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12.11.2022 | (rsn) – Von Engagements bei den WorldTour-Teams Trek – Segafredo (2014 - 2016) und CCC (2019) abgesehen, fuhr Riccardo Zoidl lange Jahre für das österreichische Kontinental-Team Felbermayr. Im vergangenen Winter wagte der Österreicher allerdings den Wechsel zur nationalen Konkurrenz von Team Vorarlberg.
In Sachen Ergebnissen lohnte sich das nur teilweise. Sein wertvollstes Resultat fuhr Zoidl in seinem letzten Saisonrennen im August ein, als er die Sazka-Tour (2.1) auf Gesamtrang acht beendete. Dazu kamen noch ein siebter Rang bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften, ein neunter Etappenplatz bei der Bergankunft der Sibiu Tour (2.1) am Balea Lac sowie jeweils ein fünfter Gesamtrang bei der Oberösterreich-Rundfahrt (2.2) und der Tour of Rhodes (2.2).
___STEADY_PAYWALL___"Es war ein sehr solides Jahr, nicht das Beste“, meinte Zoidl zu radsport-news.com. Zufrieden war er mit dem Saisonauftakt auf Rhodos. "Aber im April hat uns das Corona-Virus heimgesetzt und uns ein bisschen außer Gefecht gesetzt“, sagte der 34-Jährige, der danach mit “sehr viel Pech“ zu kämpfen hatte, etwa bei Stürzen und Defekten in ungünstigen Rennsituationen.
So musste Zoidl gleich zum Auftakt der Szaka Tour nach einem Defekt zwei Minuten warten, bis er das Rad wechseln konnte. Nach einer erfolgreichen, aber kräftezehrenden Aufholjagd fehlten ihm im letzten Anstieg schließlich die Körner, um mit den Besten mitzuhalten. "Die Sazka Tour war für mich die beste Rundfahrt, aber ich hätte auch da weiter vorne landen können“, meinte der Kletterspezialist, der bei der letztjährigen Auflage der tschechischen Rundfahrt sogar Gesamtfünfter geworden war.
Starkes Team mit - zu? – vielen Kapitänen
Auch wenn also nicht alles rund lief, so beurteilte Zoidl seinen Wechsel nach Vorarlberg als "sehr positiv. Es wird dort sehr professionell gearbeitet.“ Speziell Teamchef Thomas Kofler sei immer bemüht, den Fahrern jeden Wunsch zu erfüllen. "Und es war nett, neue Leute, neue Strukturen und neue Rennen kennen zu lernen. Es war ein sehr guter Wechsel und ich bereue ihn auf gar keinen Fall“, betonte Zoidl.
Als einzigen Kritikpunkt nannte der Routinier, dass sein stark besetztes Team bei einigen Rennen mit zu vielen Kapitänen gestartet wäre. "Auch wenn wir uns alle super verstanden haben, so war es doch dann mit der Vergabe der Leaderrolle etwas schwierig“, erklärte er.
Nach vielen Jahren bei Felbermayr – Simplon Wels wechselte Riccardo Zoidl zur Saison 2022 zum Team Vorarlberg. | Foto: Team Vorarlberg / Eisenbauer
Ob er auch 2023 das Vorarlberg-Trikot tragen wird, ist noch nicht bekannt. Von radsport-news.com auf eine mögliche Rückkehr zum Team Felbermayr angesprochen, sagte Zoidl: "Gerüchte gibt es viele. Bald wird bekannt gemacht, wo ich fahren werde.“
Zoidl würde ein Angebot aus der WorldTour nicht ausschlagen
So gut wie ausgeschlossen scheint dagegen eine nochmalige Rückkehr in die WorldTour. "Ich glaube nicht mehr, dass ich noch mal nach oben kommen“, sagte Zoidl mit Blick auf sein fortgeschrittenes Radsportalter. Zudem genieße er auch den Radsport auf Kontinental-Niveau, wobei Zoidl vor allem den familiären Aspekt hervorhob. So habe er als dreifacher Vater auch mehr Zeit für die Familie. Dennoch betonte er: "Natürlich würde es mich noch mal reizen, in der WorldTour zu fahren. Ein Angebot würde ich nicht ausschlagen.“
Wahrscheinlicher ist aber, dass Zoidl auch 2023 auf Kontinental-Niveau unterwegs sein wird, zumal sich das sportliche Niveau in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe. "Die Dichte ist viel größer geworden, ich sehe da gar nicht mehr so große Unterschiede zur WorldTour“, spielte Zoidl auch auf die zahlreichen Nachwuchsteams-Teams der Erstdivisionäre an. "Es macht schon Spaß, sich auch mit diesen Development-Fahrern zu messen“, betonte Zoidl. Manchmal seien die Rennen auf Kontinental-Niveau sogar umkämpfter als die der WorldTour. "Sie verlaufen oft etwas unstrukturierter und sind dadurch härter“, meinte er.
Auch wenn er im kommenden April schon seinen 35. Geburtstag feiern wird, denkt er noch nicht an ein mögliches Karriereende. "Momentan habe ich noch sehr viel Freude am Radsport, auch am Training, was mit das Wichtigste ist“, sagte Zoidl, der auch betonte, dass sich der Radsport und die Familie gut vereinbaren lasse. "Ich bin im Winter viel zu Hause, kann mit den Kindern gemeinsam frühstücken, sie von der Schule abholen“, zählte er auf und fügte an: "So lange es noch geht, werde ich weiterfahren.“
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