Interview mit einem der Organisatoren

Schemmer: “Bei der Drei-Länder-Meisterschaft ist alles möglich“

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Schemmer: “Bei der Drei-Länder-Meisterschaft ist alles möglich“"
Frank Schemmer (li.) bei der Präsentation der Drei-Känder-Meisterschaft | Foto: RSV Unna

11.06.2018  |  (rsn) - Frank Schemmer, Geschäftsführer des RSV Unna, gehört zum Organisationsteam, das die am kommenden Sonntag stattfindenden Drei-Länder-Meisterschaften der U 23 (Deutschland, Schweiz, Luxemburg) in Unna auf die Beine stellt. Im Interview mit radsport-news.com spricht Schemmer über den Stand der Vorbereitungen, die Strecke, seine Favoriten und wie man die Terminkollission mit dem Auftaktspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Russland löst.

Herr Schemmer, wie sieht es bei Vorbereitungen auf die U23-Meisterschaften aus?
Schemmer: Die Vorbereitungen sind in der Endphase. Für uns gilt es nun, unseren Helfern Aufgaben zuzuweisen und sie in ihre Tätigkeit einzuweisen. Wir möchten gewährleisten, dass jeder von Besuchern angesprochen werden und eine informative Antwort geben kann. Dazu haben wir den Eindruck, dass das Thema U23 ein wenig untergeht. Wir sind zwar umfassend im Netz unterwegs, hatten bereits zwei Pressekonferenzen und werden unter anderem auch immer mal wieder bei Eurosport erwähnt. Dennoch hätten wir uns gewünscht, den Begriff der Drei-Länder-Meisterschaft jetzt nicht mehr erklären zu müssen. Wir sind gerade dabei, die Veranstaltung weiter und intensiver bekannt zu machen.

Erschwert es Ihre Aufgabe, dass drei nationale Radsportverbände involviert sind?
Schemmer: Ganz im Gegenteil. Die Zusammenarbeit mit dem BDR (Bund Deutscher Radfahrer), aber auch mit unseren Ansprechpartnern von Swiss Cycling und FSC Luxemburg, läuft hervorragend. Wir stehen in engem Kontakt, wir haben sozusagen einen kurzen Draht. So macht es einfach Freude.

Was halten Sie von der Idee, die Meisterschaften zusammenzulegen?
Schemmer: Der BDR in Person von Günther Schabel ist im vergangenen Sommer an uns herangetreten und hat den Vorschlag bei einem Latte Macchiato einfach mal ausgesprochen. Wir mussten nicht lange überlegen. Dieses Format kann die Veranstaltung nur noch interessanter machen. Unser Nachwuchs ist international schon richtig erfolgreich und glänzt regelmäßig mit tollen Leistungen. Die Fahrer aus der Schweiz und Luxemburg können das Level noch einmal richtig anheben. Auch sie überzeugen in dieser Saison.

Können sich die Zuschauer dann praktisch auf drei Rennen in einem Rennen einstellen? Und wird es für den Fahrer, der zuerst über den Zielstrich rollt, eine besondere Auszeichnung geben?
Schemmer: Es wird sicher keine drei Rennen in einem geben. Die Fahrer kennen sich alle aus dem Nationscup. Es wird nach unserer Erwartung ein schnelles und hartes Rennen. Die Besonderheit ist dann eben, dass es drei nationale Wertungen geben wird. Die Meldeliste zeigt uns schon jetzt, dass wir uns alle auf den Renntag freuen können. Die Zusammenlegung hat sich gelohnt. Neben den nationalen Wertungen werden wir natürlich auch eine Ehrung nach dem Gesamteinlauf vornehmen. Unser Partner, der Kreissportbund Unna e. V., hat hier den UNion ausgelobt. Ich finde ihn absolut gelungen und angemessen zum Wert der Veranstaltung.

