Vuelta a Espana Favoritencheck

Nibali, Mentschow oder doch ein Spanier?

Foto zu dem Text "Nibali, Mentschow oder doch ein Spanier?"
Vincenzo Nibali (Liquigas) Foto: ROTH

17.08.2011  |  (rsn) - Ab Samstag steht mit der 66. Vuelta a Espana die letzte dreiwöchige Landesrundfahrt der Saison auf dem Programm. Radsport News listet die Favoriten auf und beurteilt deren Chancen.

***** Sterne

Vincenzo Nibali (Liquigas-Cannondale): Der Titelverteidiger zählt auch diesmal zu den heißesten Anwärtern auf den Gesamtsieg. Wie im Vorjahr setzte der 26-jährige Italiener auf das Doppel Giro und Vuelta. Als gutes Omen könnte sich dabei die Giro-Platzierung erweisen: Wie 2010 landete der Liquigas-Kapitän in seiner Heimat auf Rang drei. In den unmittelbaren Vorbereitungsrennen blieb Nibali aber blass.

Denis Mentschow (Geox-TMC):  Der Russe konnte bisher schon zwei Mal die Vuelta a Espana gewinnen. In diesem Jahr soll der dritte Streich folgen. Nachdem sein Geox-Team keine Einladung für die Tour erhielt, ist die Spanien-Rundfahrt Mentschows Saisonhighlight. Der 33-Jährige bestritt wie Nibali in diesem Jahr bereits den Giro, wo er Achter wurde. Anschließend folgten ein fünfter Gesamtrang bei der Österreich-Rundfahrt und Platz 21 bei der Burgos-Rundfahrt, was auf eine ordentliche Form schließen lässt. Im einzigen langen Zeitfahren kann Mentschow sicherlich Zeit auf seine Kontrahenten herausfahren, was ihn für die Bergetappen der zweiten Vuelta-Hälfte in eine gute Ausgangsposition bringen könnte.

Joaquin Rodriguez (Katjuscha): Im Vorjahr fuhr der Spanier mehrere Tage im Roten Trikot des Gesamtführenden. Am Ende der Rundfahrt reichte es aber nur zu Rang vier. Diesmal will Rodriguez auf das Podium, wenn möglich sogar auf die oberste Stufe. Dafür verzichtete er sogar auf die Tour de France. Das letzte Vorbereitungsrennen, die Burgos-Rundfahrt, konnte der 32-Jährige in beeindruckender Manier für sich entscheiden. In den Bergen wird Rodriguez zu den Besten zählen, allerdings wird er im 47 Kilometer langen Zeitfahren von Salamanca viel Zeit liegen lassen.

****Sterne

Igor Anton (Euskaltel): Bei der Vuelta möchte der Euskaltel-Kapitän an seine starken Leistungen des Vorjahres anknüpfen. Damals eroberrte er mit zwei Etappensiegen das Rote Trikot des Gesamtführenden, musste die Rundfahrt nach einem Sturz aber vorzeitig beenden. Beim diesjährigen Giro d`Italia fuhr der 28-Jährige auf Etappensieg – was ihm auch gelang. Bei der Vuelta will Anton den Gesamtsieg. In der Vorbereitung bestritt der Baske nur wenige Rennen, die Generalprobe bei der Burgos-Rundfahrt verlief mit Platz acht zufriedenstellend. Zusätzliche Motivation wird Anton beim Abstecher durch das Baskenland bekommen, das in den letzten Jahren von der Vuelta ausgespart wurde.

Janez Brajkovic: (RadioShack): Nach dem frühen Tour-Aus nimmt der Slowene bei der Vuelta a Espana, einen neuen Anlauf, um bei einer Grand Tour auf`s Podium zu fahren. Der 27-Jährige zeigte zuletzt bei der Tour of Utah mit Rang drei eine starke Leistung und geht im Gegensatz zu seinem deutschen Teamkollegen Andreas Klöden, der nach seiner Aufgabe bei der Tour keine Rennen mehr bestritt, in Topform an den Start.

Michele Scarponi (Lampre-ISD): Beim Giro d`Italia in diesem Jahr als Zweiter nur dem übermächtigen Alberto Contador unterlegen, will der Lampre-Kapitän in Spanien seine zweite Podiumsplatzierung bei einer Grand Tour binnen einer Saison herausfahren. Der bergige Kurs kommt dem Kletterspezialisten entgegen. Allerdings ist der 31-jährige Scarponi seit dem Giro Ende Mai kaum Rennen gefahren.

***Sterne

Daniel Martin (Garmin-Cervélo):  Der Ire will bei der Vuelta herausfinden, ob er in Zukunft ein Mann für die großen Rundfahrten sein kann. Bei seinen bisherigen Starts beim Giro und der Vuelta konnte er diese Frage bislang noch nicht mit "Ja" beantworten. Der bergige Parcours kommt dem Kletterspezialisten jedenfalls entgegen. Martin, der am Samstag zum Vuelta-Start seinen 25. Geburtstag feiert, zeigte sich zuletzt mit einem Etappensieg und dem zweiten Gesamtrang bei der Polen-Rundfahrt in guter Form. Allerdings sind die Anstiege in Polen nicht mit denen in Spanien zu vergleichen.

Nicholas Roche (Ag2R): Martins Landsmann will sich in Spanien für eine enttäuschend verlaufende Tour de France entschädigen und geht als alleiniger Ag2r-Kapitän ins Rennen. Nach der bislang enttäuschend verlaufenden Saison wäre die Wiederholung seines siebten Platzes aus dem Vorjahr bei der Spanien-Rundfahrt für den 27-Jährigen sicherlich mehr als nur ein versöhnlicher Saisonabschluss.

Jurgen Van den Broeck (Omega Pharma Lotto): Nach seinem Sturz bei der Tour de France will der Belgier bei der Vuelta die in Frankreich verpasste Top-Platzierung in der Gesamtwertung nachholen. Der Fünfte der Frankreich-Rundfahrt 2010 bestritt seit seinem Schlüsselbeinbruch auf der 9. Tour-Etappe allerdings keine Rennen mehr. Ob Van den Broeck schon wieder in Topform ist, muss deshalb bezweifelt werden.

**Sterne

Carlos Sastre (Geox-TMC), Andreas Klöden, (Radioshack) David Lopez (Movistar), Kanstantin Siutsou (HTC Highroad), Jakob Fuglsang, Maxime Monfort (beide Leopard-Trek), Luis Leon Sanchez (Rabobank)

*Stern

Chris Anker Sörensen (Saxo Bank-Sungard), Mikel Nieve (Euskaltel), Steven Kruijswijk (Rabobank), Haimar Zubeldia (Radioshack), Daniel Moreno (Katjuscha), Robert Kiserlovski (Astana), Alexandre Geniez(Skil-Shimano)

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