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28.11.2025 | (rsn) - Neues Jahr, neues Team – das war in der Vergangenheit bei Miguel Heidemann nur allzu oft der Fall. Ungewollt, freilich. Und so auch im letzten Winter. Erst im Februar war er bei Rembe – rad-net untergekommen. “Es war der Klassiker: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein altes Team (Felt – Felbermayr) Pleite geht“, erinnerte sich der 27-Jährige nun gegenüber RSN.
Mittlerweile kann Heidemann drüber lachen. “Ich habe das nicht kommen sehen, obwohl mir das schon mehr als einmal passiert ist. Weil wir schon eine Verlängerung vereinbart hatten, habe ich mich entsprechend um nichts anderes bemüht", fügte er an.
Und so dauerte es dann eine Weile, bis der gebürtige Trierer ein neues sportliches Zuhause fand, mit dem er nun sehr zufrieden ist. “Ich bin sehr dankbar, dass ich bei Rembe so spät noch aufgenommen wurde. Es war nicht einfach, noch etwas zu finden, von dem man leben kann.“ Ebenfalls nicht ganz einfach: “Bis Februar zu trainieren, ohne zu wissen, wofür man das macht. Oder ob es vielleicht nicht doch umsonst ist.“ ___STEADY_PAYWALL___
Dafür, das lässt sich im Rückblick sagen, lief der Saisonstart überaus gut. Gleich sein erstes Rennen im neuen Trikot konnte Heidemann für sich entscheiden. Un Hivern a Mallorca zählt allerdings nur zum spanischen Rennkalender, weshalb der 27-Jährige seinem ersten UCI-Sieg, einem erklärten Ziel, weiter hinterherläuft.
Den verpasste im März nur um fünf Sekunden, als er beim Auftaktzeitfahren der Olympia`s Tour (2.2) Zweiter wurde. Dasselbe Ergebnis fuhr Heidemann auch bei den Deutschen Meisterschaften im Kampf gegen die Uhr ein – mal wieder. Im Zweijahres-Rhythmus und nun schon zum dritten Mal nach 2023 und 2021 musste er sich mit Silber zufriedengeben. “Klar bin ich froh, dass ich auf dem Podium war, aber ich würde auch gerne mal ganz oben stehen“, sagte er mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Maximilian Schachmann war es in diesem Jahr – zuvor Nils Politt und Tony Martin – der Heidemann bei dessen “Fokus-Rennen“ bezwingen konnte. Bei den nationalen Titelkämpfen noch Rivalen, sollten beide dann zu Heidemanns nächstem Saisonhöhepunkt an einem Strang ziehen. Zu den Weltmeisterschaften in Ruanda im September war Deutschland angetreten, um in der Mixed-Staffel um Heidemann und Schachmann mindestens eine Medaille zu holen. Auch durch den kurzfristigen Ausfall des gebürtigen Berliners scheiterte dieses Unterfangen jedoch.
Gemeinsam mit Louis Leidert und Jonas Rutsch kämpfte Migeul Heidemann (v.l.) vergeblich um eine Medaille bei in der Mixed-Staffel bei der WM in Ruanda. | Foto: Cor Vos
“Ich bin froh, dass ich es geschafft hatte, nominiert zu werden“, so Heidemann über seine Teilnahme an der Afrika-WM. “Aber eine Rechnung habe ich jetzt mit dem Team-Relay immer noch offen, weil ich immer noch nicht Weltmeister bin.“ Immer wieder verweist der in Darmstadt lebende Heidemann darauf, dass ihm in dieser Disziplin lediglich noch WM-Gold fehlt, um seinen Medaillensatz zu komplettieren. Dennoch sei der Ruanda-Trip eines seiner besten Erlebnisse der Saison gewesen.
