-->
10.08.2023 | (rsn) – Als Tobias Foss im vergangenen Jahr in Wollongong Weltmeister im Zeitfahren der Männer wurde, kam das mehr oder weniger aus heiterem Himmel. Eher mehr. Doch noch größer wäre die Überraschung nun, wenn der Norweger seinen Titel verteidigen könnte. Weder vor noch nach seinem Coup konnte der 26-Jährige bei internationalen Rennen einen Sieg einfahren.
“Schade, dass ich nie im Regenbogentrikot gewonnen habe“, sagte Foss dem niederländischen Radsportportal Wielerflits nach dem Zeitfahren der Polen-Rundfahrt vor einer Woche, das einige Profis als Generalprobe für die WM nutzen. Neunter wurde er dort, wohlwissend, dass es wahrscheinlich die letzte Mal war, das Regenbogentrikot auf einem Siegerpodium zu präsentieren.
Die Chancen, in Stirling, wo die Einzelzeitfahren der WM in Schottland ausgetragen werden, erneut einen Überraschungs-Weltmeister oder gar ein ganzes -podium wie zuletzt 2015 in Richmond mit Vasil Kyrienka (Weißrussland), Adriano Malori (Italien) und Jerome Coppel (Frankreich) zu erleben, sie sind eher gering. Zu groß ist die Dichte an Top-Fahrern und Favoriten, die 2023 die Goldmedaille anpeilen.
Die Frage ist vielmehr: Wer ist der größte Anwärter auf Gold? Mit Blick auf den gesamten Saisonverlauf wäre das sicher Remco Evenepoel. Beim Giro d’Italia hat der Belgier die beiden topbesetzten Zeitfahren in beeindruckender Manier gewonnen, kurz vor den Welttitelkämpfen bei der Clasica San Sebastian seine starke Form erneut unter Beweis gestellt. Doch beim WM-Straßenrennen am Sonntag konnte der 23-Jährige, der auch die Vuelta a Espana (ab 26. August) gewinnen will, dann überraschend nicht mit den besten mithalten.
Und so wandert der Kelch des Top-Favoriten möglicherweise weiter zu Evenepoels Landsmann Wout Van Aert, frischgebackener Vize-Weltmeister im Straßenrennen. Nichts, was ihn zu riesigen Jubelstürmen veranlassen würde, sagte der 29-Jährige kurz danach. Was durchaus verständlich ist, war es doch seine vierte Silbermedaille innerhalb der letzten sechs WM-Rennen auf der Straße. Dazu gehören auch die beiden zweiten Plätze in den Zeitfahren 2020 und 2021 – in Wollongong war Van Aert nicht am Start.
Stefan Küng könnte dazu in der Lage sein, den Belgier ein weiteres Mal zum Vize zu verdammen. Der Schweizer zeigte sich bei seinem Saisonhighlight bisher bestens in Form. Schon im Straßenrennen fuhr er auf einen überraschenden fünften Platz, in der Mixed-Staffel verteidigte er mit seiner Mannschaft Gold. Der Stadtkurs von Glasgow käme dem 29-Jährigen also entgegen.
Doch dort wird das Einzelzeitfahren der Männer nicht ausgefahren. Wie alle anderen Individualwettbewerbe kämpfen auch die Männer rund um Stirling nordöstlich von Glasgow um den Titel. “Das wird jetzt etwas komplett anderes“, sagte Küng bereits. “(In Glasgow) gab es vielleicht 45 Kurven, hier sind es vier – und das auf einer fast 50 Kilometer langen Strecke.“
Die Streckenkarte des WM-Zeitfahrens der Männer | Foto: Veranstalter
Tatsächlich hat die Schleife e um Stirling kaum etwas gemein mit der Runde durch die schottische Metropole. Genau 47,8 Kilometer sind zu fahren, mehr war es bei einer WM zuletzt 2019 in Harrogate. Darauf verteilen sich insgesamt 352 Höhenmeter. Der Großteil davon findet sich in der zweiten Hälfte wieder. Auch wenn es kurz vor Kilometer 30 einmal steil wird – das einzige größere Hindernis wird die steile Zielanfahrt zur Festung von Stirling mit sechs Prozent Steigung auf den letzten 750 Metern und Kopfsteinpflaster – wenn auch verhältnismäßig harmlosem.
Das Profil des WM-Zeitfahrens der Männer | Foto: Veranstalter
“Das Finale wird wehtun, das ist sicher“, kündigte Küng an. Doch der zweite Teil werde ihm besser liegen. “Der erste ist fast ein bisschen langweilig, weil man ständig aerodynamisch mit gesenktem Kopf fahren muss. Dazu besteht die Gefahr, es zu schnell anzugehen.“
Titelambitionen wird auch Filippo Ganna hegen. Der Weltmeister von 2020 und 2021 hat sich im Laufe der letzten Woche bisher allerdings auf die Bahn konzentriert. Mit Silber in der Mannschaftsverfolgung und dem Sieg auf den 4000 Metern Mann gegen Mann hatte der Italiener bereits Grund zum Jubel. Inwiefern das Kraft gekostet hat und wie sich der Wechsel von der Bahn auf die Straße innerhalb kürzester Zeit vereinbaren lassen, muss Ganna aber erst noch unter Beweis stellen.
