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01.01.2026 | (rsn) – Nicht nur der zweite Namenssponsor ist bei Alpecin in der neuen Saison ein anderer, auch das Aufgebot des belgischen Rennstalls weist viele neue Gesichter auf. Auf Deceuninck folgt Premier Tech und elf Abgängen stehen zwölf Neuzugänge gegenüber. Wie Sportdirektor Christoph Roodhooft Anfang Dezember versicherte, handele es sich hierbei allerdings nicht um einen Exodus, sondern um natürliche Selektion. An der Grundauslegung wird sich nämlich nichts ändern.
Denn nach wie vor heißt die Devise “alle Bälle zu Mathieu und Jasper“. Die Kapitäne van der Poel und Philipsen sind weiter die Angriffsspitzen bei Alpecin. Hinter ihnen haben sich aber zwei Co-Kapitäne etabliert, die die beiden Spitzenfahrer der Mannschaft über kurz oder lang ersetzen könnten. Tibor Del Grosso hat in seiner ersten Profisaison sofort eingeschlagen. Der 22-jährige Niederländer kommt wie Landsmann van der Poel vom Cross, wo er zweimal U23-Weltmeister war. Del Grossos Qualitäten ähneln denen des Cross-Rekordweltmeisters sehr - nicht nur im Gelände.
___STEADY_PAYWALL___“Es ist lange her, dass wir über solche Talente wie Tibor Del Grosso in einem so jungem Alter verfügten. Alles in allem könnten wir eine stärkere Frühjahrsmannschaft als bisher bilden“, urteilte Roodhooft Anfang Dezember gegenüber Wielerflits. Hinter dem anderen Kapitän, Philipsen, lauert der Australier Kaden Groves immer auf seine Chance, die er letzte Saison unter anderem mit je einem Etappensieg beim Giro und der Tour nutzen konnte. Insgesamt hat der 27-Jährige zehn Grand-Tour-Etappen als Erster beendet.
Maurice Ballerstedt kehrt nach einem Jahr zu Alpecin zurück. | Foto: Cor Vos
Hinter diesen vier Siegfahrern tut sich aber eine Lücke auf, zumal mit Gianni Vermeersch (Red Bull – Bora – hansgrohe), Quinten Hermans, Xandro Meurisse (beide Pinarello – Q36.5) und Timo Kielich (Visma – Lease a Bike) gleich vier Fahrer, die gelegentlich auch zu den Ergebnislieferanten gehörten, Alpecin verlassen haben. Gleiches gilt für Robbe Ghys (Decathlon – CMA CMG), Jimmy Janssens (Karriereende) und Fabio van den Bossche (Soudal – Quick-Step), allesamt sehr wichtige Helfer im Gefüge des Teams. Außerdem gehören der junge Lars Boven (Karriereende), Sam Gaze (Mountainbike), Juri Hollmann (Ziel unbekannt) und Stan van Tricht (Soudal – Quick-Step) nicht mehr zum Rennstall.
Wie in den letzten Jahren werden die Abgänge zu einem großen Teil durch Neoprofis aus dem eigenen Development Team ersetzt. Einen starken Eindruck hinterlassen haben beim Nachwuchs der Niederländer Senna Remijn, der auch im Cross überzeugt, und der belgische Sprinter Sente Sentjens, Sohn des ehemaligen Rabobank-Profis Roy Sentjens. Die Verpflichtungen der beiden belgischen Cross-Spezialisten Lennert Belmans und Aaron Dockx hingegen kommen überraschend.
Aus dem 'Straßenruhestand' kehrt nach einer Saison beim Gravel Maurice Ballerstedt zurück. Er ist nach dem Abgang von Hollmann neben Henri Uhlig der einzige Deutsche im Team, als dessen Hauptsponsor nach wie vor der Bielefelder Shampoo-Produzent Alpecin auftritt. Das Duo kann sich mit dem Schweizer Silvan Dillier sowie den Österreichern Tobias Bayer und Michael Gogl in seiner Muttersprache unterhalten.
Für Erfahrung sollen der Kanadier Hugo Houle, der mit dem kanadischen Sponsor Premier Tech ins Boot geholt wurde, Klassikerspezialist Florian Senechal, der vom sinkenden Schiff Arkéa – B&B Hotels gerettet wurde, und der belgische Sprinter Gerben Thijssen sorgen. Der Fokus des Teams liegt somit erneut auf den Nordklassikern und auf eher flachem Terrain, denn einen echten Rundfahrer hat Alpecin - Premier Tech nicht in seinen Reihen.
