RSNplusBei Lidl – Trek Neustart als Helferin

Down Under: Bauernfeind fährt für Corkscrew-QOM Spratt

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Down Under: Bauernfeind fährt für Corkscrew-QOM Spratt"
Ricarda Bauernfeind im neuen Trikot ihres neuen Teams. | Foto: Lidl - Trek

15.01.2026  |  (rsn) – Mit dem Start der Women's WorldTour-Saison 2026 am Samstag in Australien beginnt auch für Ricarda Bauernfeind eine neue Zeitrechnung. Die 25-Jährige aus Eichstätt will die beiden letzten Jahre vergessen machen, in denen zwei Knie-Operationen und deren Folgen sie zehn Monate lang außer Gefecht setzten und auch im Trainings- und Rennbetrieb danach noch sehr lange Nachwirkungen zu spüren waren.

Nun freut sich die Vuelta-Fünfte und Tour-Etappensiegerin von 2023, die in diesem Winter von Canyon – SRAM – zondacrypto, wo sie vor drei Jahren Profi geworden war, zu Lidl – Trek gewechselt ist, auf einen "Neustart", wie sie es gegenüber radsport-news.com ausdrückte.

"Ich hoffe einfach, Spaß zu haben, wieder Vertrauen zu gewinnen und mein erstes Rennen mit Lidl – Trek zu genießen. Ich freue mich wirklich auf den Neustart und will mein Bestes fürs Team geben – bin froh über meine Helferrolle", so Bauernfeind aus Adelaide, wo die Tour Down Under Women (2.WWT) von Samstag bis Montag ausgetragen wird, Danach steht am nächsten Mittwoch auch noch ein flaches Eintagesrennen an, bevor der Tross in der Woche darauf in Richtung Melbourne weiterreist für den Surf Coast Classic und das Cadel Evans Great Ocean Road Race. ___STEADY_PAYWALL___

Die Karriere prägender Moment: Ricarda Bauernfeind bei ihrem Tour-de-France-Etappensieg 2023 in Albi. | Foto: Cor Vos

Bauernfeind und ihre europäischen Teamkolleginnen sind seit Sonntagabend in Australien und die Deutsche ist guter Dinge. "Anfangs dachte ich, ich hätte das Jetlag gut besiegt, dann ist die zweite Nacht tatsächlich schlimmer geworden. Aber mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt", ezählte sie von der großen Zeitumstellung von neuneinhalb Stunden im Vergleich zu ihrer bayerischen Heimat.

Glücklicherweise schlug auch die Hitze nicht ganz so dramatisch zu wie in früheren Jahren. Denn zur Tour Down Under kann das Thermometer manchmal auch um die 45 Grad anzeigen, momentan bewegt es sich um die 30 herum. "Es ist nicht ganz so heiß. Aber am Berg merkt man es schon, wenn die Luft dann steht. Die Sonne ist eben auch ganz anders. Man bekommt viel schneller einen Sonnenbrand - auch ich", scherzte die Eichstätterin. "Am Wochenende soll es noch etwas wärmer werden, aber es sollte schon passen."

Gut eingelebt und glücklich mit der Helferrolle in Australien

Der Kontrast zur Kälte, die Anfang Januar in Deutschland herrschte, ist trotzdem groß. Allerdings setzte sich Bauernfeind der in den letzten Wochen ohnehin nicht zu viel aus. "Nach Weihnachten war ich daheim hauptsächlich auf der Rolle – aber ich mag ja das Rollefahren", erzählte sie. Und vor Weihnachten fand schließlich im spanischen Denia das erste Team-Trainingslager mit Lidl – Trek statt, wo sie sich "superwohl" gefühlt und "gut eingelebt" habe.

Neue Teamkolleginnen: Bauernfeind und das Frauenteam von Lidl – Trek beim Fotoshooting in Denia im Dezember. | Foto: Lidl - Trek

In Australien nun will Bauernfeind als Helferin auftreten. Das alles andere als leichte Terrain in den Adelaide Hills kommt zwar auch ihr selbst entgegen, doch die Kapitänsbinde trägt die Lokalmatadorin Amanda Spratt. Sie hat die Tour Down Under Women bereits drei Mal (2017 – 2019) gewonnen. Damit ist sie Rekordsiegerin, und in ihrem Abschiedsjahr – Spratt hat ihr Karriereende für nach 2026 bereits angekündigt – will sich die 38-jährige WM-Zweite von 2018 daheim nochmal von ihrer stärksten Seite zeigen.

"Sie ist, glaube ich, in einer sehr guten Form und konnte sich durch die 'Nationals' auch schon etwas einfahren für die nächsten Wochen", so Bauernfeind. "Wir haben ein gutes Team hier, sind alle gesund und sehr motiviert." Neben Spratt und der Deutschen startet Lidl – Trek am Samstag in Willunga mit der Australierin Lauretta Hanson, der Dänin Emma Norsgaard, der Niederländerin Loes Adegeest und der Italienerin Gaia Realini in die Saison.

Corkscrew Road statt Willunga Hill diesmal der Scharfrichter

Letztere könnte angesichts des Parcours' auch einspringen, wenn Spratt nicht ganz vorne mitmischen sollte. Denn für den Gesamtsieg 'down under' muss man gut mit steilen Rampen klarkommen, was das italienische Leichtgewicht natürlich tut. Nachdem die 1. Etappe in Willunga am Fuß des Willunga Hill – nicht oben! – endet und auch das Finale der 2. Etappe in Paracombe auf einen Bergaufsprint eines Feldes hindeutet, wird sich die erste WorldTour-Rundfahrt der Saison auf Etappe 3 in Campbelltown entscheiden. Dort führen die letzten sechs Kilometer bergab ins Ziel, nachdem zuvor die 2,3 Kilometer lange und im Schnitt 9,7 Prozent steile Corkscrew Road erklommen werden muss.

"Für mich persönlich ist es schon schade, dass der lange Berg (Willunga Hill, Anm. d. Red.) dieses Jahr fehlt, weil mir das eben mehr liegt, als der kurze Berg (Corkscrew Road, Anm. d. Red.), den wir uns heute angeschaut haben. Der ist schon sehr, sehr steil und dauert so acht, neun Minuten – vielleicht auch zehn für mich", meinte Bauernfeind. "Es ist nicht mein Lieblingsberg, aber ich glaube für Spratti ist er echt gut. Sie hat auch noch den KOM dort!"

Amanda Spratt kletterte am steilen Corkscrew-Anstieg 2023 allen davon. | Foto: Cor Vos

2023, als die Tour Down Under die Corkscrew Road zuletzt besuchte, ließ Spratt in der steilen Rampe mit ihren vier Serpentinen und bis zu 16 Prozent in der Spitze alle anderen stehen und schien ihren vierten Gesamtsieg einfahren zu können – bis sie am Ende der technischen Abfahrt sowie auf den letzten flachen Metern doch noch von Grace Brown eingeholt und schließlich im Sprint um Etappen- und Gesamtsieg geschlagen wurde.

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