Mit dem Australier Rohan Dennis ist auch Gannas direkter Vorgänger als Doppelweltmeister im Zeitfahren am Start. Für den 33-Jährigen sind die Weltmeisterschaften das letzte Highlight seiner Karriere, zum Saisonende ist Schluss. Wirklich erfolgreich war Dennis jüngst aber nicht mehr – vielleicht, weil er sich vollends auf diesen Tag konzentriert hat. Trotzdem fällt Dennis eher die Rolle eines aussichtsreichen Außenseiters zu.
Und die teilt er sich mit einer ganzen Reihe an potenziellen Medaillenkandidaten. Da wäre zum Beispiel noch Remi Cavagna (Frankreich), der mit der Mixed-Staffel bereits Silber gewonnen hat. Oder Mikkel Bjerg (Dänemark), der einst mit drei Titeln in Serie (2017 bis 2019) die U23-Konkurrenz dominierte. Der Sieg im Zeitfahren beim Critérium du Dauphiné vor Jonas Vingegaard war sein erster Sieg als Profi.
Auch Tadej Pogacar (Slowenien) muss ausnahmsweise auf die Favoritenrolle verzichten, auch wenn er sich im Straßenrennen noch mit Bronze dekorierte. Er spüre noch die Belastungen aus diesem Rennen, sagte er. Doch auch wenn das nur eine Floskel ist – eine Medaille wäre zumindest eine kleine Überraschung.
Und noch ein bisschen größer wäre sie, wenn das walisische Duo, das in Schottland den Union Jack zumindest mit kleinem Heimvorteil vertritt, Edelmetall holen könnte. Während Joshua Tarling mit 19 Jahren fast noch bei den Junioren fahren könnte – und dort 2022 auch Weltmeister wurde – und mit Abstand der Jüngste ist, zählt Geraint Thomas mit 37 zu den ältesten Startern überhaupt. Dass man den Altmeister nie abschreiben darf, hat Thomas beim Giro bewiesen, als ihn Primoz Roglic erst am letzten Tag aus dem Rosa Trikot fuhr. Und auch sein junger Landsmann hat in diesem Jahr bereits geliefert. Beim Zeitfahren der Tour de Wallonie war auf 32 Kilometern lediglich Ganna schneller als Tarling. Und das auch nur um acht Sekunden. Bei den Britischen Meisterschaften kam dann keiner am Youngster vorbei. Tarling strotzt nicht nur so vor Talent, sondern auch vor Selbstbewusstsein – die U23-Weltmeisterschaft überspringt er einfach.
Ob auch aus deutscher Sicht Überraschungen möglich sind, können Nils Politt und Lennard Kämna beweisen. Während sich Kämna im Formaufbau für die Vuelta befindet und wohl nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird, ist Politt gefühlt schon den ganzen Sommer in Topform. In zählbare Erfolge ummünzen konnte er das bislang allerdings noch nicht. Immer dann, wenn der Deutsche Zeitfahrmeister Aussichten auf Erfolg hatte, kam ein technischer Defekt dazwischen. Auch im WM-Straßenrennen erwischte Politt wieder. Hält das Bike, kann der 29-Jährige vielleicht in die Top 10 fahren.
Ähnlich stark einzuordnen wie Politt ist Stefan Bissegger. Der Zeitfahr-Europameister gewann wie Küng mit der Mixed-Staffel Gold, ist in dieser Saison in seiner Spezialdisziplin aber noch ohne Sieg. Die österreichischen Farben vertreten Patrick Gamper und Felix Ritzinger, der Bergzeitfahr-Europameister Felix Großschartner ersetzt.
