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17.01.2012 | (rsn) – André Greipel (Lotto-Belisol) hat auch die 1. Etappe der Tour Down Under gewonnen. Der 29 Jahre alte Hürther, bereits am Sonntag beim Kriterium in Adelaide der schnellste, setzte sich über 149 Kilometer von Prospect nach Clare im Sprint nach Foto-Entscheid vor dem Italiener Alessandro Petacchi (Lampre-ISD) und dem Weißrussen Yauheni Hutarovych (FDJ) durch. Auf den Plätzen vier und fünf folgten Petacchis Landsleute Fabio Sabatini (Liquigas-Cannondale) und Daniele Bennati (RadioShack-Nissan).
"Ich bin froh, heute gewonnen zu haben. 800 Meter vor dem Ziel gab es einen schweren Sturz, wodurch ich ungefähr auf Platz 20 zurückfiel. Aber ich konnte die Lücke wieder schließen", erklärte Greipel im Ziel. "Dann zog Petacchi nach rechts herüber. Er ist ein großer Star, aber so was sollte er nicht machen. Durch seine Aktion stürzten zwei meiner Teamkollegen. Nach meinem Sieg interessiert mich jetzt nur, wie es ihnen geht."
Petacchi widersprach der Schilderung seines Kontrahenten. "Ich habe leicht rübergezogen aber ich habe ihm all den Platz gelassen, den er brauchte", sagte der Routinier, der von Davide Vigano und Danilo Hondo mustergültig den Sprint angezogen bekam, sich dann aber knapp geschlagen geben musste. Auch die Rennleitung sah kein Vergehen Petacchis.
Wie schon bei der Down Under Classic gingen die Australier leer aus. Bester der heimischen Fahrer war Chris Sutton (Sky) auf Rang sechs vor seinem Landsmann Jonathan Cantwell (Saxo Bank). Der neue Rabobank-Sprintkapitän Mark Renshaw wurde Neunter hinter dem Spanier Xavier Florencio (Katjuscha). Platz zehn ging an Manuel Belletti (Ag2R), einen weiteren Italiener.
Mit seinem zweiten Saisonsieg übernahm Greipel auch die Führung im Gesamtklassement. Die Ergebnisse des Kriteriums gehen nicht in die Endabrechnung mit ein. Platz zwei belegt Petacchi mit vier Sekunden Rückstand, Zeitgleicher Dritter ist der Schweizer Martin Kohler (BMC), der als Ausreißer beide Zwischensprints gewann und sich dadurch Zeitgutschriften sicherte.
Bei extremen Temperaturen von mehr als 40 Grad und starkem Gegenwind ergriffen unmittelbar nach Ende der Neutralisation vier Fahrer die Flucht. Kohler, der Russe Eduard Vorganov (Katjuscha), der Italiener Marcello Pavarin (Vacansoleil-DCM) und der Australier Rohan Dennis (UniSA) fuhren einen Vorsprung von mehr als elf Minuten heraus, bevor das Feld reagierte und vor allem die Sprinterteams wie Lotto, Sky und die Lokalmatadoren von GreenEdge die Verfolgungsarbeit übernahmen.
Nachdem der Abstand 25 Kilometer vor dem Ziel auf deutlich unter zwei Minuten geschrumpft war, versuchte es Rohan auf den letzten 15 Kilometern mit einer Soloattacke, die aber angesichts des Gegenwinds und seines Kräfteverlusts vergeblich war.
Im bergab führenden Finale sorgte ein Sturz auf dem letzten Kilometer für Verwirrung unter den Sprintzügen, die Petacchi für sich nutzen wollte. Mit einem frühen Antritt zog der 38-Jährige davon, hatte aber die Rechnung ohne Greipel gemacht, der Petacchi noch abfangen und einen knappen Sieg feiern konnte.
Zu den mehr als 20 gestürzten Fahrern zählten auch Greipels Teamkollege Jurgen Roelandts, der Franzose Frederic Guesdon (FDJ-BigMat) und der Italiener Matteo Montaguti (AG2R-La Mondiale). Beide mussten in das Royal Adelaide Hospital gebracht werden, der Belgier mit vermutetem Schlüsselbeinbruch, der 40 Jahre alte Guesdon mit Verdacht auf Hüftbruch, der sein Karriereende bedeuten könnte. Montaguti wurde in die SportsMed-Klinik in Adelaide eingeliefert und dort ebenfalls wegen Verdacht auf Schlüsselbeinbruch geröntgt.
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