--> -->

05.06.2024 | (rsn) – Von schwacher Form oder gesundheitlichen Problemen keine Spur: Zeitfahr-Weltmeister Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) hat den Kampf gegen die Uhr auf der 4. Etappe des Critérium du Dauphiné in souveräner Manier für sich entschieden. Der Belgier wies bei seiner Comeback-Rundfahrt nach dem schweren Sturz im Baskenland beim ersten Härtetest die versammelte Konkurrenz in die Schranken und feierte seinen 15. Sieg in einem Zeitfahren – bei insgesamt 55 Erfolgen als Profi “Ich bin sehr stolz und glücklich und alle um mich herum – Teammitglieder, Familie – können stolz auf den Support sein, den sie mir gegeben haben", sagte Evenepoel im Sieger-Interview.
Ärgster Konkurrent war Joshua Tarling (Ineos Grenadiers). Der 20 Jahre alte Waliser lag bis zur zweiten Zwischenzeit der insgesamt 34,4 Kilometer zwischen Saint-Germain-Laval und Neulise praktisch gleichauf mit Evenepoel. Doch im Ziel musste sich der Europameister dem Mann im Regenbogentrikot dann doch um 17 Sekunden geschlagen geben.
Dritter wurde Primoz Roglic (Bora – hansgrohe), der den Großteil seiner 39 Sekunden bereits auf den ersten zehn Kilometern verlor, die teilweise bergab führten, aber ohne technische Schwierigkeiten daherkamen. Die letzten zwei Drittel des Kurses waren wellig mit ansteigender Tendenz.
Bester deutscher Starter war Nils Politt (UEA Team Emirates), der mit 2:28 Minuten Rückstand Rang 22 belegte. Der Zeitfahrmeister büßte allerdings wertvolle Sekunden ein, als er sich in einer Kurve versteuerte. Allerdings konnte Politt den Fauxpas schnell korrigieren und sogar mit einem kurzen Grinsen quittieren.
Mit seinem deutlichen Sieg hat Evenepoel auch die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Dort rangiert er jetzt mit 33 Sekunden vor Roglic, der nochmal eine halbe Minute Vorsprung auf Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike / +1:04) aufweist, der Tagesvierter wurde. Dann folgt Derek Gee (Israel – Premier Tech / +1:11), der im Gelben Trikot als Letzter von der Startrampe rollte und, davon offensichtlich beflügelt, auf Rang sechs in der Tageswertung landete.
Tarling hingegen ging bereits als Vierter ins Rennen und war danach lange zum Warten verdammt. “Mir kam es langsam vor“, schilderte er gegenüber ITV in einem Interview, währen die Konkurrenz noch auf der Strecke war. “Das liegt an dem Asphalt, er hat ziemlich viel Grip. Es war schwierig, das Tempo zu steigern, vor allem in den Anstiegen. Aber ich denke, ich bin ganz gut gefahren“, so der erst 20 Jahre alte Ineos-Profi, der mit seiner Einschätzung Recht behalten sollte: “Ich bin dieses Jahr noch keine Zeitfahren auf dem Zeitfahrrad gefahren und werde vor den Olympischen Spielen auch nicht mehr viele bestreiten. Wir werden sehen, ob das Ergebnis für ganz vorne reicht, aber es ging eher darum, zu schauen, wie ich möglichst nahe an die Perfektion rankommen kann.“
Für Evenepoel war es das vierte Zeitfahren der Saison, jedoch das erste mit neuem Material. “Der neue Helm und das neue Bike von Specialized gaben mir einen extra Push und Power. Wir versuchen, das Material immer zu optimieren um Zeitfahren auf diesem Niveau zu gewinnen. Um Jungs auf sehr hohem Level wie Tarling, Ganna, Roglic zu schlagen, muss das Material Top sein. Da geht es nicht nur um gute Beine, sondern auch um die Details im Equipment“, sagte der 24-Jährige im Siegerinterview bei Eurosport und ließ damit durchklingen, dass auch für ihn dieses Zeitfahren nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu den Spielen war.
Mit Bezug auf das Rennen selbst erklärte Evenepoel: “Es war ein ziemlich langer Weg, rund drei Wochen fast ohne Rad, dann nur vier Wochen Training. Und nun auf diesem Niveau, das ist ein gutes Zeichen vor der Tour. Ich kann nur stolz und glücklich sein auf das, was ich geleistet habe. Jetzt nehme ich es Tag für Tag und dann schauen wir, wozu es reicht in diesem schönen Rennen.“
Jensen Plowright (Alpecin – Deceuninck) war der Erste, der bei viel Sonne, kaum Wind und Temperaturen von rund 25 Grad von der Startrampe rollte. Aber er war nicht der Erste, der das Ziel erreichte. Das war Tarling, der zuvor drei Fahrer, darunter auch Nico Denz (Bora – hansgrohe) überholt hatte. Sein Schnitt von knapp über 49 km/h bedeutete eine Zeit von 42:06 Minuten.
