"Größter Erfolg meiner Karriere"

Voß kämpfte sich wie in Trance ins Giro-Bergtrikot

Foto zu dem Text "Voß kämpfte sich wie in Trance ins Giro-Bergtrikot"
Paul Voß (Milram) trägt beim Giro d'Italia das Grüne Trikot Foto: ROTH

09.05.2010  |  (rsn) - Paul Voß (Milram) hat nach einem schwachen Zeitfahren auf der 2. Etappe des Giro d’Italia für eine Überraschung gesorgt. Der Bielefelder machte am Sonntag auf dem 209 Kilometer langen Teilstück von Amsterdam nach Utrecht erfolgreich Jagd auf das Bergtrikot und ließ sich dabei auch von einem Sturz nicht stoppen.

Bei Wind und frischen Temperaturen hatte Voß mit einer frühen Attacke dafür gesorgt, dass sich die vierköpfige Spitzengruppe des Tages bildete. Die Ausreißer spekulierten auf das Bergtrikot, das auf zwei Erhebungen von 49 und 70 Metern über dem Meeresspiegel vergeben wurde.

Voß, der Niederländer Rick Flens (Rabobank) und der Italiener Stefano Pirazzi (Colnago) sammelten bei den Bergwertungen jeweils vier Punkte. Der Milram-Profi gewann danach noch den einzigen Zwischensprint des Tages und sicherte sich so sechs Bonussekunden. Trotzdem fuhr Pirazzi bis kurz vor dem Ende im virtuellen Bergtrikot. Doch Voß kam in dem von vielen Stürzen geprägten Finale mit einem kleinen Vorsprung vor dem 23-jährigen Italiener ins Ziel und durfte sich das Trikot des besten Kletterers in Utrecht überstreifen. Er wird es mindestens bis zur 5. Etappe tragen.

„Das ist der größte Erfolg in meiner Karriere“, freute sich der 24-Jährige, der in diesem Jahr bei der Katalonien-Rundfahrt nach seinem Prologsieg bereits das Führungstrikot in einem ProTour-Rennen tragen durfte. „Ich bin heute bis an meine Leistungsgrenze gegangen. Zum Schluss wusste ich gar nicht mehr, wie es ausgegangen ist. Lange musste ich zusammen mit Pirazzi auf die Auswertung warten.“

Der gebürtige Rostocker hatte auf seiner Fahrt ins Bergtrikot auch noch eine Schrecksekunde zu überstehen. Voß: „Kurz vor dem Ziel bin ich bei voller Fahrt auf dem Rücksitz eines Begleitwagens gelandet, bei dem plötzlich die Tür aufging. Zum Glück ist mir nichts passiert. Aber von da an habe ich mich wie in Trance ins Ziel gekämpft. Jetzt hier bei der Siegerehrung merke ich erst, dass ich das Trikot habe", sagte der überwältigte Voß.

 

 

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