75. Gent - Wevelgem unter extremen Bedingungen

Dicke Kleidung und Höllentempo gegen die Kälte

Von Christoph Adamietz aus Wevelgem

Foto zu dem Text "Dicke Kleidung und Höllentempo gegen die Kälte"
Man in Black Taylor Phinney und seine BMC-Teamkollegen bei der Präsentation in Deinze | Foto: ROTH

24.03.2013  |  (rsn) - Die 75. Austragung von Gent-Wevelgem wird allen, die dabei waren, noch lange in Erinnerung bleiben. „Das wird kein spaßiger Tag", hatte Bernhard Eisel (Sky) vor dem Rennen gegenüber Radsport News prognostiziert. Und der erfahrene Österreicher sollte recht behalten.

Vom ersten Meter an setzte dem Peloton bittere Kälte auf der um über 50 Kilometer verkürzten Strecke zu. Die 198 Fahrer waren gezeichnet - und zwar schon vor dem Start. Bei der Einschreibekontrolle etwa schaute man in verfrorene Gesichter, Zähne klapperten - das aber nicht vor Nervosität. Taylor Phinney (BMC) zog es vor, komplett vermummt den Fans entgegenzutreten.

Eisiger Wind sorgte dafür, dass die dick eingepackten Fahrer nach der Einschreibekontrolle direkt wieder in die warmen Teambusse stürmten. Dabei wurde keine Zeit vergeudet, die Rennmaschinen beim Einsteigen den Betreuern zugeschoben.

Danach hatte das Peloton gute 50 Minuten Zeit, um sich während der Fahrt zum neuen Startort Gistel aufzuwärmen. „In Gistel wird es einen fliegenden Start geben. Raus aus dem Bus, auf`s Rad steigen und sofort losfahren“, sagte Katushas Sportlicher Leiter Torsten Schmidt zu Radsport News. Wirklich schützen konnten sich die Fahrer gegen die Kälte nicht. Schmidt: „Wichtig war natürlich, die Beine mit wärmender Creme einzureiben.“

Bernhard Eisel sagte zu Radsport News. „Man muss viele Schichten an Kleidung tragen, um im Finale dann noch das eine oder andere Kleidungsstück ausziehen zu können.“

Wohl um nicht einzufrieren, legte das Feld ein Höllentempo vor. „Man hatte gar keine Zeit, an die Kälte zu denken“, sagte Sagan. Für viele war es aber doch zu viel. Nur 70 Fahrer erreichten das Ziel.

Und die lieferten sich nach Überquerung des Zielstrichs noch ein zweites Rennen - nämlich wer als erstes den Teambus erreichte.

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