Vollering stürzt bei zweitschnellster Tour-Etappe

Favoritin Wiebes feiert überlegenen Sprintsieg in Angers

Von Jan Zesewitz

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Lorena Wiebes (SD Worx - Protime) bleibt die beste Sprinterin der Welt. | Foto: Cor Vos

28.07.2025  |  (rsn) – Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) hat die schnellste Etappe der Tour de France Femmes von La Gacilly nach Angers im Sprint gewonnen. Die Niederländerin war auch von Altmeisterin Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) nicht zu halten. Es sprintete nach 163,5 Kilometern nur eine kleine Gruppe um den Sieg. Gut drei Kilometer vor dem Ziel kam Elisa Balsamo (Lidl – Trek) zu Fall und das Feld riss auseinander. Am schwersten erwischte es Mitfavoritin Demi Vollering (FDJ – Suez). Die Niederländerin fuhr unter Schmerzen ins Ziel.

Für Wiebes war es bereits der 15. Sieg in dieser Saison. Vos wurde Zweite und übernahm damit wieder das Gelbe Trikot von Kimberley Le Court (AG Insurance – Soudal), die ebenfalls von dem Sturz aufgehalten wurde. Platz drei im Sprint gbelgte Ally Wollaston (FDJ – Suez) vor Megan Jastrab (Picnic – PostNL) und Liane Lippert (Movistar), die dem Sturz entkommen konnten. Mit 44,2 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit war dies die zweitschnellste Massenstart-Etappe in der Geschichte der Tour de France Femmes nach der 2. Etappe der letztjährigen Austragung zwischen Dordrecht und Rotterdam.

"Ich habe den Sturz nicht mitbekommen, ich war voll fokussiert auf den Sprint", sagte die Siegerin im Interview mit Eurosport. "Ich habe gehört, dass Demi (Vollering) auch betroffen war, ich hoffe, es geht ihr gut. Es war wirklich viel los im Finale und jetzt verstehe ich auch, warum. Ich kann Lotte (Kopecky) wirklich voll vertrauen und das macht uns auch so stark. Ich muss mich wirklich nur auf ihr Hinterrad konzentrieren und sie liefert mich zuverlässig ab. Ich konnte es kaum erwarten, den Sprint zu starten, denn wir haben ja 160 Kilometer darauf gewartet. Dann bin ich fast ein bisschen früh angegangen, aber im Ende ist es gut gegangen."

Aufgrund der 5-Kilometer-Regel hatte der Sturz keine Auswirkungen auf die Zeiten im Gesamtklassement. Vos übernahm Gelb aufgrund der Zeitbonifikationen, liegt jetzt sechs Sekunden vor Le Court und zwölf vor ihrer Teamkollegin Pauline Ferrand-Prevot. Die Titelverteidigerin Katarzyna Niewiadoma-Phinney (Canyon - SRAM – zondacrypto) liegt mit 16 Sekunden Rückstand auf Platz vier.

Wiebes übernahm mit ihrem Etappensieg das Grüne Trikot von Vos, die Europameisterin hat 130 Punkte auf dem Konto, Vos 112. Da es auf der flachen Strecke nur eine Bergwertung der vierten Kategorie gab, verteidigte Elise Chabbey (FDJ – Suez) das Bergtrikot.

So lief die 3. Etappe der Tour de France Femmes:

Ohne Mitfavoritin Elisa Longo Borghini (UAE Team – ADQ), die wegen einer Magen-Darm-Infektion aufgeben musste, machte sich das Feld auf die 163 Kilometer lange Strecke nach Angers. Nach gut 20 Kilometern setzten sich Alison Jackson (EF Education – Oatly), Sara Martín (Movistar), Clemence Latimier (Arkéa – B&B Hotels) und Catalina Soto (Laboral Kutxa) ab. Auf den folgenden Kilometern versuchten einige Verfolger aufzuschließen, darunter Franziska Brauße (Ceratizit), die aber allesamt wieder eingeholt wurden.

Die vier Ausreißerinnen fuhren einen Vorsprung von bis zu fünf Minuten auf das Peloton heraus, die einzige Bergwertung des Tages sicherte sich aus der Gruppe Jackson, die Paris-Roubaix-Siegerin von 2023.

Das Streckenprofil der 3. Etappe der Tour de France Femmes | Foto: Veranstalter

Angeführt von SD Worx – Protime holte das Feld auf den folgenden Kilometern Stück für Stück auf. Den Zwischensprint knapp 40 Kilometer vor dem Ziel sicherten sich noch die Ausreißer: Jackson holte sich die 25 Punkte für das Grüne Trikot, im Feld dahinter gewann Wiebes den Sprint um Platz fünf vor Vos und verkürzte ihren Abstand in der Punktewertung.

Weitere Teams beteiligten sich an der Nachführarbeit, sechs Kilometer vor dem Ziel war die Flucht des Quartetts beendet, alles bereitete sich auf den Sprint Royale vor. Gut drei Kilometer vor dem Ziel stürzte Balsamo , was das Feld auseinanderriss und auch Demi Vollering schmerzhaft zu Fall brachte. Die Topfavoritin fuhr ins Ziel, da der Sturz innerhalb der letzten fünf Kilometer kam, hat es zeitlich keine Auswirkungen auf die Niederländerin. Vorne war Wiebes im Sprint nicht zu schlagen.

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