Mit 160 Watt ins Ziel der 2. Tour-Etappe

Kittel: "Ich war mausetot"

Foto zu dem Text "Kittel:
Marcel Kittel (Argos-Shimano) im Ziel der 2. Tour-Etappe in Tournai | Foto: ROTH

03.07.2012  |  (rsn) – Die gute Nachricht vorweg: Marcel Kittel (Argos-Shimano) konnte zur 3. Etappe der Tour de France antreten. Der 24 Jahre alte Erfurter, den am Montag ein Magen-Darm-Virus so zu schaffen gemacht hatte, dass er elf Kilometer vor dem Ziel entkräftet aus dem Feld herausfiel, wird das Rennen fortsetzen können und scheint das Schlimmste überstanden zu haben.

In der Nacht zum Montag noch hatte sich Kittel übergeben müssen und war geschwächt zur 2. Etappe angetreten – ausgerechnet, denn das Finale war gemacht für einen kraftvollen Sprinter wie ihn. Doch an sein Spitzenergebnis war nicht zu denken, auch wenn der Tour-Debütant unterwegs immerhin ein Brötchen und eine Banane essen konnte, ohne sich erneut übergeben zu müssen.

„Ich bin froh, dass ich gestern überhaupt ins Ziel gekommen bin“, sagte der Tour-Debütant am Dienstag vor dem Start der 3. Etappe in Orchies und schilderte anschaulich, wie verheerend sich der Magen-Darm-Virus, den Teamarzt Edwin Achterberg diagnostizierte, auf sein Leistungsvermögen auswirkte. Kittel: „Am Sonntag habe ich im Schnitt 220 Watt getreten und habe mich im Ziel gut gefühlt. Gestern waren es mit Mühe und Not 160 Watt – und im Ziel war ich mausetot.“

Am Dienstag wird sich Kittel so gut wie möglich im Feld verstecken; verpassen wird er sowieso nicht viel, denn das schwere Finale wird eher was für kletterstarke Klassikerspezialisten sein als für kräftige Sprinter. Teamchef Iwan Spekenbrink war dennoch skeptisch, was die Folgen von Kittels Problemen anbelangt. „Zum Glück hat Marcel das Essen bei sich behalten, aber er hat sehr viel Kraft verloren“, erklärte der Niederländer vor der 3. Etappe. Und Spekenbrink schien noch der verpassten Möglichkeit hinterherzutrauern, als er anfügte: „Gestern hätte er eine gute Chance gehabt, unter die besten Fünf zu kommen.“

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