RSNplusSieg im Sprint, Dritte im Keirin beim TCL-Auftakt

Pröpster mischt auf Mallorca die Weltspitze auf

Von Felix Mattis und Peter Maurer (Mallorca)

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Alessa-Catriona Pröpster bejubelt ihren Sieg im Sprint-Turnier in Palma de Mallorca. | Foto: SWPix / Track Champions League

21.10.2023  |  (rsn) – Alessa-Catriona Pröpster ist gleich am ersten Abend ihrer ersten Track-Champions-League-Saison ins Rampenlicht gefahren. Die 22-Jährige gewann auf Mallorca das Sprint-Turnier und wurde anschließend Dritte im Keirin. Damit übernahm Pröpster den ersten Platz in der Sprint League und reist am kommenden Samstag im hellblauen Führungstrikot zum Heim-Event nach Berlin.

Mit 35 Punkten hat sie drei Zähler Vorsprung auf Martha Bayona und fünf auf Keirin-Weltmeisterin Ellesse Andrews sowie elf auf Sprint-Weltmeisterin Emma Finucane und 14 auf Sprint-Olympiasiegerin Kelsey Mitchell.

"Ich weiß gerade ehrlich gesagt nicht, was passiert ist. Ich bin einfach mein Ding gefahren und das kam jetzt total unerwartet – wie bei der U23-EM“, sagte Pröpster radsport-news.com nach ihrem Erfolg im Sprint-Turnier zu Beginn des Abends, wo sie im Finale niemand geringeres als Sprint-Weltmeisterin Emma Finucane bezwang.

___STEADY_PAYWALL___ Als sie knapp zwei Stunden später in Hellblau gekleidet war, konnte sie schon besser erklären, wie sie das geschaffte hatte: "Ich habe mir keinen Stress gemacht und das war vielleicht auch die Geheimformel: Wenn man keine Erwartungen hat, kann man auch nicht verlieren. Man kann’s nur übertreffen, und ich glaube das ist mir gelungen“, so der deutsche Sprint-Youngster.

Die vier Spitzenreiter nach dem ersten TCL-Abend: Lavreysen, Hashimoto, Archibald und Pröpster (von links nach rechts). | Foto: SWPix / Track Champions League

Während Emma Hinze, Lea Friedrich und Pauline Grabosch ihre Teilnahme an der Track Champions League in diesem Jahr abgesagt haben, nutzt Pröpster ihre Chance, auf sich aufmerksam zu machen und konnte nach dem Auftakt-Abend zurecht stolz sein:

“Das hätte auch ein WM-Finale sein können“

"Man muss auch sehen, wer hier im Finale war. Das hätte auch ein WM-Finale sein können. Ich denke, man kann zufrieden sein“, sagte sie mit Blick auf den Keirin-Endlauf, in dem sie hinter Weltmeisterin Ellesse Andrews und Martha Bayona Dritte wurde.

Doch Pröpster malte nicht nur rosarot. Was ihre Fahrweise im Finale angeht, gab sie sich sogar selbstkritisch. "Taktisch war’s nicht wirklich gut, muss ich ehrlich gestehen. Ich habe auch schon genug Anschiss bekommen. Aber ich habe ich einfach nicht getraut, anderthalb Runden vor Schluss loszufahren“, sagte sie über die rennentscheidende Szene, als sie den Antritt von Weltmeisterin Andrews etwas verpasste.

Der Kampf um den Sieg im Keirin: Ellesse Andrews (links im Regenbogentrikot) tritt an, Alessa-Catriona Pröpster (Mitte) reagiert. | Foto: SWPix / Track Champions League

"Ich war überrascht, dass der Antritt so spät kam. Aber ich habe mich auch selbst nicht getraut, weil ich dachte: So kurze Zeit, so viele Läufe. Da dachte ich mir schon hinterm Derny, dass meine Beine nicht mehr so gut sind. Deshalb dachte ich, ich halte es nicht durch. Aber es wäre die beste Option gewesen, selbst etwas zu machen“, meinte sie rückblickend. "Im Endeffekt hat’s gereicht, aber ich denke für die nächsten Wochen kann man das noch etwas optimieren – früher losfahren und selber was machen.“

Auch in Berlin „Spaß haben am Radfahren“

Wer also glaubt, mit ihrem starken Auftakt auf Mallorca habe Pröpster ihren Durst nach Champions-League-Erfolgen bereits gestillt und sei nun zufrieden, der irrt. Die 22-Jährige hat am Auftakt-Abend Top-Form bewiesen und scheint heiß darauf zu sein, in den kommenden Wochen in Berlin sowie auf der Olympia-Bahn von Paris und schließlich in London noch mehr aus sich herauszuholen.

"Es ist etwas Besonderes nach Berlin zu fahren – jetzt im Führungstrikot, das ist perfekt“, sagte sie voller Vorfreude, versprach aber auch, ihre Lockerheit, die ihr auf Mallorca ja so geholfen zu haben scheint, beizubehalten: "Ich will dort Spaß haben am Radfahren“, so Pröpster.

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