102. Auflage wie für den Kolumbianer gemacht

Quintana will mit Edelhelfer Valverde um den Tour-Sieg kämpfen

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Nairo Quintana (li.) und Alejandro Valverde (beide Movistar) bei der Tour de France 2013 | Foto: Cor Vos

24.10.2014  |  (rsn) – Angesichts von nur 42 Zeitfahr-Kilometern – und davon sogar nur 14 individuell – macht sich Nairo Quintana große Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei der Tour de France 2015. „Auf dem Papier sieht es nach einer guten Route für mich aus, sie sollte mir liegen. Sehr wenige Kilometer in Zeitfahren, viele Berge“, wurde der Kolumbianer in einer Pressemitteilung seines Movistar-Teams zitiert.

Auch wenn Quintana noch nichts Konkretes zu seinem Rennprogramm sagen konnte, so plant er, sein Training darauf abzustellen, bei der Frankreich-Rundfahrt „um den Sieg kämpfen“ zu können – was angesichts von sieben Bergetappen und fünf Bergankünften alles andere als ein vermessenes Unternehmen darstellen sollte.

Doch die 102. Tour de France hält für den kleinen Kletterspezialisten auch ihre Tücken bereit, als da wären die Etappen 2 und 6, die an den niederländischen und nordfranzösischen Nordsee- bzw. Kanalküste entlangführen und die Chancen für Windkanten-Attacken bieten; vor allem aber der vierte Abschnitt, der von Seraing nach Cambrai führt und über insgesamt 13,3 Kilometern des von allen gefürchtete Kopfsteinpflasters führt.

Vor den Pavé-Abschnitten hat auch Quintana großen Respekt. „Wir müssen da voll konzentriert sein“, meinte der Giro-Gewinner, der in diesem Jahr auf die Tour verzichtet hatte und die Präsentation der kommenden Ausgabe daheim in Kolumbien mit verfolgte. „Man kann dort wahrscheinlich die Tour nicht gewinnen, aber man kann sie dort verlieren.“ Quintana hält vor allem die beiden letzten – und längsten - der sieben Sektoren für „knifflig und anspruchsvoll“.

Keine Probleme sieht der 24-Jährige dagegen im Teamzeitfahren der 9. Etappe auf sich zukommen – zum einen, weil es mit 28 Kilometern vergleichsweise kurz ist und sich die Zeitabstände wohl in Grenzen halten werden; zum anderen aber auch, weil Movistar starke Zeitfahrer wie Adriano Malori oder Jonathan Castroviejo in seinen Reihen hat, die gemeinsam mit Quintana und Alejandro Valverde den Auftakt der diesjährigen Vuelta a España für sich entschieden hatte.

Apropos Valverde: Mit dem Spanier wird der Tour-Zweite von 2013 den wohl stärksten Helfer im Peloton an seiner Seite haben, was Quintana schon jetzt zu schätzen weiß. „Natürlich macht es mich gelassen und zuversichtlich, wenn ich die Nummer eins der Weltrangliste an meiner Seite weiß“, erklärte er.

Der diesjährige Tour-Vierte kündigte bereits an, dass er 2015 eigene Ambitionen zurückstellen und für seinen zehn Jahre jüngeren Teamkollegen fahren werde. „Wie ich schon mehrfach bemerkte, kenne ich meinen Platz, und das umso mehr, wenn ich sehe, wie sehr diese Strecke auf Nairo zugeschnitten ist“, sagte Valverde, der dann wohl wieder freie Fahrt bei der Vuelta bekommen wird.

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