91. „Rund um Köln“

Gerdemann muss sich beim Heimspiel beweisen

Von Matthias Seng

14.04.2006  |  Für Linus Gerdemann wird der deutsche Klassiker „Rund um Köln“ zum Heimspiel werden. Der aus Münster stammende und in der rheinischen Metropole lebende T-Mobile-Hoffnungsträger hat sich die vergangenen beiden Wochen zusammen mit Teamkollege Jörg Ludewig auf Mallorca in Form gebracht. Am morgigen Samstag geht der Flieger abends zurück nach Deutschland, am Ostermontag dann ist Gerdemann wichtiger Baustein im T-Mobile –Aufgebot.

Der T-Mobile-Neuzugang ist zufrieden mit seinen ersten Monaten beim neuen Arbeitgeber, auch wenn bei seinen bisherigen Auftritten noch keine Top-Ergebnisse heraussprangen. „Natürlich hätte bei dem ein oder anderen Rennen ein besseres Ergebnis rausschauen können“, so Gerdemann im Gespräch mit Radsport aktiv, „aber mein primäres Ziel war ja, meine Physis weiter zu entwickeln – und das habe ich erreicht.“

Gerdemann weiß, dass er uns eine Teamkollegen in Köln unter besonderem Druck stehen, denn auch in diesem Frühjahr fehlen T-Mobile schlichtweg Siege. „Wir machen uns den Druck schon selber“, so Gerdemann. „T-Mobile hat ja den Anspruch, eines der besten Teams der Welt zu sein. Unser Potenzial ist bisher noch nicht wirklich zum Vorschein gekommen. Aber man muss auch sehen, dass wir bisher ziemlich viel Verletzungspech hatten. Dafür haben wir uns noch ganz gut verkauft.“

Vor heimischem Publikum aber ist die Erwartungshaltung viel höher als bei den bisherigen Rennen. Das weiß auch T-Mobiles Sportlicher Leiter Frans Van Looy: "Wir sind gefordert, Akzente zu setzen, und unsere Fahrer sind dazu auch in der Lage“, gibt der Belgier auf der Team-Website die Marschroute vor und zeigt sich optimistisch: "Wir haben für jede Situation im Rennen den richtigen Fahrer im Team."

Gerdemann selber hält die Strecke zwar für anspruchsvoll, aber nicht sehr selektiv. „Nach dem Kopfsteinpflaster-Anstieg zum Bensberger Schloss geht es noch rund 45 Kilometer flach bis ins Ziel dahin“, gibt er zu bedenken. „Das ist dann doch eher etwas für Team Milram mit Zabel und Petacchi. Es wird nicht ganz einfach sein gegen die beiden zu bestehen. Aber wir werden alles versuchen sie zu ärgern.“ Daran wird sich auch Michael Rogers beteiligen. Der australische Zeitfahrweltmeister wird den zuletzt angeschlagenen Thomas Ziegler ersetzen.

Für Linus Gerdemann beginnt nach „Rund um Köln“ die Zeit der Rundfahrten: „Ich werde die Tour de Romandie fahren und danach den Giro.“ Zwischen dem ProTour-Rennen in der Schweiz und der Italien-Rundfahrt liegt nur rund eine Woche. Angst vor Überbelastung hat der Münsteraner aber keine. „Ich kommt mit Belastungen gut zurecht. Ich denke, ich bin ein Fahrertyp, der mit langen Rundfahrten gut zurecht kommt.“

Das bewies er im letzten Jahr bei seinem Vuelta-Debüt. An seinem 23. Geburtstag fuhr Gerdemann, damals noch im CSC-Trikot, auf der 19. Etappe um den Sieg mit und belegte am Ende einen guten achten Platz. Das aber ist Vergangenheit. Am Montag muss sich Gerdemann beim Heimspiel beweisen. Er und T-Mobile stehen unter besonderer Beobachtung.

Weitere Radsportnachrichten

08.01.2026Iserbyt muss seine Karriere beenden

(rsn) – In einem emotionalen Video auf Instagram hat Eli Iserbyt (Pauwels Sauzen – Altez) das Ende seiner Karriere erklärt. Seit Februar 2025 hat er ehemalige Weltranglistenerste kein Rennen mehr

08.01.2026Verschneite Querfeldein-Titelkämpfe in Bensheim

(rsn) – Am kommenden Wochenende werden im südhessischen Bensheim die Deutschen Meisterschaften im Cross ausgetragen. Wie schon 2018 finden die Titelkämpfe rund um den Bikepark am Berliner Ring im

08.01.2026Soudal - Quick-Step bindet auch Magnier langfristig

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

08.01.2026Soudal bleibt Titelsponsor bis 2030, Dumoulin wird Renndirektor

(rsn) - Ex-Profi Tom Dumoulin wird neuer Renndirektor des Amstel Gold Race. Der 35-jährige Niederländer übernimmt den Job von Leo van Vliet, allerdings erst zur Austragung 2027. Es wird die 61. sei

08.01.2026Titelverteidiger Plapp fährt hinterher: Vine ist neue Zeitfahrmeister Australiens

(rsn) – Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) hat sich zum zweiten Mal nach 2023 zum australischen Zeitfahrmeister gekrönt. Der 30-Jährige fuhr in Perth, wo auch die Straßenrennen ausgetragen

08.01.2026Als ProTeam: Tudor legt den Fokus auf die Grand Tours

(rsn) – Der Schweizer Rennstall Tudor Pro Cycling hat am Mittwoch im spanischen Moraira etwas östlich von Calpe an der Costa Blanca seinen Medientag vor der Saison 2026 abgehalten. Und Miteigentüm

08.01.2026Nach starker Saison startet erneut die Jagd auf den “Heiligen Gral“

(rsn) – Sechs Neuverpflichtungen nahm FDJ - Suez für das Jahr 2025 unter Vertrag und krempelte das Team damit maßgeblich um. Vom siebten Platz 2024 arbeitete sich die französische Mannschaft zum

07.01.2026Simon Yates beendet Karriere

(rsn) – Der amtierende Giro-Sieger Simon Yates hat am Mittwochmittag völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung seine Karriere beendet. “Ich habe die Entscheidung getroffen, mich vom profess

07.01.2026Pidcock und Pinarello-Sextett zieht es nach Chile

(rsn) – Dass Radsportler vor Saisonbeginn ins Höhentrainingslager ziehen, ist nichts Besonderes. Dass ein Septett von Pinarello einen Monat nach Südamerika reist, ist dann aber doch sehr ungewöhn

07.01.2026Roodhooft: Van der Poel “war einfach so, wie er sein musste“

(rsn) – In der Weihnachtsperiode hat Niels Vandeputte zwei Crossrennen im Trikot von Alpecin – Deceuninck und im neuen Jahr dem von Alpecin – Premier Tech gewonnen. Doch Fahrer der belgischen Ma

07.01.2026Die Hoffnung auf Healy und Highlights

(rsn) – Auf dem Papier war die Saison 2025 eine durchschnittliche für das Team EF Education – EasyPost. Zehn Siege lagen unter der Norm für die US-amerikanische Equipe, Rang zwölf im UCI-Rankin

06.01.2026Mit “Mont Ventoux Norwegens“ und Finale an den Hängen der Ski-WM

(rsn) – Während es 2026 keine Tour of Norway geben wird, weil die öffentlichen Förderungen gestrichen wurden, steht das Arctic Race of Norway (2.Pro) auch in diesem Jahr wieder im Rennkalender. I

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)