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15.06.2010 | (rsn) - In der neuen Serie "Was macht eigentlich...?" befragt Radsport News Ex-Profis über ihr Leben nach der Radsportkarriere. Im fünften Teil steht der ehemalige Telekom- und Gerolsteiner-Profi Udo Bölts Rede und Antwort
Herr Bölts, Wie sieht Ihr (berufliches) Leben nach dem Radsport aus?
Bölts: Ich betreue ein Mountainbike–Park-Projekt im Pfälzer Wald. Außerdem bin ich noch Repräsentant bei der Radfirma Cube.
Sie gelten als sehr heimat- und naturverbunden. Wohnen Sie noch immer in Heltersberg? Wie oft sind Sie im Pfälzer Wald unterwegs?
Bölts: Ja, es stimmt, dass ich sehr heimatverbunden bin und ich wohne auch noch in Heltersberg. Ich bin eigentlich täglich im Pfälzer Wald unterwegs. Mal zu Fuß beim Lauftraining, oder mit dem Mountainbike. Manchmal aber auch mit dem PKW, um die Wege des Mountainbike-Parks in Ordnung zu halten.
Wie halten Sie sich fit?
Bölts: Mit Lauftraining in unserer Laufgruppe des TuS Heltersberg und mit Mountainbikefahren.
Betreiben Ihre Kinder Sport und würden Sie ihnen eine Radsportkarriere anraten?
Bölts: Ja, meine Kinder treiben auch Sport. Und warum sollte ich ihnen von einer Radsportkarriere abraten, wenn sie das wollten?
Verfolgen Sie den Profiradsport noch? Wenn ja – wie?
Bölts: Ich verfolge den Profiradsport noch – im Internet oder auf Eurosport.
Können Sie sich vorstellen, in irgendeiner Funktion wieder in den Radsport zurückzukehren?Â
Bölts: Nein, das kann ich mir eigentlich nicht mehr vorstellen. Bei uns in Deutschland hat man auch ständig den Druck der Medien im Nacken und man wird leider überwiegend nur mit dem Thema Doping in Verbindung gebracht.
Sie waren einer der besten deutschen Profis. Berühmt geworden sind Sie aber als Helfer von Jan Ullrich und dem Satz „Quäl dich du Sau“. Hat es Sie geärgert, dass Sie in der öffentlichen Wahrnehmung auf die Rolle des Ullrich-Helfers reduziert wurden?
Bölts: Ich hatte nie ein Problem mit meiner Helferrolle. Ich habe es immer gerne gemacht. Denn um ganz vorne mitfahren zu können, hatte ich nicht die Voraussetzungen. Egal, wer mein Kapitän war: War er mit mir zufrieden, so war ich es auch.
Können Sie den Satz „Quäl dich du Sau“ überhaupt noch hören?
Bölts: Den Satz höre ich sehr oft und muss ihn auch schreiben. Ich habe damit aber kein Problem. Der Spruch passt zum Radsport und zu mir.
Haben Sie noch Kontakt zu Jan Ullrich und den Kollegen aus Telekom-Zeiten?
Bölts: Nein, ich habe keinen Kontakt mehr zu Jan Ullrich. Mit manch anderen Kollegen stehe ich noch im Kontakt, aber eher sporadisch.
Als einziger der ehemaligen Telekom-Profis, die Doping gestanden hatten, haben Sie sich komplett aus dem Profiradsport zurückgezogen. Warum?
Bölts: Ich war zu der Zeit Sportlicher Leiter bei Gerolsteiner und wollte nicht, dass die jungen Fahrer ständig mit meiner Vergangenheit konfrontiert würden. Ich dachte, ich würde dem Team damit helfen.
Würden Sie heute wieder so handeln ?
Bölts: Ja, ich würde es wieder genau so machen. Denn Sie sehen ja selbst: Die meisten Fragen eines Interviews drehen sich um das Thema Doping.
Nach der Telekom-Affäre ist der deutsche Profiradsport in eine schwere Krise geraten. Fühlen Sie sich persönlich ein Stück weit dafür mitverantwortlich?
Bölts: Schwierige Frage. Bismarck hat einmal gesagt: „Es gibt keine Handlung, für die niemand verantwortlich ist.“ Sicherlich bin ich auch mitschuldig an der Krise in Deutschland. Aber ich sah damals für mich keine andere Möglichkeit.
Glauben Sie, dass der Radsport heute sauberer geworden ist?
Bölts: Das kann ich nicht beurteilen. Ich hoffe es aber.
Sie waren unmittelbar vor Ihrem Rückzug 2007 Sportlicher Leiter bei Gerolsteiner. Hat es Sie überrascht, dass mittlerweile mehrere Gerolsteiner-Fahrer des Dopings überführt worden sind?
Bölts: Das ein oder andere Mal war ich sicherlich überrascht. Ich dachte, sie hätten aus der Vergangenheit gelernt.
Aus eigener Erfahrung und in Anbetracht der jüngsten Dopingfälle: Glauben Sie, dass dopingfreier Radsport auf Weltklasseniveau überhaupt möglich ist?
Bölts: Ja, ich glaube schon. Nur müssten sich dann alle an die Regeln halten. Der Radsport ist meiner Meinung nach der härteste Sport der Welt. Aber ob mit oder ohne Doping: Die Siegerlisten wären die gleichen. Die, die ganz vorne sind, sind Weltklasseathleten, die natürlich auch mehr Talent haben als andere. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Es wird im Radsport nicht mehr gedopt als in anderen Sportarten, in denen es um Geld geht. Der Radsport geht sehr offensiv mit der Dopingproblematik um. Es wäre nur fair, wenn das überall so wäre!
Was waren Ihr schönster und Ihr schlimmster Tag als Profi?
Bölts: Der schönste war mein Etappensieg beim Giro d`Italia 1992. Der schlimmste war, als Fabio Casartelli (bei der Tour de France 1995, d. Red,) tödlich verunglückte.
Sind Sie froh, dass das Kapitel Radsport beendet ist oder trauern Sie der Zeit nach?
Bölts: Ich habe im Radsport „ganz oben“ und „ganz unten“ erlebt. Eine Karriere mit viel Beifall und ein Abschied mit Prügel. Dennoch ist der Radsport ein Teil meines Lebens und wird immer zu mir gehören.
Udo Bölts fuhr von 1989 bis 2002 für das Team Stuttgart und ab 1991 für das daraus entstandene Team Telekom. Seine Karriere beendete der Heltersberger Ende 2003 im Trikot des Gerolsteiner-Teams, für das er anschließend bis 2007 als Sportlicher Leiter tätig war. Die größten Sportlichen Erfolge des heute 43-Jährigen waren der Gesamtsieg bei der Dauphiné Libéré 1997, ein Giro-Etappensieg 1992, der Sieg bei der Clasica San Sebastian 1996 sowie drei deutsche Meistertitel. In seiner Karriere fuhr Bölts zudem zwölf Mal am Stück die Tour de France und kam jeweils im Paris an. Im Zuge der Telekom-Affäre 2007 gestand Bölts, von 1996 bis 1997 mit EPO und Wachstumshormonen gedopt zu haben, und zog sich anschließend aus dem Profiradsport zurück.
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