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20.09.2019 | (rsn) - Nachdem am Mittwoch durch einen Artikel der Salzburger Nachrichten (radsport-news.com berichtete) publik wurde, dass die Staatsanwaltschaft in Innsbruck wegen gewerbsmäßigen Betrugs Anklage gegen den Österreicher Georg Preidler erhoben hat, könnten nun auch dessen ehemaliger Arbeitgeber, das Team Sunweb, gegen den seit dem Frühjahr durch die UCI suspendierten Ex-Profi vorgehen. Das hat das in der Niederlande beheimatete WorldTour-Team mit deutscher Lizenz gegenüber AD.nl erklärt.
Ausschlaggebend ist, dass Staatsanwalt Thomas Willam gegenüber der SN erklärte, Preidler werde vorgeworfen, "beginnend mit dem Giro d'Italia im Frühjahr 2017 bis zu seinem Dopinggeständnis regelmäßig Blutdoping praktiziert und auch Wachstumshormone genommen zu haben". Im Jahr 2017 fuhr der Österreicher für Sunweb und war einer der wichtigsten Helfer von Tom Dumoulin bei dessen Giro-Gesamtsieg in jenem Mai.
"Dieses Vergehen würde zu 100 Prozent unseren Abmachungen mit unseren Fahrern entgegenstehen", so das Team in seinem Statement. "Deshalb werden wir auch sein letztes Team, Groupama - FDJ, kontaktieren, um herauszufinden, wie wir in dieser Sache zusammenarbeiten können. Wir sehen auch sie als Opfer in dieser Situation." Preidler bekam für 2018 bei Sunweb keinen Vertrag mehr. Das habe aber nichts mit Werten in seinem Blutpass zu tun gehabt, bekräftigte der Rennstall nun.
Der Österreicher wurde im Zuge der Operation Aderlass als einer der Kunden des Erfurter Arztes Mark Schmidt und dessen Netzwerks entlarvt, erstattete Selbstanzeige und gestand zunächst, ihm am Jahresende 2018 Blut abgegeben zu haben. Dass er es auch in seinen Körper zurückgeführt habe, bestritt er jedoch. Die Ermittler sollen im Juni festgestellt haben, dass er dies aber sehr wohl auch getan habe.
Da Preidler nun also doch schon bei Sunweb gedopt haben soll, steht der deutsche WorldTour-Rennstall unter Zugzwang. Der Fall des Österreichers wirft ein schlechtes Licht auf die Glaubwürdigkeit des Teams Sunweb, sowie auch des Teams Groupama - FDJ. Gingen beide Teams nicht gegen ihn vor, kämen sie im Anti-Doping-Kampf als inkonsequent ins Gerede.
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