Ronhaars starke EM endet auf Platz vier

Aerts schlägt Nys im Sprint, Wyseure komplettiert belgisches Podium

Von Kevin Kempf

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Der Belgier Toon Aerts feiert seinen zweiten Erfolg bei einer EM. | Foto: Cor Vos

09.11.2025  |  (rsn) – Neun Jahre nach seinem EM-Sieg in Pontchateau hat der Belgier Toon Aerts in Middelkerke seinen zweiten Titel eingefahren. Nach einem echten Strandkrimi war er im Fünfersprint schneller als Thibau Nys. Joran Wyseure komplettierte das Belgische Podium vor dem Niederländer Pim Ronhaar, der im Rennen den stärksten Eindruck hinterlassen hatte. Fünfter wurde der Brite Cameron Mason vor dem vierten Belgier, Emiel Verstrynge, und Heizomats Niederländer Mees Hendrikx.

Mit seiner Saison war Aerts bislang nicht komplett zufrieden. Zwar gewann er seinen Auftakt beim Kermiscross in Ardooie (C2), doch bei der Superprestige in Ruddervoorde und Overijse verpasste der erfolgsverwöhnte ehemalige Weltranglistenerste sogar die Top Ten. Dementsprechend glücklich war er im Ziel, was seine Freudentränen nach dem Triumph und im Zielinterview zum Ausdruck brachten. “Es ist so ein besonderer Tag. Vor neun Jahren ist meine Karriere bei der EM so richtig losgegangen. Und jetzt, so viele Jahre später, kann meine zweite Karriere losgehen“, meinte er schluchzend mit Blick auf seine zweijährige Dopingsperre.

“Das Rennen war in meinem Kopf schon nach ein paar Sekunden beendet, denn ich war im Sand im Verkehr zwischen anderen Athleten steckengeblieben“, blickte der Sieger zurück. Doch genau dieser Abschnitt war später der Game-Changer für den 32-Jährigen. “Ich hatte auch ein paar gute Passagen und kam wieder an die Spitze heran. Und dann war ich in der letzten Runde plötzlich ganz vorn und ich kam auf die Zielgerade – ich weiß gar nicht, was passiert ist“, meinte er ungläubig.

Das Lukas Herrmann entgegen der Meldeliste nicht am Start stand, vertrat Luca Harter die deutschen Farben allein. Ohne dass die Kameras aufgelöst hätten, was passiert war, hing der 23-Jährige schon kurz nach dem Startschuss weit zurück. Letztendlich konnte er einen Athleten hinter sich lassen. Er beendete die Europameisterschaft auf Platz 25.

So lief die Cross-EM:

Im Gegensatz zum Samstag schien die Passage am Strand am Sonntag nicht befahrbar. Das merkte auch Nys, dessen Rad in der Auftaktrunde in der Brandung einsackte, was den Belgier viele Positionen kostete. Im zweiten Umlauf belehrte Michael Vanthourenhout seinen Landsmann eines Besseren. Er stieg zwar kurz vom Rad, dort wo Nys zuvor einsank, sprang aber danach auf und konnte so ein gutes Stück auf seinem Arbeitsgerät zurücklegen. Viel Zeitgewinn verbuchte er mit der Aktion allerdings nicht, sodass das Feld zunächst zusammenblieb.

Kurz danach riss es dennoch und vier Belgier setzten sich mit zwei Niederländern ab. Bis zur nächsten Zielpassage bekamen die Fahrer aber Zuwachs von weiteren Teamkollegen, sodass anschließend ein Dutzend Athleten zusammen den Kurs umrundeten. Im Zweiländerkampf war es nun Aerts, der sich in die Offensive wagte. Er wählte am Strand wie seine Landsleute die belgische Linie, doch in den folgenden Passagen schloss Ronhaar die Lücke. Nys und Vanthourenhout schlossen auf und brachten das Verhältnis auf 3:1 für die Belgier.

Eingangs der vierten von acht Runden erneuerte ein Quartett den Stand auf 5:3 für die Männer in Blau. Joris Nieuwenhuis war nun zwar wieder dabei, der Niederländer sah aber angeschlagen aus. Die Belgier verloren jetzt ihren Vorteil am Strand, da die Konkurrenz die gute Linie kopierte. Trotzdem lösten sich Vanthourenhout, Nys, Ronhaar und der dritte Belgier, Wyseure. Das Quartett erreichte die Rennmitte 10 Sekunden vor den ersten Verfolger.

Ronhaar übernimmt das Kommando

Beim Verlassen des Strandes fand Ronhaar einen Abschnitt, der ihm enorm entgegenkam. Er sprintete den Hügel hoch und riss eine Lücke auf die drei Belgier, die diese mit vereinten Kräften kurz vor der nächsten Zielpassage wieder schließen konnten. Am Strand erlebte Aerts eine Wiederauferstehung, er machte aus dem Quartett ein Quintett. Vorn aber attackierte Vanthourenhout direkt und bei der Strandauffahrt sprang Ronhaar zu ihm. Die Situation war für das Belgische Team nicht optimal, sodass Vanthourenhout seine drei Teamkollegen wieder herankommen ließ.

Mason hatte sich derweil vorgekämpft und führte die Verfolgergruppe 15 Sekunden nach der Spitze auf den 7. Umlauf. Mit dabei war jetzt auch der Spanier Felipe Orts. Da vorn nun taktiert wurde, schaffte Mason wenig später sogar den Anschluss und ihm folgten am Strand Verstrynge und Hendrikx.

Acht Athleten, für Belgier, zwei Niederländer und ein Brite, hörten die Glocke gemeinsam. Noch bevor es zum Strand ging, mussten Hendrikx und Vanthourenhout ihre Gegner fahren lassen. Die entscheidende Passage nahm der einzige verbliebende Niederländer als Erster in Angriff, doch er konnte keine Unterschiede forcieren. Der Baloise-Profi wollte die Spitzenposition nicht mehr abgeben und machte trotzdem weiter Tempo. In der letzten Minute wurde er aber von Nys und Aerts überrumpelt. Aerts kam in Front mit seinem Landsmann am Hinterrad auf die Zielgerade. Er zog an und in seinem Windschatten musste Nys die Waffen strecken.

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