"Etappe hätte neutralisiert werden müssen"

Massensturz zum Dünkirchen-Auftakt - Kritik an Rennjury

Foto zu dem Text "Massensturz zum Dünkirchen-Auftakt - Kritik an Rennjury"
Stijn Vandenberg (Ag2R) zog sich bei dem Massensturz in Dünkirchen eine Gehirnerschütterung zu. | Foto: Cor Vos

10.05.2017  |  (rsn) - Bei einem Massensturz zum Auftakt der 63. Vier Tage von Dünkirchen (2.HC) sind rund 50 Fahrer zu Boden gegangen. Schwere Verletzungen zogen sich dabei die beiden Belgier Frederik Frison (Beckenbruch) und Stijn Vandenbergh (Ag2R) zu. Der Klassikerspezialist war Berichten zufolge zunächst bewusstlos und blutete aus Nase und Mund. Nach einer ersten Notversorgung mit Sauerstoff wurde Vandenbergh ins Krankenhaus gebracht.

In belgischen Medien hieß es zunächst, dass sich der 33-Jährige eine Hirnblutung zugezogen hätte. Dem widersprach aber Vandenberghs Team am Mittwoch, nachdem bei dem Fahrer ein MRI-Scan vorgenommen worden war. "Er hat keine Gehirnblutung, er hat eine Gehirnerschütterung“, so Ag2R-Pressesprecher Yves Perret. "Er hatte eine gute Nacht, er wird heute einen weiteren Scan machen und dann werden wir wissen, ob er das Krankenhaus verlassen darf."

Harsche Kritik am Radsportweltverband übte Hilaire Van der Schueren, Sportchef des Zweitdivisionärs Wanty-Groupe Gobert, weil der zuständige Chef der Jury das Rennen nach dem Crash, der sich 22 Kilometer vor dem Ziel der 1. Etappe von Dünkirchen nach Iwuy bei einem Tempo ereignet hatte, nicht neutralisiert hatte.

"Das Peloton war auf diesem Teil der Strecke mit rund 60 km/h unterwegs. Der Crash erinnerte an Stig Broeckx‘ Sturz. Die UCI spricht immer von Respekt und Sicherheit, aber wenn was passiert, setzen sie einfach das Rennen fort“, schimpfte Van Der Schueren gegenüber Het Nieuwsblad. Die Etappe gewann der Belgier Jens Debusschere (Lotto Soudal) im Sprint.

Im vergangenen Jahr hatte sich sein Landsmann und Teamkollege Stig Broeckx bei seinem Sturz auf der 3. Etappe der Belgien-Rundfahrt lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen und lag mehrere Tage im Koma. Antoine Demoitié, ein weiterer belgischer Profi, war einige Monate zuvor bei Gent-Wevelgem ums Leben gekommen. "Viele Fahrer sind nach all den Stürzen, die sie letztes Jahr erlebt haben, noch immer traumatisiert“, sagte Van Schueren.

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