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04.07.2017 | (rsn) - Endlich! Der große Sieg ist da, der Knoten geplatzt! Obwohl er 300 Meter vor dem Ziel aus der Pedale rutschte, gewann Peter Sagan (Bora-hansgrohe) den Bergaufsprint in der bis zu elf Prozent steilen Côte de Religieuses und damit die 3. Etappe der 104. Tour de France von Vervier nach Longwy (212,5 km). "Unglaublich wie er das hingekriegt hat. Das schafft nur er", zollte Vortagessieger Marcel Kittel (Quick-Step Floors) dem Weltmeister größtes Lob.
Saganhaft - dieser Mann ist eine Wucht!
"Es war ein sehr harter Anstieg", schilderte der Slowake selbst die Schlüsselszene des Tages. "BMC arbeitete klasse für Richie Porte. Als er 800 Meter vor dem Ziel attackierte, gelang ihm ein kleiner Vorsprung. Nachdem ich mich entschieden hatte zu gehen, fürchtete ich, dass ich zu früh dran sei, es waren noch 400 Meter bis ins Ziel. Das war zuviel und ich schimpfte mit mir, 'fuck, wieder zu früh'. Doch ich startete meinen Sprint - und in diesem Moment rutschte ich aus der Pedale. 'Noch ein Fehler', dachte ich und fragte, 'was passiert nur mit mir'. Doch in diesem schlechten Moment hatte ich Glück, ich clickte sofort wieder rein und gewann."
Wäre das nicht schon genug Show gewesen, machte Sagan danach im Ziel noch weiter. Meterhoch warf er vor Freude eine Plastikflasche in die Höhe und malte mit einem Finger Herzchen in die Luft. Dabei trug er eine Skibrille um den Hals. Darauf angesprochen bellte er zurück: "Das ist eine Motocrossbrille. Ich finde, sie ist ein lustiger Style". Das findet der Brillensponsor bestimmt auch.
Und auch aus der Siegerpressekonferenz machte der langhaarige Weltmeister eine Show. Zuerst lobte er überschwänglich seinen Bruder Juraj, der zum ersten Mal bei der Tour startet und unterwegs viel gearbeitet hatte. "Mein Bruder hat am Schluss einen sehr guten Job gemacht. Er ist ein guter Rennfahrer, er hat heute viel gearbeitet. Wir haben ein tolles Verältnis. Ohne ihn wäre ich nicht hier, denn er hatte die Idee Rad zu fahren", verriet Sagan.
Michael Matthews (Sunweb), den er auf Platz zwei verwies, kennt Sagan schon lange. Auf ihr Verhältnis angesprochen, verriet er: "Wir leben beide in Monaco und waren schon mehrmals zusammen essen. Meine Frau kennt seine auch sehr gut. Sie ist auch aus der Slowakei und sie gehen zusammen Kaffeetrinken. Ich weiß aber nicht, warum wir hier über unsere Frauen sprechen", verhinderte er alle Nachfragen.
Etwas mehr aus sich heraus ging Sagan bei der Frage, wie er reagiert habe, als seine Frau ihm erzählte, dass sie schwanger sei. "Als ich es erfuhr, gab's eine große Party. Emotional! Ja, das war ein schönes Gefühl. Ich bin aber wegen der Rennen viel unterwegs. Und wenn ich meine Frau danach wiedersehe, ist ihr Bauch ein wenig dicker. Ich sehe sie gerne, aber noch ist das Kind nicht geboren. Wir müssen noch drei, vier Monate warten. Wir müssen sehen, was kommt. Ich hoffe, das Baby ist gesund. Das ist das wichtigste. Bis jetzt hat sich für mich nicht viel geändert."
Während der Pressekonferenz spielte Sagan immer wieder mit dem Mikrofon, das nicht abgestellt war und dabei ständig knarrende Geräusche produzierte. Sagan wirkte dabei nicht nervös, eher gelangweilt.
Die Frage, woher er seine Motivation nehme, beantwortete er so: "Ich habe noch nicht alles gewonnen. Auch nicht fast alles. Es gibt noch viele Rennen, die ich nicht gewonnen habe. Meine Motivation ist Radsport als Spaß und nicht zu ernst zu nehmen. So finde ich meine Motivation."
Dabei jagt er Siege. Der Rekord von Erik Zabel, der sechsmal das Grüne Trikot gewann (Sagan fünfmal) interessiert in angeblich nicht. "Der ist nicht wichtig. Ich schaue Tag für Tag. Was ändert sich in der Welt, wenn ich das Grüne Trikot gewinne oder auch nicht - nichts! Es ist nicht wichtig. Es gibt wichtigere Dinge im Leben", antwortete er ungewöhnlich ernst.
Peter Sagan hat auch noch eine andere Seite!
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