(rsn) – Drei der vier Klimaaktivisten, die sich im Verlauf des WM-Straßenrennens der Männer in Glasgow auf dem Asphalt festgeklebt und damit für eine Unterbrechung von rund einer Stunde gesorgt h
(rsn) - Jhonatan Narváez (Ineos Grenadiers) hat sich bei seinem Sturz im WM-Straßenrennen von Glasgow schwerer verletzt als angenommen. Wie der Ecuadorianische Radsportverband in den Sozialen Medien
(rsn) – Im WM-Zeitfahren noch war Marlen Reusser ein Häufchen Elend. Die Europameisterin in dieser Disziplin stieg nach bereits 16 Kilometern ohne ersichtlichen Grund vom Rad, kauerte sich an den S
(rsn) – Der Radsportweltverband UCI hat einen Tag nach dem Ende der ersten Super-WM (3. – 13. August) in Glasgow eine positive Bilanz gezogen. “ Für uns war es ein Erfolg, definitiv ein Glücks
(rsn) - Mit drei Fahrerinnen unter den besten Vier der Weltrangliste und fünf Titeln in den letzten sechs Jahren waren die Niederländerinnen im WM-Straßenrennen in Glasgow das zu schlagende Team. L
(rsn) – Lotte Kopecky hat sich als erste Belgierin seit 50 Jahren wieder den Titel in einem WM-Straßenrennen der Frauen gesichert. Die 27-Jährige setzte sich zum Abschluss der Rad-WM in Schottland
(rsn) – Nach ihrer imponierenden Vorstellung bei der Tour de France Femmes, bei der sie einen Etappensieg feiern konnte, äußerte sich Liane Lippert vor der WM mit Blick auf das 154,1 Kilometer lan
(rsn) – Nach 154 Kilometern Daueraction im WM-Straßenrennen der Frauen hat mit Lotte Kopecky erstmals seit 50 Jahren wieder eine Belgierin das Regenbogentrikot erobert. Die 27-Jährige erreichte na
(rsn) – Durch eine Regeländerung nur wenige Tage vor dem WM-Rennen im Mountainbike durften Mathieu van der Poel und Tom Pidcock am Samstag aus der fünften Reihe starten. Der Brite rückte durch de
(rsn) – Während der neben ihm gestartete Tom Pidcock bei der der Mountainbike-WM in Schottland aus der fünften Reihe heraus zum Titel fuhr, war für Mathieu van der Poel das Rennen schon nach der
(rsn) – Ohne zwei prominente Namen wird am Mittag das WM-Straßenrennen der Frauen gestartet. Wie ihr Team Canyon – SRAM in den Sozialen Medien mitteilte, haben sowohl Zeitfahr-Weltmeisterin Chloe
(rsn) – Zum Abschluss der Straßenwettbewerbe der Rad-WM in Schottland steht das Straßenrennen der Frauen an. Der Kurs führt über insgesamt 154 Kilometer, gestartet wird in Loch Lomond, die Entsc
(rsn) - John Degenkolb (Picnic – PostNL) blickt auf ein hartes Dwars door Vlaanderen zurück, bei dem er trotz guter Beine nicht in die vorderen Ränge fuhr und sich 3:26 Minuten hinter Rennsieger N
(rsn) – Es scheint, als ob bei den belgischen Klassikern das Glück Stefan Küng (Groupama – FDJ) nicht hold sei. Immer wieder zählt der Schweizer zu den Sieg-Kandidaten, immer wieder wird er ge
(rsn) - Visma - Lease a Bike konnte zum ersten Mal in dieser Klassikersaison einem Rennen seinen Stempel aufdrücken. Mit gleich vier Mann attackierte das Team 71 Kilometer vor dem Ziel und wenig spä
(rsn) – Neilson Powless (EF Education – EasyPost) hat mit einem Husarenstück das 79. Dwars door Vlaanderen (1.UWT) für sich entschieden. Der 28-jährige US-Amerikaner ließ nach 184,2 Kilometern
(rsn) – Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) hat mit einem Solo von rund 25 Kilometern erstmals in ihrer Karriere Dwars door Vlaanderen (1.Pro) der Frauen für sich entschieden. Die Italienische Meis
(rsn) - Im Siegerinterview kam Neilson Powless (EF Education-EasyPost) aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Denn Siegchancen schienen der US-Amerikaner im Finale der 79. Ausgabe von Dwars door Vlaandere
(rsn) – Bei seinen bisherigen vier Teilnahmen an Dwars door Vlaanderen war Max Walscheid (Jayco – AlUla) als Helfer für seine (Sprint-)Kapitäne unterwegs. An den Start der 79. Ausgabe des flämi
(rsn) – Im vergangenen Frühjahr hatte Jannik Steimle als von Q36.5 neu verpflichteter Klassikerkapitän meist freie Fahrt und wusste seine Chance unter anderem mit dem Sieg beim GP De Denain zu nut
(rsn) – Zehn Jahre nach seinem Sieg bei Dwars door Vlaanderen und am 28. Geburtstag seines vor sechs Jahren tödlich verunglückten Teamkollegen Bjorg Lambrecht macht sich am Mittwoch Ex-Profi Jelle
(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach
(rsn) - Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hat in der bisherigen Klassikersaison noch keine Bäume ausgerissen. Doch für Dwars door Vlaanderen scheint der Belgier bereit zu sein. Wie auf Strava z
(rsn) – Welche Radrennen finden statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum RSN-Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wic
Das Angebot von radsport-news.com wird mit Werbung finanziert. Wenn Sie einen Adblocker verwenden, entgehen uns die Einnahmen, die wir benötigen, um das Angebot in diesem Umfang anzubieten.
Sie unterützen uns mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft. radsport-news.com wird Ihnen bis zum 1.1.2018 werbefrei angezeigt.
GIRO D´ITALIA 2025
TOUR DE FRANCE 2025
VUELTA A ESPAÑA 2025
RENNERGEBNISSE
PROFI-TEAMS
PROFI-FAHRER