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24.07.2017 | (rsn) - Nachdem der erste Ärger verraucht war, gönnte sich André Greipel (Lotto Soudal) am Sonntag auf den Champs-Élysées ein Bierchen und wirkte schon wieder recht entspannt - und das, obwohl ihm der junge Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) zum Finale der 104. Tour de France den dritten Sieg in Folge auf dem Prachtboulevard der französischen Hauptstadt vor der Nase weggeschnappt hatte.
"Ich bin einen guten Sprint gefahren, Groenewegen ist einen besseren gefahren. Wegen des Gegenwinds auf der Zielgeraden bin ich nur an fünfter Stelle durch die letzte Kurve. Aber dann hat Kristoff Groenewegen nicht halten können“, nannte Greipel einen wichtigen Grund, weshalb er letztlich chancenlos gegen den 24-jährigen Niederländer war: Der nämlich riss schnell eine Lücke gegen den hinter ihm fahrenden Norweger, der bei dieser Tour nicht in Top-Form und dazu noch durch Verletzungen geschwächt war.
Greipel musste seinen Sprint von viel zu weit hinten beginnen, zog zwar noch an Kristoff und Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) vorbei, doch für Groenewegen reichte es nicht mehr. "Er ist schon 350 Meter vor dem Ziel angetreten, da entstand dann ein Loch, das ich nicht mehr schließen konnte. Mir haben vielleicht zehn Meter gefehlt“, befand Greipel nach der Etappe lapidar.
Damit wird der 35-jährige Hürther erstmals ohne einen einzigen Etappensieg im Gepäck aus Frankreich zurückkehren. Seit seinem Debüt vor sechs Jahren war dem Sprinter immer mindestens ein Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt gelungen, und sei es auf den letzten Drücker wie im vergangenen Jahr, als Greipel die Schlussetappe in Paris vor Peter Sagan für sich entschieden hatte.
Es war der bisher letzte von insgesamt elf Siegen.
Am Sonntag nun standen die Chancen gut, das Dutzend doch noch vollzumachen, auch weil zahlreiche Konkurrenten wie der fünfmalige Etappengewinner Marcel Kittel (Quick-Step Floors) bereits ausgeschieden waren. Auf dem sieben Kilometer langen Rundkurs durch das Zentrum der Seine-Metropole lief für Greipel zunächst auch alles nach Wunsch, als auch unter Mithilfe seiner immerhin noch sechs Helfer eine starke Ausreißergruppe auf der vorletzten Runde wieder eingefangen wurde.
Auch ohne seinen wichtigen Helfer Marcel Sieberg, der nach der 16. Etappe mit Magen-Darm-Problemen hatte aufgeben müssen, erkämpfte sich Greipel danach auf dem Schlusskilometer eine aussichtsreiche Position für den Zielsprint. Doch dann wurde der dreimalige Deutsche Meister wie alle anderen auch von Groenewegen überrascht, der von der Spitze weg in einem langen Sprint seinen ersten Tour-Etappensieg einfuhr und sich danach über den größten Erfolg seiner Karriere freuen könnte.
Greipel blieb danach nur, ein ernüchterndes Fazot von der "Grand Boucle" 2017 zu ziehen. "Ich bin mit dieser Tour nicht zufrieden, auch die Mannschaft ist
nicht zufrieden. Wir hätten schon gerne eine Etappe gewonnen!”, sagte er.
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