“Hätte Rennen nicht zu Ende fahren dürfen“

Schweizer Verband will Geschehnisse um Küng-Sturz analysieren

Von Felix Mattis

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Stefan Küng im Ziel des EM-Einzelzeitfahrens in Emmen. | Foto: Cor Vos

23.09.2023  |  (rsn) – Nach dem schweren Sturz von Stefan Küng im EM-Einzelzeitfahren am Mittwoch, bei dem er sich eine Gehirnerschütterung, einen Jochbeinbruch sowie mehrere Handfrakturen zuzog, hat der Schweizer Radsportverband Swiss Cycling eine ausführliche Analyse der Situation rund um den Vorfall angekündgt.

Grund dafür ist weniger das Zustandekommen des Unfalls – Küng war in Aero-Position mit gesenktem Kopf auf die Absperrgitter zugefahren und als er es merkte, war es zu spät – als vielmehr die Tatsache, dass der 29-Jährige nach dem Sturz auf den Kopf nicht davon abgehalten worden war, das Rennen auf den letzten 1,5 Kilometern fortzusetzen. Dieser Umstand war in den vergangenen Tagen öffentlich hart kritisiert worden, nachdem die Bilder des blutverschmierten und mit zerbrochenem Helm ins Ziel fahrenden Küng um die Welt gegangen waren.

Im Nachhinein lasse sich festhalten, dass Stefan Küng dieses Rennen nicht zu Ende hätte fahren dürfen, erklärte Patrick Müller, der Leistungssportchef von Swiss Cycling in einer Pressemitteilung des Verbandes. Gleichzeitig sei aber auch festzuhalten, dass die Theorie des 'Concussion Protocols' der UCI in der Praxis nur schwer umzusetzen sei – gerade in einem Zeitfahren.

"Es läuft alles innert kürzester Zeit ab. Der Athlet begibt sich nach dem Sturz reflexartig wieder auf das Velo. Es ist fast nicht möglich, ihn aufzuhalten. Dazu kommt, dass man den Athleten aus dem Begleitfahrzeug nur von hinten sieht und nicht abschätzen kann, wie gravierend die Verletzungen sind", so Müller.

Küng selbst ist am Freitag in die Schweiz transportiert worden, wo bei weiteren Untersuchungen die in der Niederlande bereits diagnostizierten Verletzungen bestätigt wurden. Am Montag soll er im Kantonsspital von St. Gallen an der Hand und am Jochbein operiert werden. Küng selbst sagte laut der Pressemitteilung: "Die Betreuung durch die Ärzte von Swiss Cycling war und ist ausgezeichnet, ich bin in sehr guten Händen. Wir werden ein Debriefing machen und künftig von den Erkenntnissen aus diesem Debriefing profitieren."

Im Straßenrennen der Europameisterschaften von Drenthe am Sonntag wird Küng durch Mauro Schmid ersetzt werden.

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