ich muss wirklich vorsichtig und aufmerksam sein, was die Niederländerinnen und Belgierinnen machen", erklärte Rosa Klöser im Interview mit Cyclingnews. Befinde man sich in einem Pulk aus Fahrerinnen der beiden Länder, sei man laut der 29-jährigen Deutschen nämlich auf sich allein gestellt. "Wenn du da 30 Niederländerinnen im Feld hast, die sich zurückhalten und eine einzige von ihnen attackiert - und sie das Potenzial zum Sieg hat -, dann reagiert niemand. Genau das ist im vergangenen Jahr passiert. Also ja: Lass sie nicht davonkommen!"

Für Klöser reichte es damals nur zu Platz 21 – dieses Jahr fühlt sich die Gewinnerin der letztjährigen Ausgabe von Unbound Gravel 200 aber für die Weltmeisterschaft gewappnet. "Ich glaube, der Kurs liegt mir wirklich sehr, weil er gut zu meinen Stärken passt", führte sie aus. "Es gibt viele Anstiege, die sich summieren – sie wirken auf dem Papier vielleicht gar nicht so schwer, aber mit der Zeit läppert sich das richtig." Für einen Coup in Limburg benötige man viel Kraft und müsse jemand sein, "der den ganzen Tag Druck machen kann – und zugleich taktisch klug fährt."

Mit Romy Kasper, der WM-Fünften von 2024, und Jade Treffeisen, wollen zwei weitere deutsche Starterinnen, die sich in der Gravel-Welt einen Namen gemacht haben, möglichst weit vorne mitmischen. Die Entscheidung um Gold wird jedoch nicht ohne die niederländische Phalanx rund um die amtierende Weltmeisterin Vos, Wiebes und Pieterse und auch die World-Series-Punktbeste Frain über die Bühne gehen.

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