Giro-Favorit verliert auf 15. Etappe 40 Sekunden

Roglic küsst auf Tolhoeks Rad die Leitplanke

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Mit Kratzern im Gesicht begab sich Primoz Roglic (Jumbo - Visma) auf Aufholjagd im Finale der 15. Giro-Etappe. | Foto: Cor Vos

26.05.2019  |  (rsn) - War es das kennzeichnende Bild der nächsten Tage in diesem Giro d’Italia? Primoz Roglic (Jumbo – Visma) mit dem Rücken zur Wand? In diesem Fall mit dem Kopf voran hängend an der Leitplanke? Für einen kurzen Augenblick war es live bei Eurosport zu sehen, nachdem der Gesamtzweite in seiner Aufholjagd auf dem Rad seines Teamkollegen Antwan Tolhoek in einer Kurve zuviel riskiert hatte. Zum Glück war die Straßenbegrenzung an dieser Stelle hoch genug. Sonst hätte der Slowene tief fallen können!

Hinter der Leitplanke in der Abfahrt vom letzten Berg des Tages ging es nämlich noch mehrere Meter runter. So konnte sich Roglic festhalten und mit nur ein paar Schrammen im Gesicht seine Fahrt fortsetzen.

"Es war nicht der beste und auch nicht der schlechteste Tag. Ich bin am Ende zufrieden. Ich musste mein Rad wechseln, da die Schaltung kaputt war", erklärte Roglic, nachdem er nach kurzer Behandlung noch mal aus dem Team-Bus geklettert war. Der Defekt passierte in der Anfahrt zum Anstieg nach Civiglio auf den letzten 20 Kilometern. Der Jumbo-Visma-Kapitän bekam zwar fix das Rad seines Teamkollegen Tolhoek, doch schnell befand er sich noch hinter den Begleitfahrzeugen.

Nach erfolgreicher Aufholjagd wurde Roglic, der nicht mehr so stark wie zu Beginn des Giro wirkte, dann aber abgehängt, als Vincenzo Nibali (Bahrain - Merida) im oberen Teil des letzten Berges attackierte. Auf dem Gipfel hatte er 18 Sekunden Rückstand auf den Italiener, der sich mit Richard Carapaz (Movistar) und Hugh Carthy (Education First) am Hinterrad in die Abfahrt stürzte.

Auch Roglic gab alles, kam aber mit dem fremden Ersatzrad nicht zurecht. "Es fühlte sich anders an, in der einen Kurve war ich etwas zu schnell", erklärte er den "Kuss an die Leitplanke". Eine große Sache wollte er aberdraus machen. "Das meiste Blut stammt vom Gesicht, aber es ist nicht so schlimm. Zum Glück hatte ich beim Sturz kein so hohes Tempo. Das Rennen ist noch lang, aber ich freue mich jetzt zuerst einmal auf den Ruhetag", sagte er.

Der Slowene erreichte schließlich als Dreizehnter das Ziel und verlor 40 Sekunden auf seine größten Konkurrenten Carapaz, Nibali und Simon Yates (Mitchelton – Scott). Roglic behielt zwar im Kampf um Rosa seinen zweiten Platz hinter Carapaz (+0:47). Aber rosig ist seine Zukunft nicht, da die Gegner vor der letzten, extrem schweren Woche aufrücken konnten.

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