Tour-Titelverteidiger äußert Verständnis für Kritiker

WADA: Kein Prominenten-Bonus für Froome

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Chris Froome (Sky, links) und Tour-Direktor Christian Prudhomme (rechts) vor der 7. Etappe der Tour de France 2017. | Foto: Cor Vos

04.07.2018  |  Paris (dpa) - Der am Montag vom Dopingvorwurf freigesprochene Chris Froome (Sky) hat Verständnis für seine Kritiker geäußert. "Der Radsport hat eine schwierige Geschichte, und ein mehrmaliger Toursieger muss mit Misstrauen rechnen und sich den Fragen stellen“, sagte der Brite im Gespräch mit der Times, betonte jedoch: "Ich hätte nichts als einen kompletten Freispruch akzeptiert.“

Die weiter anhaltende Kritik am Entscheidungsfindungsprozess, dessen Details - auch durch Froome selber - erst nach und nach an die Öffentlichkeit gelangen, sorgte dafür, dass beispielsweise auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die der UCI einen Freispruch empfahl, sich zu weiteren Erklärungen veranlasst sah: "Das war nicht das erste Mal, dass wir eine zu hohe Salbutamol-Konzentration überprüft haben. Das Außergewöhnliche an diesem Fall war, dass Froome ein sehr bekannter Sportler ist und sein Fall durch Indiskretion in die Presse gelangte“, erklärte WADA-Wissenschafts-Direktor Oliver Rabin gegenüber cyclingnews. Den Verdacht, dass der sechsmalige GrandTour-Gewinner von einem Prominenten-Bonus prfitiert hätte, wies er aber zurück: "Wir verhalten uns in solchen Situationen immer gleich, jetzt und in Zukunft."

Mit dem nur wenige Tage vor dem Tour-Start - und 24 Stunden nach dem angekündigten Startverbot von Seiten der ASO - erfolgten Freispruch erhält der 33-jährige Froome Grünes Licht, um weitere historische Rekorde zu brechen. In Frankreich kann er nun den vierten GrandTour-Sieg in Serie einfahren und damit die Marken von Eddy Merckx (1972/73) und Bernard Hinault (1982/83) übertreffen. Zugleich würde Froome mit einem fünften Gelben Trikot zu Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufschließen. Und mit dem Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt wäre er der erste Fahrer seit Marco Pantani vor genau 20 Jahren, dem das Giro-Tour-Double gelingen würde.

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