Lange Zeit kam keiner der Konkurrenten auch nur in die Nähe des Walisers. Schon an der ersten Zwischenzeit nach zehn Kilometern waren die Abstände deutlich - bis dann die Favoriten für die Gesamtwertung kamen, angeführt von Evenepoel. Zwei Sekunden Vorsprung hatte der Belgier dort auf Tarling. Dahinter lieferte Juan Ayuso (UAE Team Emirates) mit 17 Sekunden Rückstand das beste Ergebnis der Verfolgergruppe. Roglic war dagegen bereits 26 Sekunden zurück und damit auch etwas langsamer als sein Teamkollege Aleksandr Vlasov.
Doch die zweite Zwischenzeit nach 24,9 Kilometern bot ein anderes Bild. Dort hatte Tarling die Nase vorne – wenngleich nicht mal eine Sekunde vor Evenepoel. Die Lücke dahinter ging weiter auf. Allerdings hatte Roglic nun seinen Rhythmus gefunden. Mit 31 Sekunden Rückstand fuhr er dort durch die Messung – und war damit bereits Dritter.
Das Streckenprofil der 4. Etappe des Critérium du Dauphiné | Foto: Veranstalter
Dahinter führte das amerikanische Duo Neilson Powless (EF Education – EasyPost) und Jorgenson den Rest der zwischenzeitlichen Top 10 an, namentlich Vlasov, Oier Lazkano (Movistar), Gee, Bruno Armirail und Ayuso, die sich alle innerhalb von zehn Sekunden bewegten.
Im Ziel war die Reihenfolge dann wieder eine andere. Der schwierigste, weil welligste Abschnitt des Tages wirbelte nochmal so einiges durcheinander. So nahm Evenepoel seinem jungen Kontrahenten Tarling auf den letzten knapp zehn Kilometern nochmal 17 Sekunden ab. Roglic stabilisierte sich weiter und verteidigte Rang drei.
Powless und vor allem Vlasov hatten ihre Kräfte nicht gut eingeteilt. Der Russe rutschte noch aus den Top 10. Tao Geoghegan Hart (Lidl – Trek) hingegen verbesserte sich auf den zehnten Rang und gehörte damit zu den besten Fünf der Klassementfahrer.
Results powered by FirstCycling.com
15.06.2025Evenepoel fit für die Tour? “Im Vergleich zum Vorjahr bin ich weiter“(rsn) - Knapp drei Wochen vor dem Start der Tour de France am 5. Juli in Lille stellt sich die Frage, ob Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) wirklich zum Herausforderer von Tadej Pogacar (UAE –
18.06.2024Lidl - Trek: Tour-Doppelspitze durch Corona und Grippe lahmgelegt(rsn) – Knapp zwei Wochen vor dem Grand Départ in Florenz bereit die geplante Tour-Doppelspitze von Lidl – Trek dem Team Sorgen. Sowohl Tao Geoghegan Hart als auch Giulio Ciccone sind erkrankt un
10.06.2024Jorgenson bereut nach der Dauphiné nichts(rsn) - Nachdem es bei Paris-Nizza schon mit dem Gesamtsieg klappte, war Matteo Jorgenson (Visma – Lease A Bike) auch beim Critérium du Dauphiné knapp am Erfolg dran. Acht Sekunden fehlten nach de
10.06.2024Gesamtsieg für Roglic nur Sahnehäubchen auf wichtiger Woche(rsn) – Die Generalprobe ist geglückt: Bora – hansgrohe hat mit Kapitän Primoz Roglic das Critérium du Dauphiné (2.UWT) gewonnen und kann daher mit breiter Brust Ende Juni in die Toskana reise
09.06.2024Evenepoel: “Vielleicht habe ich mich etwas überschätzt“(rsn) - Die Spannung war im Finale der 8. und damit letzten Etappe des Critérium du Dauphiné kaum zu überbieten. Fünf Kilometer vor Schluss begann mit Primoz Roglic (Bora – hansgrohe) der aktuel
09.06.2024Jorgenson lässt Roglic zittern, Rodriguez holt Schlussetappe(rsn) – Primoz Roglic (Bora – hansgrohe) hat das 76. Critérium du Dauphiné (2.UWT) gewonnen, musste am letzten Tag aber mächtig zittern. Der 34-jährige Slowene wurde im Schlussanstieg der 8. E
08.06.2024Zu viele Kilo? Evenepoel steckt Dauphiné-Rückstand locker weg(rsn) – Zumindest in der Öffentlichkeit gibt sich Remco Evenepoel (Soudal – Quick Step) weiter gelassen. Auch, nachdem der Belgier auf der 7. Etappe der Dauphiné-Rundfahrt im Schlussanstieg nach
08.06.2024Roglic doubelt seinen Vortagessieg, Evenepoel fällt weit zurück(rsn) – Ähnliche Szenerie, andere Protagonisten. Nur der Hauptdarsteller war derselbe: Primoz Roglic hat auch die 7. Etappe des Criterium du Dauphiné (2.UWT) für sich entschieden. Der Kapitän vo
