43-jähriger Amateur aus der Dordogne wurde überführt

Erster Fall von "Motor-Doping" in Frankreich

Foto zu dem Text "Erster Fall von
Motordoping-Kontrolle bei der Tour de France 2016 | Foto: Cor Vos

02.10.2017  |  (rsn) - Nach Belgien und Italien meldet nun auch Frankreich den ersten Fall von "Motor-Doping“. Im Sitzrohr des Fahrrads eines 43-jährigen Amateurs aus der Dordogne wurde ein 250-Watt-Motor im Sitzrohr entdeckt, mit dem die Tretlager angetrieben wurden.

Wie der französische Journalist Thierry Vildary berichtete, habe die Nationale-Anti-Doping-Agentur AFLD nach einem Hinweis des Ex-Profis und regionalen Anti-Doping-Beraters Christophe Bassons den Mann schon seit einiger Zeit beobachtet. Nach einem Rennen am Sonntag in Saint-Michel-de-Double in der Nähe von Bordeaux habe man von ihm verlangt, sich sein Rad anschauen zu dürfen. Der Mann sei überrascht gewesen, so Vildary gegenüber der L’Equipe, habe dann aber den Betrug zugegeben, als örtliche Polizisten das Fahrrad untersuchten. Nun erwartet ihn eine lange Sperre wegen Sportbetrugs.

Vor dem Franzosen war im Sommer in der Nähe von Brescia bereits ein italienischer Amateur aufgeflogen. Spektakulärster Fall ist der der Belgierin Femke Van den Driessche, die bei der Cross-WM des Motor-Dopings überführt wurde. Die Nachwuchsfahrerin wurde für sechs Jahre gesperrt und hatte bereits vor dem Urteil ihren Rückzug vom Radsport bekannt gegeben.

Der bei der Straßen-WM neu gewählte UCI-Präsident David Lappartient hat bereits eine nachdrücklichere Verfolgung von möglichen Betrügern angekündigt. Bisher verwendete der Weltverband trotz massiver Kritik lediglich Tablets, um mögliche Betrüger aufzuspüren und lehnte es ab, andere Methoden wie etwa Wärmebildkameras einzusetzen. Lappartient kündigte schon an, dies ändern zu wollen.

Bisher wurde bei den Profis noch kein Fall von "Motor-Doping“ nachgewiesen. Michael Callot, Präsident des Französischen Verbands, fürchtet aber, dass es in der Amateurszene weit verbreitet ist. "Die Technologie ist mittlerweile zugänglich und wir haben nicht die gleichen Mittel der Erkennung wie im Profiradsport", sagte er.

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