Vuelta-Kolumne

Neun „Senioren“ auf der Jagd nach dem Grauen Trikot

Von Guido Scholl

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Foto: ROTH

31.08.2008  |  Alter schützt vor Leistung nicht. Das hat vor wenigen Wochen Carlos Sastre bei der Tour de France gezeigt. Der 33-jährige Spanier war bei der Königsetappe hinauf nach Alpe d’Huez nicht zu stoppen, fuhr ins Gelbe Trikot und ließ sich die Trophäe auch im abschließenden Einzelzeitfahren nicht mehr abjagen.

Zu den Alten gehört der Toursieger 2008 aber eigentlich gar nicht. Zumindest dann nicht, wenn man als Maßstab Inigo Cuesta heranzieht. Der zählt schlappe 39 Lenze und ist damit der älteste Teilnehmer der gerade gestarteten Spanien-Rundfahrt. Angenommen, es gäbe eine Senioren-Wertung bei der Vuelta, in der alle Fahrer mit mindestens 35 Jahren auf dem sprichwörtlichen Buckel antreten – Cuesta wäre ein heißer Kandidat auf den Sieg. Schließlich war der Spanier bereits 13. der Vuelta und hat 1998 die Baskenland-Rundfahrt gewonnen.

Allerdings startet Cuesta nicht als einziger aussichtsreicher Anwärter auf das imaginäre „Graue Trikot“. Da wäre vor allem Jose Luis Rubiera (35), einst Lance Armstrongs Helfer und 6. sowie 7. der Spanienrundfahrt in 1999 beziehungsweise 2001. Oder vielleicht gelingt Bingen Fernandez (35) ein Überraschungscoup. Immerhin ist er ein bergfester Mann, der unter anderem bei der Katalanischen Woche und der Baskenland-Rundfahrt schon unter den ersten Zehn platziert war.

Auch der 35-jährige Gorazd Stangelj und Dauerbrenner Davide Rebellin (37) könnten sich weit genug vorn festbeißen, um das „Graue“ zu gewinnen. Komplettiert wird das Feld der Senioren von Jose-Luis Arrieta (immerhin Etappensieger der Vuelta 2006 und Erster auf dem Galibier in der 1999er Tour de France), Vicente Garcia Acosta (ebenfalls Vuelta- und außerdem Tour-Etappensieger), Michael Blaudzun (Sieger der Herald Sun Tour 1999 und der Hessen-Rundfahrt 2001) und zu guter Letzt Erik Zabel. Okay, ein Sprinter. Aber immerhin war Ete viertbester Ü35-Fahrer der vergangenen Tour de France. Bester „Senior“ war dort übrigens der 38-jährige Stephane Goubert als 21. der Gesamtwertung.

Nach dem Mannschaftszeitfahren liegen die „Grauen“ selbstredend noch eng beisammen. Erster Mann in Grau ist der Slowene Gorazd Stangelj, gefolgt von Txente Garcia Acosta (eine Sekunde zurück). Nur Michael Blaudzun hat schon einige Sekunden mehr aufgebrummt bekommen.

Wertung Graues Trikot:

1. Gorazd Stangelj
2. Txente Garcia Acosta + 0:01
3. Inigo Cuesta + 0:04
4. Jose Luis Rubiera + 0:06
5. Erik Zabel + 0:07
6. Davide Rebellin + 0:10
7. Jose-Luis Arrieta + 0:12
8. Bingen Fernandez + 0:12
9. Michael Blaudzun + 0:38

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