Zwar haben Thijssen und Senechal die größten Namen unter den zwölf Neuzugänge, doch wird Busatto vermutlich die meisten Punkte sammeln. Der Italiener kommt von Intermarché – Wanty, wo er keine erfolgreiche Saison hatte. Der 23-Jährige konnte nicht an seinen guten Start als Berufsradfahrer 2024 anknüpfen. Dabei wusste Busatto schon 2023, als er sowohl im Nachwuchsteam als auch als Gastfahrer bei der WorldTour-Mannschaft unterwegs war, mit starken Leistungen und Resultaten zu überzeugen.
Rennen wie die Coppa Sabatini sind Francesco Busatto auf den Leib geschneidert. | Foto: Cor Vos
Bei Alpecin – Premier Tech kann sich der Youngster nun nach Herzenslust austoben, denn mit Ausnahme seines Landsmanns Luca Vergallito und den belgischen Neoprofis der letzten Saison, Emiel Verstrynge und Ramses Debruyne, kann bei seinem Arbeitgeber wohl kein Fahrer annähernd so gut bergauf fahren wie Busatto. Dem liegen dabei allerdings weniger die Berge und Rundfahrten, sondern eher die Hügel und schweren Eintagesrennen. Wenn es zur Ziellinie geht, kann er dabei auch noch auf eine weitere Waffe setzen: einen starken Sprint.
Als Ende 2024 angekündigt wurde, dass Emiel Verstrynge ab Januar bei Alpecin Profi werden würde, kam das doch einigermaßen überraschend. Der inzwischen 23-Jährige hatte zwar erstmals einige starke Kletterresultate auf der Straße produziert, galt dennoch vor allem als begnadeter Crosser, der bei U23-Weltmeisterschaften zweimal Silber gewonnen und schon in seiner letzten Saison in dieser Altersklasse Anschluss an die Weltspitze gefunden hatte.
Nach einem erneut starken Winter sorgte der Belgier aber auch auf der Straße für Furore. Ende April wurde er 14. bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT), im Sommer durfte Verstrynge sogar mit zur Tour de France. Dabei konnte er im Gebirge einige Male seine Klasse zeigen, auch wenn dabei keine Resultate heraussprangen.
Emiel Verstrynge bei seiner Tour-Premiere | Foto: Cor Vos
Seine Lernkurve zeigt auf der Straße steil nach oben und in seiner zweiten Saison als Profi wird Verstrynge erneut einige Chancen bekommen, auf eigene Rechnung zu fahren. Schließlich sind Kletterer bei Alpecin - Premier Tech auch in der Saison 2026 Mangelware.
Das Aufgebot:
Maurice Ballerstedt (Deutschland / 24), Tobias Bayer (Österreich / 26), Lennert Belmens (Belgien / 23), Francesco Busatto (Italien / 23), Lindsay De Vylder (Belgien / 30), Ramses Debruyne (Belgien / 23), Simon Dehairs (Belgien / 24), Tibor Del Grosso (Niederlande / 22), Silvan Dillier (Schweiz / 35), Aaron Dockx (Belgien / 21), Jonas Geens (Belgien / 26), Gal Glivar (Slowenien / 23), Michael Gogl (Österreich / 32), Kaden Groves (Australien / 27), Hugo Houle (Kanada / 35), Tim Marsman (Niederlande / 25), Jasper Philipsen (Belgien / 27), Edward Planckaert (Belgien / 30), Jensen Plowright (Australien / 25), Johan Price-Pejtersen (Dänemark / 26), Senna Remijn (Niederlande / 19), Jonas Rickaert (Belgien / 31), Oscar Riesebeek (Niederlande / 33), Florian Senechal (Frankreich / 32), Sente Sentjens (Belgien / 20), Gerben Thijssens (Belgien / 27), Henri Uhlig (Deutschland / 24), Mathieu van der Poel (Niederlande / 30), Luca Vergallito (Italien / 27), Emiel Verstrynge (Belgien / 23)
Davon Neuzugänge:
Maurice Ballerstedt (Elite), Lennert Belmans, Aaron Dockx, Senna Remijn, Sente Sentjens (alle Alpecin – Deceuninck Development), Francesco Busatto, Gerben Thjssen (beide Intermarché – Wanty), Lindsay de Vylder, Jonas Geens (beide Flanders – Baloise), Hugo Houle (Israel – Premier Tech), Tim Marsman (VolkerWessels), Florian Senechal (Arkea – B&B Hotels)
Teamleitung:
Manager: Philip Roodhooft
Sportdirektor: Christoph Roodhooft
Sportliche Leiter: Frederik Willems, Gianni Meersman, Jens Keukeleire, Kris Wouters, Kristof de Kegel, Luuc Bugter, Preben van Hecke, Rik van Slycke
Material:
Rahmenhersteller: Canyon
Gruppe: Shimano
Laufräder: Shimano
Reifen: Pirelli
Trikot: Kalas
Helm: Canyon
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