Stimmen zur 8. Tour-Etappe

Madiot: “Konnten Pinots Zustand ein paar Tage verstecken“

Foto zu dem Text "Madiot: “Konnten Pinots Zustand ein paar Tage verstecken“"
Thibaut Pinot (Groupama - FDJ) bei der Tour de France | Foto: Cor Vos

05.09.2020  |  (rsn) - Wir sammeln für Sie nach jeder Etappe der 107. Tour de France die ersten Kommentare der Protagonisten, die Sie wenige Minuten nach dem Zieleinlauf hier nachlesen können.

Nans Peters (AG2R/ Etappensieger): "Es ist verrückt, es war schon verrückt letztes Jahr beim Giro, eine Etappe zu gewinnen. Aber das hier ist ein Traum. Ich habe mir gesagt, wieso soll ich es nicht heute in einer Gruppe probieren. Ich wusste, dass Zakarin besser am Berg ist. Aber ich habe gesehen, dass er wie eine Ziege runtergefahren ist vom ersten Berg. Ich konnte ihm am Berg die Stirn bieten. Ich habe mir gesagt, dass ich nach dem letzten Berg ins Flache kommen muss, denn vorher konnte immer noch was passieren. Ich hatte kein Radio bei mir und war nicht informiert über die Abstände. Mein Radio war defekt und ich habe es ins Auto zurückgegeben. Die Abstände habe ich nur von Auge geschätzt und mich an Zakarin orientiert."

Adam Yates (Mitchelton - Scott / Gelbes Trikot):"Ich bin ziemlich zufrieden, es war ein wirklich harter Tag. Wir haben die Ausreißergruppe weit davon ziehen lassen, da sie für die Gesamtwertung nicht gefährlich war. Als das Tempo im letzten Anstieg sehr hoch wurde, da habe ich etwas an Boden verloren, konnte mich aber wieder zurückkämpfen. Ich konnte am Ende bei den Besten dabeibleiben. Jeder war heute am Limit."

Tadej Pogacar (UAE Team Emirates / Neunter auf Etappe und im GC):"Jeder war am Limit. Wir haben wir uns einen Moment angesehen. Ich sah eine Gelegenheit zum Angriff und gab auf den letzten fünf Kilometern alles bis zum Gipfel. Ich konnte nicht noch mehr rausholen, aber zum Glück hatte ich im Ziel immer noch einen Vorsprung von 40 Sekunden. Es war ein guter Tag für mich. Morgen wird es wieder hart, aber wir schauen von Tag für Tag."

Thibaut Pinot (Groupama - FDJ / 25 Minuten verloren):"Ich hatte richtig starke Rückenschmerzen, ich konnte kaum mehr treten. Es war ein schwerer Tag. Ich möchte mich bei meinen Teamkollegen entschuldigen. Mein Team hat jetzt schon einige Niederlagen verdauen müssen. Vielleicht ist das ein Wendepunkt in meiner Karriere, es sind zu viele Niederlagen für mich. Ob ich nochmal zur Tour komme, dazu kann ich nichts sagen. Ich bin noch zu emotional im Moment. Man sagt, dass Fahrradfahren Spaß sein soll, dass es darum geht, Rennen zu gewinnen. Momentan ist das nicht so. Das Team verdient es, dass wir noch Erfolge haben. Die Tour geht weiter, ich hoffe wir gewinnen noch eine Etappe."

Marc Madiot (Teamchef Groupama - FDJ / über den abgehängten Kapitän Thibaut Pinot): "Wir haben es geschafft, den physischen Zustand von Pinot ein paar Tage zu verstecken. Aber an einem Tag wie heute reicht das nicht. Wir werden jetzt versuchen Etappen zu gewinnen. Wir haben unseren Stolz und wollen eine gute Tour zeigen. Schon die letzten Tage hatte er Probleme mit dem Rücken. Sie haben gesehen, wie er sich den Rücken dehnt. Wir schauen uns heute Abend seinen Zustand an."

Emanuel Buchmann (Bora - hansgrohe / Rang 25):"Heute lief es nicht so gut bei mir. Als es richtig abging am letzten Berg, habe ich mich nicht gut gefühlt und musste reißen lassen. Dann bin ich mein Tempo gefahren und habe versucht, möglichst wenig Zeit zu verlieren. Das ist natürlich nicht das, was ich wollte, oder wie ich gerne fahren würde. Aber es geht wohl noch nicht besser nach dem Sturz. Es besteht immer die Hoffnung, dass es besser wird. Aber heute war nicht mehr drin. Das Team hat heute eigentlich einen guten Job gemacht. Gut, am Ende war fast jeder alleine. Und da hat es einfach bei mir gefehlt. Es sind noch zwei Wochen, viele Bergetappen. Und viel Zeit habe ich ja auch nicht verloren. Es besteht die Hoffnung, dass es noch besser wird. Also weiterkämpfen"

Enrico Poitschke (Sportdirektor Bora - hansgrohe/ über Emanuel Buchmann):"Es war die erwartet schwere Etappe, vor allem die beiden letzten Anstiege. Das Tempo von Jumbo- Visma war sehr hoch. Am HC-Anstieg waren wir mit Emu noch dabei, am nächsten Anstieg konnte er dann nicht mehr folgen. Es war aber kein Einbruch. Wir haben heute Zeit verloren, aber nicht so viel. Wir hoffen, dass es die nächsten Tage besser läuft und dass wieder bei 100 Prozent ist. Noch ist nichts verloren. Es war ein guter Job vom ganzen Team."

Romain Bardet (AG2R / Zehnter und gestürzt):"Ein großer Tag für das Team mit dem Sieg von Nans Peters. Großartig. Insgesamt toll für den französischen Radsport. Ich persönlich blicke mit gemischten Gefühlen auf die Etappe zurück. Mein Knie wird heute Abend definitiv schmerzen. Ich werde jetzt sicher schnell versorgt werden, denn ich habe schon etwas Angst, dass ich mich beim Sturz verletzt habe. Es war ein heftiger Aufprall, aber ich hoffe, dass es nicht zu schlimme ist."

Tony Martin (Jumbo – Visma): “Wir hatten ein bisschen gehofft, dass wir noch um den Etappensieg mitfahren könnten. Das ist nicht ganz aufgegangen. Ich habe aber auch nicht mitgekriegt, was im Finale passiert ist. Dass eine Gruppe, wo der beste schon 16 Minuten Rückstand hat, fahren gelassen wird, ist zu erwarten. Aber dass sie (Mitchelton – Scott, d. Red) den Abstand auf über 13, 14 Minuten anwachsen lassen, damit hatten wir absolut nicht gerechnet.“

Sören Kragh Andersen (Sunweb / Achter): "Ich war wirklich glücklich, dass ich in der Ausreißergruppe war. Ich hatte es die Tage davor schon probiert. Jetzt konnte ich bis ans Limit gehen. Mit dem Ergebnis bin ich etwas enttäuscht, aber es ist wie es ist. Ich ging in die Spitzengruppe, um zu gewinnen. Aber ich war nicht gut genug. Es war aber keine Zeitverschwendung. Man lernt ja auch dazu, wenn man verliert."

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