07.06.2024Erneut starker Gee: “Vielleicht habe ich zu viel gearbeitet...“(rsn) – Die erste der drei das Critérium du Dauphiné (2.UWT) abschließenden Bergankünfte hat das Gesamtklassement der achttägigen Rundfahrt im Südosten Frankreichs nochmal stark durchgeschütt
07.06.2024Geschlagen, aber cool geblieben: Evenepoel begrenzt Schaden(rsn) – Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) hat zwei Tage nach seinem überlegenen Sieg im Einzelzeitfahren bei der ersten von drei aufeinanderfolgenden Bergankünften zum Abschluss des Critéri
07.06.2024Bora-Doppelschlag! Roglic holt Etappensieg und Gelb(rsn) – Primoz Roglic (Bora – Hansgrohe) hat bei der schweren Bergankunft am Collet d´Avellard auf der 6. Etappe des Critérium du Dauphiné (2.UWT) bewiesen, in welch starker Form er sich befind
07.06.2024Geoghegan Hart flog mit 45 km/h gegen einen Strommast(rsn) – Ein Sturzopfer, dem man die Folgen des Massencrashs auf der 5. Etappe beim Critérium du Dauphiné (2.UWT) nicht auf den ersten Blick ansieht, ist Tao Geoghegan Hart (Lidl – Trek). Der Gir
12.01.2026Almeida: “Ziel ist es, den Giro zu gewinnen“ (rsn) – Joao Almeida nimmt im Jahr 2026 den Giro d’Italia als alleiniger Kapitän der UAE – Emirates – XRG-Mannschaft in Angriff. Im Interview mit der italienischen Tageszeitung Gazzetta dell
12.01.202610 Tage nach Fraktur am Fuß: Van Aert trainiert wieder (rsn) - Zehn Tage nach seinem Sturz beim Zilvermeercross, bei dem er sich den Knöchel verstauchte und auch eine kleine Fraktur am Fuß zugezogen hat, trainierte Wout van Aert (Visma - Lease a Bike)
12.01.2026Brrrrrrr! Abrahamsen trainiert bei -22,7 Grad (rsn) - Während Hitzetraining in der WorldTour in aller Munde ist, geht Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) einen Weg in die völlig an der Richtung. Er postete auf seinen Social-Media-Plattformen ein
12.01.2026Rozman weiter bei Ineos Grenadiers unter Vertrag (rsn) – David Rozman, seit mehr als einem Jahrzehnt Pfleger im Team Ineos Grenadiers und dessen Vorgängerversionen, steht weiter bei der britischen Equipe unter Vertrag. Auf der teameigenen Homepa
12.01.2026Mit Königstransfers zurück zu alter Stärke? (rsn) – Die größte Veränderung bei den Ineos Grenadiers zwischen den Saisons 2025 und 2026 geschah auf der Ebene des Managements: Geraint Thomas war 16 Jahre Rennfahrer im Team, gewann die Tour d
12.01.2026Medien: Vingegaard geht Giro-Tour-Double an (rsn) – Jonas Vingegaard soll 2026 das Double aus Giro d’Italia und Tour de France angehen. Dies berichtete das niederländische Portal Wielerflits mit Berufung aus Quellen innerhalb des Teams Vi
11.01.2026Del Grosso verteidigt Niederländischen Cross-Titel (rsn) – Tibor Del Grosso (Alpecin – Premier Tech) hat in Abwesenheit seines Teamkollegen Mathieu van der Poel seinen Niederländischen Titel in Huijbergen verteidigt. Der 22-Jährige war in einem
11.01.2026Alvarado bleibt 2026 ungeschlagen und holt das Trikot (rsn) – Sechs Jahre nach ihrem ersten Erfolg hat sich Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Premier Tech) das Trikot der Niederländischen Meisterin geholt. In Huijbergen profitierte sie von Stürze
11.01.2026“Warum nicht?“ Meisen auch im Ruhestand bester deutscher Crosser (rsn) - Marcel Meisen ist nach knapp einem Jahr für ein Rennen aus dem Ruhestand zurückgekehrt und hat in Bensheim seinen zehnten Deutschen Meistertitel im Cross eingefahren. In einem spannenden Tri
11.01.2026Krahl holt sich zweiten DM-Titel im Cross und beendet Saison (rsn) – Judith Krahl (Rose Racing Circle) hat sich zum zweiten Mal nach 2023 zur Deutschen Meisterin im Cyclocross gekürt. Im hessischen Bensheim setzte sich die 24-Jährige kurz nach dem Start ab
11.01.2026Im Stream: Deutsche Crossmeisterschaften in Bensheim (rsn) - Bei den Deutschen Crossmeisterschaften im südhessischen Bensheim werden am Sonntag die Elite-Rennen der Frauen und Männer im Livestream des Hessischen Rundfunks zu sehen sein sein – das de
11.01.2026Sein Team und Plapp machen Eddy zum Australischen Meister (rsn) – “Ich glaube es nicht! Als die Gruppe weg war, dachte ich, dass es vorbei war.“ Patrick Eddy (Brennan) wurde direkt nach seinem sensationellen Titelgewinn bei der Australischen Meistersch