Alpecin versucht Philipsen-Lücke zu füllen

Van der Poel: “Mit Jasper wäre vielleicht mehr drin gewesen“

Von Jan Zesewitz

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Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) stellte sich im Finale der 8. Etappe der Tour de France in den Dienst von Kaden Groves. | Foto: Cor Vos

12.07.2025  |  (rsn) – Für Alpecin – Deceuninck änderte sich die gesamte Dynamik der Tour de France 2025 mit dem Aus von Jasper Philipsen auf der 3. Etappe. Er war der Mann für die Sprints und der Mann für das Grüne Trikot. Die belgische Equipe ist wie wohl kein anderes Team für den Ausfall eines so wichtigen Fahrers vorbereitet: Als Ersatz stehen aber immerhin Mathieu van der Poel und Kaden Groves bereit.

Aber ein solches Umschwenken in einem laufenden Rennen ist nicht leicht, auch nicht für ein Team mit Fahrern dieser Qualität. Das war im Finale der 8. Etappe ersichtlich, bei der Groves im Sprint nicht über Platz drei hinauskam. "Ich bin jetzt in einer anderen Rolle als sonst", erklärte der Australier, der nicht unzufrieden war, aber dennoch ein wenig haderte: "Mein Sprint war jetzt nicht der Beste, aber das konnte ich auch nicht unbedingt erwarten. Morgen werde ich es wieder versuchen und schauen, dass ich mich so gut positionieren kann wie möglich."

Für die Positionierung im Sprint ist in allererster Linie van der Poel verantwortlich, der vom Premium-Anfahrer für Philipsen nahtlos auf Groves wechselte. "Es war ein superhartes Finale, vor allem mit dem Stück bergauf bis zum Kreisverkehr“, analysierte der Superstar. "Ich habe versucht, mein Lead-Out so gut zu timen wie möglich. Am Ende musste ich ein bisschen warten, aber ich denke, es war ein guter Job, auch was Kaden draus gemacht hat, kann sich sehen lassen.“

Ein kleines "Aber" rutschte dem Niederländer aber doch über die Lippen: "Mit Jasper (Philipsen) hätten wir (gegen Milan) eine bessere Chance gehabt. “Direkt im nächsten Satz relativierte er: "Aber Kaden kommt vom Giro. Er wird jeden Tag besser."

Geht van der Poel auf Grün?

Groves war beim Giro erfolgreich und hat auch schon gezeigt, dass er zu den schnellsten Sprintern überhaupt gehört – wenn auch nicht auf dem Level eines Milan, Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) oder eben Philipsen. Ihm die Zeit zu geben, hinter van der Poel noch ein Ergebnis einzufahren, ist sinnvoll und ehrlicherweise aus Sicht der belgischen Equipe alternativlos.

Und was macht van der Poel selbst? Während der vergangenen Etappen schien er den Kampf um das Grüne Trikot anzunehmen – verpasste es aber mit einer Schwächephase im Finale nach Vire und an der Mur de Bretagne tags darauf, wertvolle Punkte zu sammeln. Beim Zwischensprint in Vitré auf dem Weg nach Laval sah man den 30-Jährigen nicht. 74 Punkte beträgt sein Abstand auf den Führenden der Sonderwertung, Milan.

In den Interviews verriet van der Poel nichts von seinen Plänen für Grün, angesichts der wenigen verbleibenden Massensprints könnte sich das Pendel aber in seine Richtung lenken, wie es im Hinblick auf Etappensiege ohnehin das Ziel des Teams gewesen sein dürfte. Der größte Kontrahent könnte, wie in Rouen und Boulogne-sur-Mer, Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) heißen.

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