Ebenfalls weit vorne: die Tour of Japan (2.2) im Mai. Gemessen an Resultaten war Japan wie die WM zwar nicht unbedingt ein Höhepunkt, Heidemann schwamm mit und beendete die Gesamtwertung auf Rang 17, was sogar sein bestes Rundfahrtergebnis der Saison ist. Doch davon ab “bin nachhaltig beeindruckt zurückgekommen. Es war ein gutes Rennen, wir waren jeden Tag in einer anderen Stadt. Es ist schön, wenn man im Radsport auch ein bisschen Kultur mitnehmen kann. Ich wollte schon immer mal nach Japan.“
Als besonders vorzeigbares Ergebnis werte Heidemann dagegen seinen achten Platz vom Flèche Ardenaise (1.2), ebenfalls aus dem Mai. “Eigentlich war das Rennen mit 3500 Höhenmetern nichts für meinen Fahrertyp, ich bin eigentlich zu schwer für die Berge“, so der Zeitfahrspezialist. “Aber es hat geschneit, geregnet und gewittert. Und bei harten Bedingungen kann ich auch halbwegs mit den Bergfahrern mithalten. Das heißt aber noch lange nicht, dass es mir Spaß macht, bei zwei Grad und Regen aus dem Bus zu steigen“, insistierte er mit einem Augenzwinkern.
Kein Happy End für Miguel Heidemann bei der Deutschland Tour. Das Bergtrikot verlor er an der letzten Bergwertung der Rundfahrt. | Foto: Cor Vos
Mehr erhofft hätte sich Heidemann hingegen von der Deutschland Tour. Nachdem er über eine Ausreißergruppe auf der 1. Etappe ins Bergtrikot gefahren war, sollte es auch bis zum Ende der Rundfahrt auf seinen Schultern bleiben. Als er in Magdeburg über den finalen Zielstrich rollte, trug er es auch noch – aber da war es nicht mehr seins. Denn die letzte Bergwertung der Rundfahrt war eine zu viel. Bei der Siegerehrung jubelte der Niederländer Enzo Leijnse (Picnic - PostNL). “Ich hätte es gerne mitgenommen“, so Heidemann.
Ebenso wie ein besseres Resultat im Europameisterschafts-Einzelzeitfahren. Bei 30 Starten wurde er 21. – nicht das, was sich Heidemann erhofft hatte. “Ich wollte besser sein als das, was ich gezeigt habe. Aber das hat seine Gründe. Ziel ist es, dass ich mich weiter verbessere, aus gemachten Fehlern lerne und sie hoffentlich nicht wiederhole.“
Mit dem Chrono des Nations (1.1), dem traditionell gut besetzten Zeitfahrwettbewerb zum Saisonende, machte Heidemann, der den Wettkampf als 16. beendete, einen Strich unter knapp 60 Renntage. Das Fazit: “Absolut positiv. Wenn ich aufs letzte Jahr (2024) schaue, hatte ich vielleicht 100 UCI-Punkte mehr und ein bisschen bessere Ergebnisse. Aber auch einen gebrochenen Ellbogen. Wenn eine Saison aber so geschmeidig durchläuft wie diese (2025), dann macht das deutlich mehr Spaß.“
Im EM-Einzelzeitfahren konnte Miguel Heidemann seine beste Leistung nicht abrufen. | Foto: Cor Vos
Von größeren Verletzungen oder Stürzen blieb Heidemann in seiner ersten Saison bei Rembe – rad-net verschont, zwei Covid-Infektionen, die aber schnell überstanden waren, blieben die einzigen gesundheitlichen Probleme. Ob es ein weiteres Jahr im Rennstall aus dem Sauerland für ihn gibt oder ob sich der ständige Teamwechsel fortsetzen wird, musste noch ungesagt bleiben. Lediglich eine Hängepartie wie im vergangenen Winter konnte er ausschließen.
Fehlen bei den Plänen für seine sportliche Zukunft noch die letzten Details, um spruchreif zu werden, will Heidemann dagegen den finalen Meilenstein für ein anderes Langzeitprojekt setzen. Sein Masterstudium im Wirtschaftsingenieurswesen mit Fachrichtung Maschinenbau hat er im Grunde schon seit einer Weile beendet. Was noch fehlt, ist die Abschlussarbeit. “Ich hatte während der EM mit Max (Walscheid) gesprochen. Er hatte gesagt, dass er im Studium (Medizin) jetzt nochmal Gas geben will. Und da sagte ich: Genau, das will ich auch.“
Das Thema seiner Abschlussarbeit: noch geheimer als das neue Team. “Es gibt eine Sperrklausel. Da ich im industriellen Kontext tätig bin, darf die Arbeit nicht veröffentlicht werden. Es geht da um etwas, das es logischerweise noch nicht gibt und auf das ein Patent angemeldet werden soll.“
Was hingegen kein Geheimnis ist. “Nach der Arbeit soll der Fokus dann voll auf dem Sport liegen. Zumindest wäre das die Hoffnung“, sagte Heidemann.
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