Favoriten belebten Flachetappe an der Algarve

Eingeholt und doch gewonnen: Cort düpiert Sprinter

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Eingeholt und doch gewonnen: Cort düpiert Sprinter"
Zweiter Sieg in zwei Tagen: Magnus Cort (EF Edcation - EasyPost) schlug den Sprintern ein Schnippchen. | Foto: Cor Vos

17.02.2023  |  (rsn) – Mit einem Paukenschlag endete die 3. Etappe der Algarve-Rundfahrt (2.Pro) von Faro nach Tavira. Magnus Cort (EF Education – EasyPost) düpierte nach 203 Kilometern die Sprinter, obwohl er mit einer Favoritengruppe erst 350 Meter vor dem Ziel vom Feld eingeholt wurde. Sein Ausreißerkollege Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) wurde Zweiter vor Jordi Meeus (Bora – hansgrohe) und Paul Penhoët (Groupama – FDJ), die aus dem Feld heraus die beiden schnellsten Sprinter waren. Mit seinem zweiten Saisonerfolg und Etappensieg an der Algarve baute Cort seine Führung im Gesamtklassement aus.

Nach seinem Sieg am Vortag hatte der 30-Jährige sich seinen Freitag allerdings ganz anders vorgestellt. "Das habe ich überhaupt nicht erwartet. Eigentlich wollte ich nur so kräfteschonend wie möglich durch die Etappe kommen. Ich wollte mich nicht mal in den Sprint einmischen", erklärte er seinen ursprünglichen Tagesplan. Doch kurz vor dem Ende bot sich für den Dänen eine interessante Möglichkeit. "Quick-Step hat die Lücke zu den Ausreißern klein gehalten. Dann kamen wir zum Bonussprint und ich wollte sehen, ob ich ein paar Sekunden gewinnen kann. Also haben wir die Ausreißer davor eingeholt", schilderte er.

Cort gewann dann sechs Bonussekunden und unerwarteten Abstand zum Feld. "Es war ein schwerer Sprint auf Kopfsteinpflaster und plötzlich waren wir in einer kleinen Gruppe", erklärte der EF-Fahrer und fügte an: "Ich habe da gar nicht so drüber nachgedacht, aber die beiden Ineos-Jungs und Foss haben gleich 'Hep hep – let’s go!' gerufen. Ich habe dann gleich gern mitgemacht."

Ein Favoriten-Sextett setzte sich ab und bot dem jagenden Feld erbitterten Widerstand. "Es war eine tolle Gruppe für die letzten 25 Kilometer. Es war wie das perfekte Mannschaftszeitfahren“, befand Cort. Nichtsdestotrotz wurden die späten Ausreißer 350 Meter vor dem Ziel eingeholt. Doch Cort trat sofort an und hielt alle seine Gegner bis zur Ziellinie auf Abstand.

In der Gesamtwertung liegt Cort nun 18 Sekunden vor Rui Costa (Intermarché – Circus – Wanty), der ebenfalls zu den Ausreißern im Finale gehörte. Dritter ist Ilan van Wilder (Soudal – Quick-Step) mit 20 Sekunden Rückstand. Aleksandr Grigorev (Efapel) baute als Ausreißer des Tages seine Führung im Bergklassement aus. Cort ist mit seinen beiden Etappensiegen nun auch Erster in der Punktewertung.

So lief das Rennen:

Nach nur zwei Kilometern setzten sich der Spanier Guillermo Garcia (Rádio Popular - Paredes-Boavista), die Portugiesen Fabio Costa (Glassdrive Q8 Anicolor), Pedro Andrade (ABTF Betão – Feirense), Daniel Viegas (Aviludo - Louletano - Loulé Concelho), Goncalo Amado (Tavfer-Ovos Matinados-Mortágua) und der Russe Grigorev vom Feld ab.

Im Klassement spielte keiner des Sextetts eine Rolle, trotzdem ließen die Sprinterteams sie nicht weiter als gute drei Minuten enteilen. Nach 63 Kilometern holte sich Grigorev am Portela de la Corcha (3.Kat.) die vier Bergpunkte, danach änderte sich das Renngeschehen lange Zeit nicht mehr.

Viegas konnte dem Tempo seiner Kollegen 65 Kilometer vor dem Ziel nicht mehr folgen. Er fiel ins Feld zurück, wo sich Samuel Blanco (APHotels and Resorts – Tavira) daran versuchte, den auf 1:05 Minuten geschrumpften Rückstand zum Quintett zu überbrücken. Mit noch 50 zu fahrenden Kilometern setzte sich Fabio Costa in einer Passage mit mehreren kleinen Hügeln von seinen Begleitern ab. Er behauptete sich vor seinen Mitstreitern, wurde aber dann vom Peloton gestellt.

Zwischensprint stellt die Etappe auf den Kopf

Den Zwischensprint in Vila Real Santo António, an der spanisch-portugiesischen Grenze sicherte sich Cort. Damit gewann der Däne 25 Kilometer vor dem Ziel sechs Bonussekunden. Derer vier gingen an Rui Costa, zwei holte sich Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) als Dritter. Die drei gaben gleich weiter Gas und mit Ganna, Tobias Foss (Jumbo – Visma) und Valentin Madouas (Groupama – FDJ), die ebenfalls mitgesprintet waren, fuhren sie dem Feld bis zu 25 Sekunden davon.

Im Feld vereinten Soudal – Quick-Step und Bora – hansgrohe die Kräfte. Das führte dazu, dass der Rückstand auf 15 Sekunden schrumpfte und dann lange stabil blieb. Auf den letzten sechs Kilometern übernahm Pidcock keine Führungsarbeit mehr, doch im Feld schwanden den Helfern langsam die Kräfte. Da nun aber auch Alpecin – Deceuninck und UAE Team Emirates Fahrer abstellten, wurde der Abstand immer geringer. Unter dem Teufelslappen waren es noch vier Sekunden.

350 Meter vor dem Ziel wurde das Sextett in der letzten 90-Grad-Kurve eingeholt, doch direkt danach setzte Cort zum Sprint an. Foss konnte das Hinterrad des Dänen nicht halten. Der Mann in Gelb riss eine Lücke. Ganna setzte nach, die Sprinter im Feld ebenfalls, doch niemand konnte den Dänen noch erreichen. Hinter ihm wurde Ganna Zweiter vor Meeus.

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