Kritik an Barrage auf 2. Tour-Etappe

Rutsch: “Weiß nicht, warum man uns das Leben so schwer macht“

Von Matthias Seng und Joachim Logisch (Velje)

Foto zu dem Text "Rutsch: “Weiß nicht, warum man uns das Leben so schwer macht“"
Jonas Rutsch (EF Education - EasyPost) | Foto: Cor Vos

03.07.2022  |  (rsn) – Für Jonas Rutsch begann die 109. Tour de France mit einem Sturz im Auftaktzeitfahren und viel Arbeit im Finale der 2. Etappe. Nachdem sein Kapitän Rigoberto Uran gut 20 Kilometer vor dem Ziel von einem anderen Fahrer unbeabsichtigt zu Boden gerissen wurde, musste EF Education – EasyPost eine Aufholjagd starten, an der sich neben dem Wiesbadener noch dessen Teamkollegen Albero Bettiol, Owain Doull und Stefan Bissegger beteiligten und dabei viele Kräfte ließen. Das Unternehmen konnte schließlich auf den letzten acht Kilometern erfolgreich abgeschlossen werden.

“Das war definitiv hart, es war gut , dass wir schnell antizipiert haben, da hätte die Tour schon am zweiten Tag für Rigo vorbei sein können. Ich habe gesehen, wie er von einem anderen Fahrer quasi umgenietet wurde, und habe ihn dann zusammen mit Alberto und Owen zurückgebracht“, sagte Rutsche vor dem Start der 3. Etappe in Velje zu radsport-news.com. “Das war aber ein hartes Stück Arbeit, weil das Feld schon nicht mehr zu sehen war, wir haben gerade noch das Ende der Wagenkolonne auf dieser vermaledeiten Brücke gesehen und dann sind wir Vollgas gefahren. Für die letzten 30 Sekunden (Zeitabstand) kam dann Stefan zurück, weil es uns einen nach dem anderen verbraucht hat“, schilderte er die letzten Kilometer.

Auf denen allerdings machte den Jägern auch noch eine “Barrage“ das Leben schwer, die von den UCI-Kommissären angeordnet wurde, um zu verhindern, dass die abgehängten Fahrer den Windschatten der Begleitfahrzeuge nutzen konnten. “Ich weiß nicht, ob das immer so nötig ist, die Kommissäre haben das aber so befunden, das muss man so akzeptieren. Aber ich frage mich schon, ob man uns das Leben immer so schwer machen muss“, kritisierte Rutsch die Maßnahme.

Dabei war die Etappe nach den Sturzfolgen von Kopenhagen schon schwer genug für den 24-Jährigen, der sich eine Schnittwunde an der Wade zugezogen hatte. Die medizinische Abteilung verzichtete darauf, den Cut zu nähen, sondern legte Rutsch einen Wundverschlusstreifen (Steri Stripes) an. “Und es sieht aus, als würde es ganz gut halten“, sagte der gebürtige Erbacher, der auf der von Fabio Jakobsen (Quick-Step Alpha Vinyl) gewonnenen 2. Etappe durch die Wunde nach eigenen Worten behindert wurde. “Gestern habe ich meinen Körper ganz schon gespürt, zumal den Cut an der Wade, aber auch generell das ganze System. Wenn man mit 40 km/h auf dem Boden aufschlägt, dann verzieht es alles und das ist schon nicht angenehm.“

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