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20.03.2021 | (rsn) - Als Mathieu van der Poel (Alpecin - Fenix) auf der Via Roma fast zeitgleich mit Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step) den Sprint der Verfolger eröffnete, schien zumindest noch ein Podiumsplatz für den Niederländer möglich zu sein. Doch auf den letzten Metern der 299 Kilometer des 112. Mailand-Sanremo behauptete sich nicht nur Jasper Stuyven (Trek -Segafredo) an der Spitze und feierte den größten Sieg seiner Karriere.
Kurz vor dem Ziel musste der von vielen als Top-Favorit gehandelte van der Poel auch noch drei weitere Konkurrenten an sich vorbeiziehen lassen und belegte hinter Caleb Ewan (Lotto Soudal), Vorjahressieger Wout Van Aert (Jumbo - Visma) und Peter Sagan (Bora - hansgrohe) den fünften Platz. Nach Rang 13 beim letztjährigen Debüt war das eine deutliche Verbesserung, aber eben nicht das, was sich der Strade-Bianche-Gewinner vorgestellt hatte.
“Wie jeder sagte, ist das ein schwer zu gewinnendes Rennen“, kommentierte der Niederländische Meister im Ziel das Ergebnis. “Es ist nicht einfach, am Poggio eine Lücke zu reißen, weil die Geschwindigkeit dort so hoch ist, dass es schwierig ist, da allein wegzukommen. Und am Ende wird es technisch.“
Die Schlusspassage mit der Abfahrt nach Sanremo hinein müsste dem viermaligen Crossweltmeister liegen, aber zu diesem Zeitpunkt haben die Fahrer beim längsten Eintagesrennen auch schon mehr als 290 Kilometer in den Beinen, und als Stuyven knapp drei Kilometer vor dem Ziel am Ende der Abfahrt attackierte, hatte keine der drei Top-Favoriten noch einen Helfer an seiner Seite.
"Jasper ist der verdiente Sieger"
So belauerten sich Van Aert, Alaphilippe und van der Poel, bis es zu spät war. “Wenn ich es versuche, die Lücke zu schließen, bin ich auch verloren“, sagte van der Poel zu der Situation, die nur eine Wahl zwischen zwei Übeln zugelassen hatte. “Ich denke, dass Jasper den richtigen Moment abgepasst hat und dann stark genug war, es bis zum Ende durchzuziehen. Das macht ihn heute zum verdienten Sieger“, zollte er dem Belgier sein Lob.
Mit seiner Leistung zeigte sich van der Poel, dessen Team gemeinsam mit Deceuninck - Quick-Step und Jumbo - Visma das Rennen nur bis zum Gipfel der Cipressa dominiert hatte, allerdings zufrieden. “Ich war am Poggio dort, wo ich sein sollte. Ich konnte den Attacken von Julian und Wout folgen. Das war gut, aber die Angriffe kamen ein bisschen zu spät, denke ich, und auch an der leichtesten Stelle des Poggio“, sagte er. Allerdings konnte van der Poel nur reagieren, am 3,7 Kilometer letzten Anstieg des Tages selber keine Akzente setzen. Auch deshalb gelang es zahlreichen Verfolgern, zu den Ausreißern aufzuschließen.
“Da hatten wir dann eine recht große Gruppe, und als in der Abfahrt dann Jungs aus der (zunächst) zweiten Gruppe mit hohem Tempo attackierten, war es sehr schwierig zu reagieren“, spielte van der Poel auf die erste Tempobeschleunigung durch Thomas Pidcock (Ineos Grenadiers) an, der vergeblich versuchte, sich abzusetzen. Gerade, als sich die Situation wieder beruhigt hatte und die Favoriten sich anschauten, nutzte Stuyven den Moment, um sich im untersten Teil der Abfahrt auf und davon zu machen. Dem hatte auch van der Poel nichts entgegenzusetzen.
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