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27.10.2016 | (rsn) - Es war eine Hommage an die eigene Historie erwartet worden. Und nichts anderes haben die Veranstalter des Giro d’Italia mit der Streckenpräsentation in Mailand zur 100. Austragung der Rundfahrt im kommenden Jahr geliefert. Gestartet wird am 5. Mai auf Sardinien, das Finale findet am 28. Mai in Mailand statt. Dazwischen liegen 3.572 Kilometer und 21 Etappen, die vollgepackt sind mit italienischer Radsport-Geschichte.
Beim "Grande Partenza" auf Sardinien und den nach dem frühen ersten Ruhetag folgenden beiden Etappen auf Sizilien dürften die Organisatoren die heimischen Top-Stars Fabio Aru (Astana) und Vincenzo Nibali (künftig Bahrain-Merida) im Sinn gehabt haben. Von beiden erhofft sich der Veranstalter RCS Sport eine Zusage für das Jubiläum – und beiden wurde mit der Streckenführung die Rundfahrt schmackhaft gemacht.
Aru stammt aus Sardinien, der zweimalige Giro-Sieger Nibali aus Sizilien, wo in seiner Heimatstadt Messina zudem die 5. Etappe endet. Ein definitives Bekenntnis sowohl von Aru oder auch von Nibali zum Giro-Start 2017 fehlt allerdings nach wie vor.
Im weiteren Verlauf der Rundfahrt wird aber vor allem den vergangenen Helden des italienischen Radsports gehuldigt. Der Giro führt im kommenden Jahr immer wieder an Plätzen vorbei, die die großen Namen wie Gino Bartali, Fausto Coppi oder Marco Pantani in Erinnerung bringen.
Die 11. Etappe etwa nach Bagno di Romagna führt durch Ponte a Ema, der Geburtsstadt von Bartali; am folgenden Tag wird das Rennen in Forli fortgesetzt, wo der Gesamtsieger von 1958, Ercole Baldini, zur Welt kam.
Die folgenden zwei Etappen werden zu Ehren von Fausto Coppi ausgetragen. Das 13. Teilstück mit Start in Emilia endet in Tortona, wo der fünfmalige Gesamtsieger 1960 im Alter von nur 40 Jahren einer Malariaerkrankung erlag. Einen Tag später beginnt die 14. Etappe in Coppis Geburtsort Castellania. Nach nur 131 Kilometern endet dieser Abschnitt mit der Bergankunft in Oropa – an jenem Ort, an dem die große tragische Figur des italienischen Radsports, Marco Pantani, 1999 einen seiner letzten beeindruckenden Siege herausfuhr.
Der dritte Ruhetag vor der finalen letzten Woche in Bergamo soll den dort in der Nähe geborenen Felice Gimondi in Erinnerung rufen, der dreimal den Giro gewann und sich in den 1960er und 70er Jahren viele Duelle mit Eddy Merckx lieferte.
Neben den großen Namen wird natürlich auch den legendären Anstiegen die Aufwartung gemacht: Historische Schwergewichte wie der Blockhaus, Mortirolo, Stelvio und Pordoi finden sich ebenfalls in der Streckenführung des Giro 2017 wieder.
Die Kulisse für das große Jubiläum ist damit erstellt. Fehlen nur noch die Protagonisten. Aru und Nibali zögern allerdings, Chris Froome (Sky), Alberto Contador (Trek-Segafredo) und Nairo Quintana (Movistar) bevorzugen 2017 die Tour de France. Die Vergangenheit der Italien-Rundfahrt scheint diesmal größer zu sein als die Gegenwart.
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