“Wir hätten führen sollen, nicht Laporte“

Van Aert und De Lie: In Harmonie den EM-Titel verpasst

Von Felix Mattis

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Wout van Aert, Olav Kooij und Arnaud De Lie versuchen im Sprint am VAM-Berg, Christophe Laporte auf den letzten Metern noch einzuholen. | Foto: Cor Vos

25.09.2023  |  (rsn) – Wout van Aert auf Platz zwei, Arnaud De Lie auf Rang vier – das war die Ausbeute der Belgischen Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften von Drenthe. Anstatt mit einem von ihnen den Titel zu gewinnen, sahen die Mannen in Hellblau beide ihre Kapitäne Spitzen-Platzierungen einfahren, die aber angesichts der Favoritenstellung des Duos unterm Strich bedeuteten: Man hat verloren.

Trotzdem aber hatte die Zusammenarbeit von van Aert und De Lie gut geklappt, wie auch die beiden Protagonisten nach dem Rennen betonten. An Kompetenzgerangel oder zu großer Eigensinnigkeit beider Akteure lag die Niederlage gegen Christophe Laporte nicht.

"Wir haben uns geeinigt, dass wir meine Karte spielen. Ich glaube er dachte, dass ich die bessere Wahl war. Das war auch eine gute Entscheidung", erklärte van Aert nach dem Rennen gegenüber Het Nieuwsblad und De Lie bestätigte: "Es war superhart am Ende. Wout und ich haben fünf Kilometer vor dem Ziel gesprochen und ich sagte: 'Wir fahren für Dich.' Es war eine gute Möglichkeit, ihm einen Titel zu bescheren, aber leider ist er hinter einem superstarken Laporte Zweiter geworden."

Tatsächlich spannte sich De Lie bei der letzten VAM-Berg-Passage voll für van Aert ein. Er fuhr den ersten Teil des zweigeteilten Anstiegs Vollgas hinauf und van Aert klebte an seinem Hinterrad. So machten sie aus zehn nur noch etwa drei Sekunden Rückstand, als es in die kurze Zwischenabfahrt ging. Im finalen Sprint bergauf zum Ziel dann sah es zunächsst so aus, als würde der Plan perfekt aufgehen: Van Aert schoss mit Olav Kooij am Hinterrad an Laporte heran, doch als er auf gleicher Höhe mit dem Franzosen war, gingen dem Belgier die Kräfte aus und Laporte konnte sich doch noch zur Gold-Medaille retten.

Den Fehler machten die Belgier schon zwölf Kilometer vor dem Ziel

"Wir haben unterschätzt, wie viel er noch übrig hatte am Ende", sagte van Aert nach dem Rennen und meinte, dass man an sich nicht viel falsch gemacht habe – außer, dass man die Situation mit Laporte als Solo-Ausreißer zwölf Kilometer vor Schluss gar nicht erst hätte entstehen lassen dürfen.

"De Lie oder ich hätten führen sollen, nicht Laporte", gestand van Aert, dass man die Doppelspitze in der nur noch zehnköpfigen Gruppe, die um die Medaillen kämpfte, da schon besser hätte ausspielen können. "Danach haben wir nicht mehr wirklich etwas falsch gemacht, aber er fuhr eben sehr clever, um noch etwas übrig zu haben fürs Ende."

De Lie wiederum spekulierte nach dem Rennen auch, was hätte sein können wenn man dies oder das anders gemacht hätte. "Rückblickend hätte ich vielleicht doch die Beine gehabt, um zu gewinnen, aber man kann sich da nie sicher sein. Vielleicht haben wir auch den Sprint etwas zu früh begonnen, aber so ist das eben in einem Rennen", sagte der 21-Jährige.

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