Kritik am Froome-Freispruch durch die UCI

Anti-Dopingexperte Parisotto: “Es fehlen die Begründungen“

Foto zu dem Text "Anti-Dopingexperte Parisotto: “Es fehlen die Begründungen“"
Chris Froome (Sky, links) und Tour-Direktor Christian Prudhomme (rechts) vor der 7. Etappe der Tour de France 2017. | Foto: Cor Vos

03.07.2018  |  Berlin (dpa) - Anti-Doping-Experten kritisieren den Freispruch für den viermaligen Tour-de-France-Sieger Chris Froome und fordern vom Radsport-Weltverband UCI sowie von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA mehr Transparenz.

"Es sieht wie ein abgekartetes Spiel aus: Die Tour droht - die UCI liefert mit Hilfe der WADA", sagte der Pharmakologe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Froome hatte am Montag für die kommenden Samstag beginnende 105. Frankreich-Rundfahrt auf Empfehlung der WADA Grünes Licht von der UCI erhalten. Sein überhöhter Wert des Asthmamittels Salbutamol bei der Vuelta 2017 wurde nicht als Doping gewertet, das Verfahren wurde eingestellt.

Das tags zuvor ausgesprochene Startverbot durch den Tour-Veranstalter ASO erwies sich als leere Drohung, die nicht einmal 24 Stunden Bestand hatte. "Der Radsport ist zurück in den nuller Jahren. Die gesamte PR-Arbeit nach der Armstrong-Affäre: für die Katz!", erklärte Sörgel.

Sein australischer Kollege Robin Parisotto, der an der Entwicklung der Gesundheitspässe der Radprofis mitgewirkt hatte, sagte der Internetplattform cyclingnews: "Es ist schwer zu verstehen, dass ein so hohes Niveau von Salbutamol nicht als Manipulation gewertet wird. Es fehlen die Begründungen."

Dem Titelverteidiger könnten in Frankreich harte Wochen bevorstehen. "Bleibt abzuwarten, wie Froome von den Zuschauern aufgenommen wird. Man kann ernsthaft daran zweifeln, dass die Einstellung des Verfahrens genügt, die Zweifel zu beruhigen, die einige Fans ihm gegenüber hegen", schrieb die L'Équipe.

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Tour de France (2.UWT, FRA)
  • Radrennen Männer

  • Tour of Qinghai Lake (2.HC, CHN)