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01.02.2025 | (rsn) – Ally Wollaston (FDJ – Suez) hat zum Abschluss des australischen Radsport-Sommers beim Cadel Evans Great Ocean Road Race (1.WWT) eindrucksvoll unterstrichen, weshalb sie als eine der meistversprechenden Fahrerinnen für die Saison 2025 gilt.
Die 24-jährige Neuseeländerin biss sich an den zwei steilen Anstiegen des finalen Rundkurses von Geelong – dem Challambra Crescent und der Melville Avenue - an den besten Klettererinnen im Feld fest und setzte sich nach 141,8 Kilometern im Sprint einer nur noch 15-köpfigen Gruppe deutlich vor Karlijn Swinkels (UAE Team ADQ) und Tour-Down-Under-Siegerin Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) durch. Vierte wurde Chloe Dygert (Canyon – SRAM – zondacrypto) vor Silke Smulders (Liv – AlUla – Jayco).
"Ich wusste, dass ich den ganzen Tag nur eines tun musste: Kräfte sparen", sagte Wollaston im Ziel. "Glücklicherweise waren meine Teamkolleginnen stark genug, um allen Attacken zu folgen und das Rennen zu kontrollieren. Als wir dann zum ersten Mal Challambra rauf sind, habe ich ihnen gesagt, dass ich mich heute superstark fühle. Ich war wirklich überrascht, dass ich da mit den Ersten mit rüberkam. Und dann sind die Mädels voll für mich gefahren – das macht mich so stolz!"
Für die als hügelfeste Sprinterin bekannte Wollaston war es der erste Sieg bei einem WorldTour-Eintagesrennen, nachdem sie im Vorjahr bereits einen Etappensieg bei der Tour Down Under gefeiert hatte. Insgesamt hat die 24-Jährige, die im Winter von AG Insurance – Soudal zu FDJ – Suez gewechselt ist und vor vier Tagen bereits den Surf Coast Classic (1.1) gewonnen hatte, nun bereits zehn Profisiege auf der Straße auf ihrem Konto – dazu kommen ihr Weltmeistertitel im Omnium auf der Bahn und zwei Olympia-Bahnmedaillen aus Paris.
"Ich habe mich in den letzten Wochen schon superstark gefühlt und heute hat einfach wieder alles zusammengepasst. Jetzt kann ich es kaum abwarten, mit diesen Mädels nach Europa zu kommen", strahlte Wollaston.
Nach rund drei neutralisierten Kilometern verließ das Peloton Geelong in östlicher Richtung an der riesigen Bucht Port Philip entlang. Die große 110-Kilometer-Runde durchs Hinterland und über die Küstenorte Ocean Grove und Torquay wurde in diesem Jahr im Uhrzeigersinn gefahren, wie zuletzt 2020. Seitdem hatten die Veranstalter die Runde andersherum absolvieren lassen.
Zu Rennbeginn herrschte daher Gegenwind und erst nach gut 60 Kilometern initiierte Kim Cadzow (EF Education – Oatly) einen ersten Vorstoß. Es bildete sich eine zwölfköpfige Gruppe, in der auch Wollaston, Ruby Roseman-Gannon (Liv – AlUla – Jayco) und Sofia Bertizzolo (UAE Team ADQ) saßen.
Weit kamen sie aber nicht: 70 Kilometer vor dem Ziel war das Peloton wieder geschlossen und nun setzten sich Babette van der Wolf (EF Education – Oatly) und Stine Dale (Coop – Repsol) ab. Sie fuhren über zwei Minuten Vorsprung heraus, bevor 53 Kilometer vor dem Ziel Hektik im Hauptfeld entstand, weil AG Insurance – Soudal versuchte, Seitenwind auszunutzen und das Feld zerriss. Als die Straße drei Kilometer später aber wieder von Bäumen umgeben war, rollte es wieder zusammen.
Zu zweit erreichten Dale und van der Wolf den Stadtrand von Geelong und die anderthalb Runden auf dem finalen Rundkurs. Es ging zum ersten Mal den das Rennen meist vorentscheidenden Challambra Crescent (1,1 km bei 8,6%) hinauf und Dale ließ dort van der Wolf stehen. Am Ende der oben hinaus bis zu elf Prozent steilen Rampe hatte die Norwegerin 30 Kilometer vor dem Ziel 45 Sekunden Vorsprung auf die Niederländerin und rund 1:20 Minuten auf das schrumpfende Hauptfeld.
Nach der Abfahrt, in der Justine Ghekiere (AG Insurance – Soudal) mit dem Bauch auf eine Leitplanke stürzte und das Rennen aufgeben musste, sowie dem kurzen, aber steilen Gegenanstieg in der Melville Avenue (420m bei 8,5%) versuchten auf dem anschließend flachen Weg durch Geelong in Richtung erster Zielpassage mehrere Fahrerinnen, sich jeweils allein vom noch etwa 40-köpfigen Feld abzusetzen. Niemand aber kam richtig weg. Dale fuhr 21 Kilometer vor Schluss noch mit 15 Sekunden Vorsprung über den Zielstrich in die Schlussrunde hinein und wurde dort bald gestellt.
In der elf Kilometer langen, flachen Anfahrt zum Challambra Crescent lancierte Tiffany Cromwell (Canyon – SRAM – zondacrypto) gleich drei Attacken und sorgte so dafür, dass das Tempo nie nachließ, bis die Straße zehn Kilometer vor dem Ziel wieder anzusteigen begann. Am Berg dann bestimmte zunächst Ella Wyllie das Tempo und im steilsten Stück sorgte ihre Teamkollegin Silke Smulders (Liv – AlUla – Jayco) mit einem harten Angriff für die Vorselektion.
Nur acht Frauen kamen noch gemeinsam über die Kuppe, angeführt von Niamh Fisher-Black (Lidl – Trek), Elise Chabbey (FDJ – Suez) und Smulders, doch in der Abfahrt wuchs die Spitzengruppe nochmal auf 13 Frauen an. Mie Björndal Ottestad (Uno-X) setzte sich bergab ab, wurde in der Melville Avenue aber schnell wieder gestellt. Dort attackierte die Vorjahreszweite Dominika Wlodarczyk (UAE Team ADQ) Seite an Seite mit Chabbey und Dygert, so dass sich kurzzeitig wieder ein Sextett absetzte.
Das aber fand keine Einigkeit und so wuchs die Gruppe 5,5 Kilometer vor dem Ziel wieder an. Diesen Moment nutzte die gerade erst von hinten herangekommene Alice Towers (Canyon – SRAM – zondacrypto) zum Solo-Vorstoß. Die Britin wurde zwei Kilometer später aber wieder gestellt und dann startete Ottestad an der 2-Kilometer-Marke noch eine zweite Attacke, kam aber ebenfalls nicht durch.
Towers und Chabbey schlossen die Lücke an der 500-Meter-Marke und ermöglichten so den Sprint, den Wollaston 250 Meter vor dem Ziel eröffnete und von vorne souverän vor Swinkels und Rüegg gewann.
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