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30.05.2011 | (rsn) - Ausrollen auf der letzten Etappe? Von wegen... Nachdem das Feld aus Friedberg gerollt ist und die Neutralisation vorbei war, ging es gleich voll zur Sache. Es gab ständig Attacken und wir Fahrer haben uns wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Entscheidend absetzen konnte sich nach 30 Minuten letztlich ein Fahrer von SaxoBank. Danach kehrte erst mal Ruhe im Peloton ein.
Ich habe das genutzt, um die Beine durchzuschütteln und versucht, mich vom sehr hohen Anfangstempo zu erholen. Ziemlich schnell hat Sky dann begonnen, die Nachführarbeit zu leisten und von da an hieß es, die Zeit bis zur Finalrunde abzusitzen.
Aber für mich war dann doch noch etwas zu tun unterwegs: Nach 50 Kilometern ist mir irgendjemand mit seinem Vorderrad an mein Schaltwerk gefahren und plötzlich konnte ich nicht mehr vernünftig schalten. Also habe ich angehalten und das Ersatzrad für ein paar Kilometer genommen. Danach durfte ich dann noch einmal auf mein richtiges Wettkampfrad zurückwechseln. Man hat ja sonst nichts zu tun...
Auf der Zielrunde hat sich dann herausgestellt, dass wir auf den letzten 2,5 Kilometern Rückenwind hatten und die letzten 500 Meter bis zum Ziel leicht ansteigend waren. Unser Plan war es eigentlich, die letzten 1,5 Kilometer von vorne zu fahren, um dann in guter Position zu sein. Nur hat uns der Rückenwind da einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Es war einfach nicht möglich, das Feld durch ein hohes Tempo lang zu ziehen.
Stattdessen kamen viele Fahrer immer wieder nach vorne und es hat sich bunt gemischt. In all dem Durcheinander habe ich dann auch noch Rogers Hinterrad verloren und er hat es dann selber versucht. Schade, dass es nur zum sechsten Platz gereicht hat, aber unsere Sprintvorbereitung hat einfach nicht gut genug geklappt. Dafür hat Johannes seinen sechsten Platz in der Gesamtwertung verteidigt.
Die Bayern-Rundfahrt war wieder ein tolles Rennen und es hat viel Spaß mit der Mannschaft gemacht! Ich freue mich aber auch auf die kommenden Tage mit ein bisschen Ruhe und Entspannung. Denn die nächsten Rennen kommen bestimmt und da möchte ich wieder fit sein!
Beste Grüße
Euer Marcel
Mit sechs Saisonsiegen ist Marcel Kittel (Skil-Shimano) der
erfolgreichste deutsche Profi der laufenden Saison. Bei der
Bayern-Rundfahrt führt der Thüringer auf Radsport News ein Tagebuch, und
schildert seine Erlebnisse auf und neben der Strecke.
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