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19.07.2025 | (rsn) - An dem Tag, an dem Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) entkräftet und auch mental ermattet die 112. Tour de France verließ, machte Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) alles richtig. Er hielt sich gut versteckt im Feld der Favoriten, anfangs nicht zu nah an den Duellanten aus dem Lager von UAE Emirates und Visma – Lease a Bike. Mal war auch Co-Leader Primoz Roglic vor ihm, mal hinter, mal neben ihm.
Es sah auf alle Fälle sehr geschmeidig aus, wie sich der Ex-Biathlet auf der 14. Etappe im immer dünner werdenden Peloton bewegte. Und als dann Fahrer für Fahrer zurückfiel, rückte er selbst in den Schatten von Vingegaard und Pogacar vor. Deshalb konnte er in dem Moment, in dem der Däne antrat, auch das Wagnis eingehen, dem Visma-Mann und dessen UAE-Schatten zu folgen. Das klappte dann zwar nur einige Meter. Ins Ziel nach Luchon-Superbagnères pacte er sich dann im eigenen Tempo. Für Platz drei im Klassement und die Spitzenposition in der Wertung des besten jungen Fahrers reichte das aber locker.
___STEADY_PAYWALL___ “Es ist etwas sehr besonderes, das Weiße Trikot bei der Tour zu tragen. Ich habe mich heute sehr gut gefühlt und bis zum letzten Anstieg gewartet. Ich wusste, dass Jonas oder Pogi die Attacke setzen und habe versucht, mitzugehen. Am Ende musste ich ein bisschen nachlassen, aber ich denke, ich kann mehr als zufrieden sein“, schätzte Lipowitz in der Mixed Zone seinen Tag ein. Da war er schon geschmückt mit dem weißen Leibchen. Große Fahrer trugen es in der Vergangenheit, Pogacar natürlich, Laurent Fignon und Greg Lemond. Und aus deutscher Sicht brachten Didi Thurau und Jan Ullrich – letzterer gleich drei Mal – das Trikot nach Hause.
Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) zeigte auch auf der 14. Tour-Etappe eine formidable Leistung. | Foto: Cor Vos
Dass deutsche Profis es während der Tour mal tageweise trugen, ist auch schon länger her. Rolf Aldag, Head of Performance bei Red Bull – Bora – hansgrohe, konnte sich gegenüber RSN noch an Tony Martin erinnern, der es 2009 und 2010 trug. Näher an der Gegenwart war nur 2013 Marcel Kittel dran. Davor waren es unter anderem Linus Gerdemann (2007), Markus Fothen (2006) und Matthias Kessler (2004).
Aber in dieser Reihe möchten Aldag und auch Teamchef Ralph Denk ihren neuen Diamanten gar nicht sehen. “Es wäre schön, wenn das Weiße Trikot und der dritte Platz in Paris Realität würde. Jetzt für einen Tag ist es auch schön, aber noch schöner wäre es am Ende“, meinte Aldag zu RSN. Und Denk fügte an: “Wir hängen uns nur gewonnene Trikots auf und noch haben wir hier nichts gewonnen.“
Die Zeichen stehen auch gar nicht schlecht, dass im Hauptquartier des Rennstalls ein Stückchen Wand mit neuem Textil bedeckt wird. Aldag jedenfalls lobte die Übersicht, die Courage und auch die Kräfte von Lipowitz an diesem Samstagnachmittag in den Pyrenäen. “Es war super, dass er bei Vingegaards Attacke mitgegangen ist. Die war auch, glaube ich, nicht mit 100 Prozent. Das hat er sehr gut eingeschätzt und entschieden, mitzugehen. Das Risiko war an dieser Stelle überschaubar und er hat das klasse gemacht – so wie bisher alles bei dieser Tour“, meinte er zu RSN.
An der Bergankunft in Luchon-Superbagnères zog sich der Tour-Debütant zunächst eine Jacke über, die er.... | Foto: Cor Vos
Das Glück des Tüchtigen war freilich auch auf Lipowitz’ Seite. “Wäre Johannessen UAE heute egal gewesen, dann hätten wir uns vielleicht überlegen müssen, auch mal hinterher zu fahren“, bezog sich Aldag auf den tapferen Norweger Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), der als Gesamtachter nicht sehr weit entfernt von Lipowitz steckte und in der Ausreißergruppe mit dabei war. UAE aber habe die Herausforderung “tapfer angenommen“, lächelte Aldag. “Und Nils Politt hat quasi das ganze Rennen von vorne dominiert“, schätzte er ein.
Auch Denk sandte via RSN ein Dankeschön an seinen früheren Fahrer: “Ohne UAE hätten wir wohl selbst nicht die Manpower gehabt, um Johannessen zurückzuholen. Solche Situationen sollten wir in der letzten Woche vermeiden. Zu Nils Politt haben wir immer noch einen guten Draht und haben uns gefreut, dass er heute so lange im TV Bild sichtbar war.“
Für die nächsten Tage gab Denk als Marschroute vor: “Vor allem gesund bleiben.“ Und Aldag warnte vor übermäßiger Euphorie: "Wir planen weiter von Tag zu Tag. Morgen ist es nicht ganz so schwer, aber Gefahren lauern überall und dann gehen wir fokussiert die letzte Woche an. Man darf am Ruhetag nicht den Rhythmus verlieren.“
Die allgemeine Rennsituation könnte seinem Team weiter in die Karten spielen. “Im Moment wird für Pogacar und Vingegaard gefahren und wir sind im Sog und damit sehr zufrieden. Dabei würden wir es auch gerne belassen“, sagte Aldag zu RSN. Und auch die Konstellation, Roglic als Back Up zu haben, beglückte den erfahrenen Ex-Profi sichtlich: “Zwei Mann vorne zu haben, ist natürlich immer besser. Die Ausgangslage ist jetzt natürlich so, dass Lipo vorne ist und auf dem Podium, aber eigentlich sind wir mit dem aktuellen Status ganz zufrieden.“
…als neuer Gesamtdritter kurz darauf gegen das Weiße Trikot umtauschen durfte. | Foto: Cor Vos
Dass sich die Verhältnisse jetzt etwas verändert haben, Lipowitz der Frontmann ist und Roglic einen Schritt von der Rampe weg an die Leadgitarre gegangen ist, schien sogar den Slowenen selbst nicht sonderlich zu betrüben. “Wir geben unser Bestes, das ist alles was wir tun können. Natürlich werde ich Lipowitz unterstützen, wir wollen das Beste rausholen. Dafür brauchen wir große Anstiege und davon kommen noch einige. Er ist wirklich super drauf, in seinem Alter bin ich noch nicht mal Rad gefahren“, meinte der Slowene mit seinem ganz speziellen Humor.
Es herrscht also Harmonie im Bullenstall. Und Oberbulle Denk gab schon mal die Losung für den Wandbehang in den nächsten Jahren vor: “Das Gelbe wäre der logische nächste Schritt – Grün haben wir ja auch schon aufgehängt.“
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