Trotz Sturz das Bergtrikot der Tour erobert

Woods dachte schon, das Schicksal sei gegen ihn

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Woods dachte schon, das Schicksal sei gegen ihn"
Erster Kanadier im Bergtrikot der Tour: Michael Woods (Israel Start-Up Nation) | Foto: Cor Vos

10.07.2021  |  (rsn) – Mit acht Punkten Rückstand auf Bergkönig Nairo Quintana (Arkéa – Samsic) startete Michael Woods (Israel Start-Up Nation) in die 14. Etappe der Tour de France . Der Kanadier hatte sich ein großes Ziel gesetzt, nämlich das Weiße Trikot mit den roten Punkten zu erobern. Und auch wenn er auf dem Weg, dies als erster Kanadier zu schaffen, eine Schrecksekunde zu verkraften hatte, konnte Woods nach den 184 Kilometern von Carcassonne nach Quillan Vollzug melden.

In der Abfahrt hinunter von der Cote de Galinagues prallte der 34-Jährige in einer Linkskurve weg hart auf den Asphalt. "Ich wusste, dass die Abfahrt gefährlich war, deswegen bin ich auch ganz weit vorne gefahren, aber mein Vorderrad ist einfach weggerutscht", beschrieb er die kritische Situation. Zuvor hatte er noch den Sprint gegen Wout Poels (Bahrain – Victorious) um die zwei Zähler verloren.

Auch der Niederländer kämpfte um das Bergtrikot und fand sich wie Woods früh in der Gruppe der Ausreißer wieder. Die beiden waren mit Matteo Cattaneo (Deceuninck – Quick Step) an der zweiten Bergwertung des Tages dem Feld davongefahren. Oben sicherte sich Poels die Punkte vor Woods. Durch den Sprint musste sich ihr weiterer Begleiter Cattaneo in der Abfahrt wieder an das Duo herankämpfen.

Der Italiener ärgerte sich über das Duell um die Sonderwertung, da er sich für das Trio wohl bessere Chancen ausrechnete, ohne Zwischenkämpfe gegeneinander durchzukommen. Das Bild glich sich auch an der nächsten Bergwertung, diesmal holte Woods vor Poels die Punkte. Der Kanadier schloss mit diesen acht Punkten zu Quintana auf, der keine Zähler auf diesem Tagesabschnitt seinem Konto hinzufügen konnte.

Aber dafür wurde Poels immer mehr zum Kontrahenten, nachdem er Woods hinauf an der Cote de Galinagues noch absprintete und vor dem letzten Berg auf 51 zu 49 stellte. Vielleicht brachte auch das den Israel-Kapitän ein wenig aus der Fassung - schließlich hätte er im letzten Anstieg noch vom Niederländer verdrängt werden können.

Woods schreibt kanadische Tourgeschichte

Doch nach seinem Sturzmalheur setzte sich Woods wieder aufs Rad und jagte der Gruppe nach, die er wenige Kilometer später stellen konnte. Kurz darauf löste sich der spätere Etappensieger Bauke Mollema (Trek - Segafredo), was Woods wohl ein leichtes Lächeln auf das Gesicht zauberte. Zwar konnte er so nicht mehr um den Etappensieg mitreden, allerdings hatte er sein Trikot sicher, weil Poels keinen Abstand von mehr als einem Punkt im direkten Duell an der letzten Steigung mehr herstellen konnte.

Dort hinauf hatte Woods dann die besseren Beine. Er blieb mit Cattaneo an der Seite des Österreichers Patrick Konrad (Bora – hansgrohe) und des Kolumbianers Sergio Higuita (EF Education Nippo) und erreichte mit seinen Begleitern gut eine Minute hinter Mollema das Ziel. Für Woods ging es dann zur Siegerehrung, wo er als erster Fahrer seines Landes ein Bergtrikot der Tour überstreifen konnte.

Auch für sein Team war es ein besonderer Moment, denn noch nie hat die Israel Start-Up Nation bei der Tour ein Sonderwertungstrikot in ihren Reihen gehabt. Dies gelang der Mannschaft bisher nur beim Giro, als sich Rick Zabel im letzten Jahr auf der ersten Etappe das Bergtrikot im Einzelzeitfahren holte. "Das Gepunktete Trikot wird uns jetzt sicherlich Auftrieb geben. Das Ziel ist natürlich, das Trikot zu verteidigen. Aber ich werde auch weiter auf Etappenjagd gehen", kündigte Woods an.

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