Was waren die Beweggründe, sich als Ausrichter für die Veranstaltung zu bewerben?
Schemmer: Eigentlich hatten wir die Ausrichtung der DM U23 für 2016 bereits zugesprochen bekommen. Nach Gesprächen mit dem BDR und Ausrichtern aus Berlin haben wir sie dann nach Berlin abgegeben. In diesem Jahr feiern wir unser 50. Vereinsjubiläum. Da kommt die Veranstaltung gerade zum richtigen Zeitpunkt. Reinhold Böhm hatte sie nach Unna geholt. Leider ist er im vergangenen Jahr verstorben. Wir haben sie darauf hin dann mit dem Untertitel "Reinhold-Böhm-Gedächtnisrennen" versehen, um an ihn zu erinnern und ihn damit zu würdigen.

Am Sonntag findet in Russland auch das erste Fußball-WM-Spiel der deutschen Mannschaft statt. Wird es für die Zuschauer möglich sein, an die Strecke zu kommen, ohen das Fußballspiel zu verpassen?
Schemmer: Oh ja, wir hatten im letzten Jahr einige Hürden zu überwinden. Die Auslosung der Fußball-WM war eine davon. Nach dem ersten Schock haben wir dann nach einer Lösung gesucht und sie auch gefunden. Wir haben das Rennen zeitlich nach vorne gezogen und gehen davon aus, dass wir den Zieleinlauf gegen 15:30 Uhr haben werden. Danach bleibt immer noch genügend Zeit, sich dem Fußball zu widmen. Wir müssen uns mit unserer Veranstaltung aber auch nicht verstecken. Das Angebot im Rahmenprogramm ist so brit gefächert, dass wir da sicher mithalten können. Wir haben einen ehemaligen Röhnrad-Weltmeister, einen ehemaligen Kunstrad-Weltmeister, einen erfolgreichen Sänger aus Voice of Germany mit seiner Band und einen der besten Chöre aus dem Westen auf der Bühne. Dazu gibt es für die ganz Kleinen ein Laufradrennen und ein großes Bewegungsangebot im Park von Haus Opherdicke. Und eben das Ambiente von Haus Opherdicke. Da steckt viel drin, auf das wir stolz sind.

Wie würden Sie den Kurs charakterisieren?
Schemmer: Eigentlich ist der Kurs flach. Die 82 Höhenmeter schrecken im ersten Moment sicher keinen Fahrer. Dazu ist er technisch sehr einfach, es gibt nur wenige Kurven und lange Geraden. Wenn man dann aber nach 16 Runden in den Spurt gehen möchte, dann muss man schon richtig gut in Form sein. Es wird am Ende sicher hart. Das auch deshalb, weil wir davon ausgehen, dass es viele Ausreißer geben wird. Der Kurs lädt mit seiner Topographie gerade dazu ein. Bundestrainer Ralf Grabsch hat im Gespräch auch keinen sicheren Rennverlauf vorhersagen können. Ich schließe mich da an, alles ist möglich. Wie schwer der Kurs ist, können übrigens bereits ab 09:00 Uhr die Jedermänner und -Frauen ausprobieren. Wir schicken sie dann auf ihre sechs Runden und sind auf ihre Beschreibung dann gespannt.

Wer ist Ihr Favorit bei der U23-DM?
Schemmer: Mit Aaron Grosser vom Team Sauerland NRW p&b SKS ist auch einer aus der Schule des RSV Unna sicher nicht ohne Chancen. Bei Rund um Köln hat er  mit dem sechsten Platz seine starke Form nachgewiesen. Wir würden uns freuen, wenn er am Ende ganz oben stehen könnte. Sicher steht aber an erster Stelle mit Max Kanter (Sunweb Devo) der amtierende U23 Meister, dazu Jonas Rutsch (Lotto-Kern Haus) als Führender in der Bundesliga und Marc Hirschi (Sunweb Devo) aus der Schweiz. Das Team Sunweb Development sollte eigentlich eine gewichtige Rolle spielen. Aber, warten wir mal den Rennverlauf ab.

 

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