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27. Juni - Piemont - Rennbericht

Granfondo La Fausto Coppi: “Es fühlte sich an wie zu fliegen!“

Foto zu dem Text "Granfondo La Fausto Coppi: “Es fühlte sich an wie zu fliegen!“"
Am Colle Fauniera (2480 m) | Foto: faustocoppi.net

01.07.2021  |  Der Granfondo La Merckx in Verona war vor gut drei Wochen mit fast 1500 Teilnehmer/innen das erste große Jedermann-Rennen in Europa. Am vergangenen Sonntag folgte mit dem "Granfondo La Fausto Coppi Officine Mattio" in Cuneo im Piemont das nächste große Hobby-Event. Die 33. Ausgabe ging mit 1650 Fahrer/innen aus 22 Nationen - natürlich Corona-konform - über die Bühne.

Die weiteste Anreise hatten Radsportler aus Kolumbien und Brasilien,
und auch 27 Deutsche nahmen teil: Wolfgang Voit vom Team Baier Landshut wurde 18. in der Gesamtwertung, sein Team-Kollege Florian Stolper 27. Der Schweizer Johann Ferre kam als 69. ins Ziel. Unter den Starter/innen waren einige prominente Sportler/innen, so etwa der frühere Weltmeister im Skibergsteigen, Damiano Lenzi und seine französische Kollegin Corinne Favre.

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Den Granfondo mit 177 Kilo- und 4125 Höhenmetern gewann bei den Männern Luca Vergallito vom Officine Mattio Cycling Club, bei den Frauen triumphierte Samantha Arnaudo aus derselben Mannschaft.

Der Rennverlauf des Granfondo
Die erste echte Ausreißergruppe fand sich am Anstieg zur Piatta Soprana, dem zweiten Gipfel des Tages, dabei der Sieger von 2019, Ricardo Pichetta. Beim Passieren der 100-km-Marke tauchen der Sieger von 2018, Paolo Castelnovo, der Franzose Stephane Cognet und der Granfondo-Laigueglia-Gewinner Marco Provera vorne auf; die beiden letzteren werden als Vierter und Fünfter ins Ziel kommen.

Am Fuß des Colle Fauniera sind acht Leute vorne - ein heftiger Anstieg, 22 Kilometer, mit einer durchschnittlichen Steigung von acht Prozent und Spitzen bis 15 Prozent - der Pass, auf dem Marco Pantani und Paolo Savoldelli während  des Giro d'Italia 1999 berühmt wurden.

Vier Kilometer vor dem Gipfel, am Marmor-Denkmal
für Pantani, zwingt ein harter Antritt des Mailänders Luca Vergallito die Konkurrenten in die Knie - und das entscheidet das Rennen: Vergallito nimmt die Passhöhe auf 2481 Metern mit 50 Sekunden Vorsprung nehmen, niemand kann ihm mehr folgen.

Die folgenden 66 Kilometer ins Ziel werden Lucas persönliches Zeitfahren, das er mit fast drei Minuten Vorsprung beendet. Auf den Plätzen folgen Paolo Castelnovo (Team MP Filtri) und Damiano Lenzi (Atelier della Bici); der Sprint um den zweiten Platz wurde erst in der letzten Kurve durch einen Ausrutscher von Lenzi entschieden, der auf dem Asphalt landet, aber weiterfahren kann, um Bronze zu gewinnen. Der Sieger Luca Vergallito beendet das Rennen in 5 h 43 min 55 sec, mit einem Schnitt von 30,9 km/h.

Bei den Frauen glänzte Samantha Arnaudo
aus Cuneo in einem Rennen, das sie mit einigen der besten Männer anführte. Samantha ist eine Veteranin dieses Rennens, gab nun ihr Debüt auf der Langstrecke, und gewann in 6 h 19 min 51 sec, Durchschnittsgeschwindigkeit 28 km/h. Auf dem Podium sind Annalisa Prato (Team Colpack, + 7' 59") und Chiara Costamagna (Rodman Azimut, + 59' 20").

Im Mediofondo der Männer war Pietro Dutto (Team Mentecorpo by Biemme) im Ziel vorne, in 3 h 29 min 40 sec und 31,8 km/h Schnitt, und vor Andrea Cismondi (Cicli Pepino, + 3' 03") und Aldo Ghiron (Dotta Bike, + 8' 58").

Im kurzen Rennen der Frauen siegte Silvia Visaggi (Officine Mattio Cycling Club)  nach 4h 6 min 15 sec mit einem Schnitt von 27 km/h vor Valentina Castellino (GS Passatore (+ 9' 53") und Chiara Musso (Rodman Azimut, + 11' 51").

Die Stimmen zum Rennen
Luca Vergallito, Sieger Granfondo Herren: "Ein Sieg, der das ganze Team sehr gefreut hat, das hier zu Hause ist. Es war ein schönes Rennen, ich hatte eine Menge Spaß. Auf den letzten 5 km vor der Passhöhe des Fauniera bin ich weggesprintet; von da an war es eine einsame Flucht."

Samantha Arnaudo, Siegerin Granfondo Frauen: "Es war ein sehr hartes Rennen, das erste Mal, dass ich eine solche Distanz bewältigt habe. Auf der Fauniera bin ich in eine Krise geraten, aber ich habe es geschafft durchzukommen. Ich habe viel trainiert, dieses Jahr bereits über 10 000 Kilometer - und ich bin wirklich glücklich: Das ist mein Heimrennen, hier zu gewinnen ist richtig aufregend."

Pietro Dutto (Team Mentecorpo by Biemme), Sieger Mediofondo Herren: "Es ist toll, in meiner Stadt Cuneo zu gewinnen. Danke an alle - es kommen immer viele Leute, um zu gucken und zu applaudieren. Nach meiner Karriere im Biathlon ist Radsport heute meine Leidenschaft. Der Granfondo hier ist eine tolle Möglichkeit, mit Freunden aus aller Welt die Alpen zu genießen."

Silvia Visaggi, Siegerin Mediofondo Damen: "Ich habe gekämpft, aber ich hatte auch Spaß. Es war das erste Mal, dass ich hier gefahren bin - und ich habe schon beschlossen, dass ich wiederkomme, obwohl ich die Steigungen so nicht erwartet habe. Danke auch an Officine Mattio, die die Bikes für unser Team zur Verfügung stellten - es fühlte sich an wie zu fliegen!"

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