Vorgestellt: die 18 WorldTour-Mannschaften

LottoNL - Jumbo: Fliegt Roglic noch höher hinaus?

Von Daniel Brickwedde

Foto zu dem Text "LottoNL - Jumbo: Fliegt Roglic noch höher hinaus?"
Das LottoNL-Jumbo-Aufgebot 2018 | Foto: Cor Vos

24.01.2018  |  (rsn) - Radsport News stellt die 18 WorldTour-Teams vor, die bei der 20. Tour Down Under in die Saison eingestiegen sind. Das niederländische LottoNL-Jumbo-Team erhofft sich 2018 vor allem von Primoz Roglic und Dylan Groenewegen weitere Leistungssteigerungen. Der Slowene soll in den Rundfahrten für Furore sorgen, der Niederländer will in den Sprints Marcel Kittel & Co. herausfordern.

LottoNL - Jumbo

Rückblick 2017: Die WorldTour-Teamwertung schloss die niederländische Equipe lediglich auf Platz 16 ab. Doch bei genauerer Betrachtung kann die Saison durchaus als Erfolg gewertet werden. Allen voran durch die positive Entwicklung von Primoz Roglic, der die Volta ao Algarve gewann, Dritter der Tour de Romandie und Vierter bei Tirreno-Adriatico wurde und seine Saison mit einem Etappensieg bei der Tour de France krönte. Ein weiterer Tageserfolg in Frankreich gelang Dylan Groenewegen auf der prestigeträchtigen Schlussetappe in Paris – mehr als einen Tour-Etappensieg konnte das Team zuletzt 2007 feiern.

Mit acht Saisonerfolgen war Groenewegen zudem der erfolgreichste Fahrer im Team, allerdings gewann er zumeist unterhalb der WorldTour. Weitere Erfolge waren der Sieg im abschließenden Zeitfahren des Giro d’Italia durch Jos van Emden sowie die Gesamtsiege bei der Kalifornien-Rundfahrt und der Tour of Britain durch George Bennett und Lars Boom. Dagegen scheiterte der Angriff von Steven Kruijswijk auf das Gesamtklassement des Giro. Der Niederländer konnte an seinen sensationellen Auftritt aus dem Vorjahr nicht anknüpfen und gab kurz vor Ende der Italien-Rundfahrt mit Magenproblemen auf.

Die wichtigsten Zu- und Abgänge: Bei LottoNL-Jumbo gab es über den Winter nur geringfügige Veränderungen. Unter den Abgängen befanden sich Zeitfahreuropameister Victor Campenaerts (Lotto-Soudal), Steven Lammertink (Vital Concept) und Juan José Lobato (Burgos-BH), der aufgrund der Verwendung von unerlaubten Schlafmitteln entlassen wurde. Jurgen Van den Broeck zog dagegen einen Schlussstrich unter seine Karriere.

Die namhafteste Neuverpflichtung ist Sprinter Danny van Poppel (Sky). Ebenfalls neu zum Team stießen Pascal Eenkhoorn (BMC Development) sowie die beiden US-Amerikaner Sepp Kuss (Rally) und Neilson Powless (Axeon Hagens Berman), allesamt talentierte Nachwuchskräfte.

Im Fokus: Vom Skispringer zum guten Zeitfahrer und bald zum ernsthaften Kandidaten für dreiwöchige Landesrundfahrten? Die Karriere von Primoz Roglic scheint keine Grenzen zu kennen. 2016 tauchte der ehemalige Team-Juniorenweltmeister im Skispringen erstmals auf der großen Radsport-Bühne auf, beeindruckte auf Anhieb mit einem Etappensieg im Zeitfahren des Giro d’Italia und legte im Vorjahr reihenweise mit guten Ergebnissen bei einwöchigen Rundfahrten nach. Zeitfahren, Klettern und enormes Entwicklungspotenzial: Roglic besitzt alles für eine vielversprechende Zukunft im Radsport. 2018 soll er den Giro und die Tour mit Fokus auf Etappensiege bestreiten. Allerdings sollte es nicht verwundern, wenn der Name Roglic am Ende sogar weit vorne im Klassement zu finden wäre.

Aufgepasst auf... die Neuzugänge Sepp Kuss und Neilson Powless. Die beiden US-Amerikaner haben im vergangenen Jahr bei diversen Rennen nicht nur in den USA mit ihren Auftritten für Aufsehen gesorgt. Kuss wurde Gesamtzweiter der Tour of Alberta, Powless beendete die Tour of Utah auf Position vier und beeindruckte bei den wichtigen U23-Rundfahrten Le Triptyque des Monts et Chateaux und U23-Giro ebenfalls mit Top-Ten-Platzierungen. Kuss gilt als ausgewiesener Kletterer, während Powless Fähigkeiten in fast allen Disziplinen aufweist. Noch müssen die beiden ihr Profil schärfen, für eine vielversprechende Karriere bringen sie jedoch alles mit. Möglicherweise gibt es erste Anzeichen dafür bereits 2018 zu sehen.

Ausblick 2018: Die erste Hiobsbotschaft gab es bereits vor dem Saisonstart: Lars Boom musste sich wegen Herzrhythmusstörungen Anfang Januar einer Operation unterziehen, allerdings soll seine Klassikersaison davon nicht beeinträchtigt werden. Der Niederländer ist der aussichtsreichste LottoNL-Kandidat auf vordere Platzierungen bei den Pavé-Klassikern. Hinsichtlich der großen Rundfahrten wird Kruijswijk 2018 die Tour de France dem Giro d’Italia vorziehen und in Frankreich als Kapitän eine Top-Ten-Platzierung in Angriff nehmen. Hingegen sollen Robert Gesink und Roglic auf GrandTour-Etappenjagd gehen. Einen Sieggaranten hat das Team zudem in Sprinter Groenewegen, der erneut auf acht bis zehn Saisonsiege kommen dürfte – wie viele davon auf der WorldTour, wird sich jedoch zeigen.

Zusätzlich hat sich LottoNL-Jumbo mit van Poppel einen weiteren schnellen Mann mit Klassikerfähigkeiten ins Team geholt, der beweisen muss, dass er sich als Sprinter in der Startruppe von Sky unter Wert geschlagen hat. Andererseits könnte van Poppel sich auch als wichtiger Bestandteil im Sprintzug von Groenewegen erweisen. Darüber hinaus verfügt das Team mit Fahrern wie George Bennett (Rundfahrten) oder Jos van Emden (Zeitfahren) über weitere Anwärter auf Spitzenergebnisse. Die Perspektiven des Kaders sind vielversprechend, allerdings fehlt es im LottoNL-Jumbo-Aufgebot mit Ausnahme von Roglic dann wohl doch an Klasse, um auf der WorldTour schon 2018 für die ganz großen Triumphe zu sorgen.

Eckdaten:
Land: Niederlande
Hauptsponsor: LottoNL, Jumbo
Branche: Niederländische Staatslotterie, Supermarktkette
Teamchef: Richard Plugge
Radausrüster: Bianchi
WorldTour-Ranking 2017: 16
Fahrer im Aufgebot: 26

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