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01.09.2020 | (rsn) - Nicht nur die Tour de France beginnt am 29. August 2020, sondern mit dem Giro Ciclistico d’Italia auch das längste Etappenrennen der Klasse U23 . Mit dabei ist zum dritten Mal in Folge das Tirol KTM Cycling Team. Bis zum 5. September warten acht harte Etappen und der Kampf um das Rosa Trikot auf die fünf Fahrer aus der österreichischen Kontinentalmannschaft. In einem Tagebuch berichtet das Team von seinen Erlebnissen. Auf die 3. Etappe blickt Tobias Bayer zurück.
Nach einem langen Transfer sind wir erst spät in unser Hotel gekommen. Die ersten drei Tage der Rundfahrt sind vorbei und damit auch unsere Zeit in Riccione. Das Wetter zu Beginn war aber alles andere als urlaubsmäßig, es hat auch am dritten Tag wieder geregnet und das Rennen war hektisch und leider gab es auch wieder viele Stürze.
Ich habe von Anfang des Tages an versucht vorne zu fahren, um den Chaos zu entweichen. Gleich am Beginn der Etappe warteten ein paar Hügel und wir konnten uns mit einer großen Gruppe von zirka 30 Fahrern vorne absetzen. Ich habe mich gut in der Gruppe versteckt und nach den ersten 100 Kilometern ist das Feld wieder an uns ran gerollt. Es folgte die nächste Attacke und ich bin erneut mitgegangen. Das letzte Renndrittel war wieder hügelig und wir sind zügig raufgefahren. Mein Ziel war der Etappensieg und gemeinsam mit dem Sieger des Vortages, dem Italiener Luca Colnaghi konnte ich mich lösen.
In der Abfahrt haben wir gut Zeit rausgeholt und bis zum nächsten Berg wuchs unsere Gruppe auf fünf Fahrer an. Darunter war auch der Italiener Michele Gazzoli, der wohl stärkste Sprinter im Feld. Um ihn loszuwerden, habe ich am letzten Berg nochmals ordentlich Gas gegeben und wir sind ihn los geworden. Durch diese Aktion habe ich mir auch die Führung in der Bergwertung geholt, aber der Fokus lag immer am Erfolg.
Mit dem starken Briten Thomas Pidcock und dem Belgier Henri Vandenabeele bekamen wir noch zwei weitere Fahrer hinzu, sodass wir zu fünft dem Ziel entgegengeflogen sind mit über 50 Stundenkilometer am Tacho. Eigentlich wollte ich nochmals attackieren, denn Solo anzukommen ist immer sicherer als es auf den Sprint anzulegen. Aber bei dem hohen Tempo war an wegfahren nicht zu denken.
Im langen Zielsprint hatte ich nicht mehr die besten Beine, es wurde dann der dritte Platz über den ich sehr froh bin. Denn letzte Woche kam ich bei den Europameisterschaften zu Sturz, zog mir einen tiefen Schnitt an der Hand zu. Ich konnte das Rennen beenden, aber aufgrund der Schmerzen hatte ich die erste Nacht danach nur knapp drei Stunden geschlafen.
Von dem her lief der Baby-Giro bislang super für mich. Am ersten Tag wurde ich Elfter, danach Siebter im Sprint der 2. Etappe. Nun folgte der dritte Tagesrang und die Führung in der Bergwertung. In der Punktewertung bin ich Zweiter und im Gesamtklassement liege ich nur 18 Sekunden hinter dem Rosa Trikot.
Jetzt freue ich mich auf die nächsten Tage, es warten die Berge. Den vierten Tag kenne ich gut, weil wir im Winter ein Trainingslager am Gardasee gemacht haben. Es ist eine mittelschwere Bergetappe und ich denke, wir könnten da noch ein gewichtiges Wort mitreden in der Gesamtwertung, bevor dann die richtig schweren berge warten. Die bisherigen Ergebnisse lassen noch auf mehr hoffen und wir werden alles probieren, getreu unserem Teammotto: "We will ride with passion!“
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